VON BORIS FELDMANN

9000 deutsche Kleinanleger beissen in die saure Swiss-Re-Gurke, seit sie stolze Besitzer des geschlossenen Fonds Euro Select 14 sind. Dieser wurde von der Fondsgesellschaft IVG aufgelegt. Das architektonische Wunderwerk im Herzen Londons ist zum Statussymbol der Swiss Re mutiert und sorgte für einen gigantischen Immobiliengewinn, als es vor ein paar Jahren auf dem Höchststand verkauft wurde.

Nun ist die Freude vorbei. Innert 18 Monaten hat der Wert des Gebäudes um über 20 Prozent abgenommen. Zudem wurde ein Teil des Darlehens für den Erwerb der Gurke in Schweizer Franken aufgenommen. Mit der massiven Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem englischen Pfund wird die Verschuldung noch höher: Betrug die Gesamtkreditbelastung zum Verkehrswert anfangs moderate 61 Prozent, so steht dieser Wert heute bei satten 101 Prozent.

Somit ist das Eigenkapital vollständig aufgebraucht. Die laufenden Einnahmen, die vom Hauptmieter Swiss Re entrichtet werden, kommen den Anlegern nicht zugute, da beim Überschreiten der Gesamtkreditbelastung von über 67% die Einnahmen nicht an die Anleger ausgeschüttert werden. Lieber Walter Kielholz: Dein Timing war sensationell.

Ein Produkt der TOPatigh-Klasse (ZBK-Derivative-Verkaufschef Claudio Topatigh) rollt die ZKB an den Start. Mit Konditionen, die uns schlichtweg begeistern: Eine Laufzeit von nur 6 Monaten und ein annualisierter Coupon von 32 Prozent. Einzig die Barriere von 61% ist gewöhnungsbedürftig. Mit dem Trio Credit Suisse, Zurich und Julius Bär können wir dieses Risiko auf uns nehmen. Valor 10 175 396 ist ein Kauf, und mit der Rückzahlung am 20. November 2009 sollte einem Weihnachtsgeschenk von Zürichs Bahnhofstrasse nichts im Wege stehen.

Auch wenn wir von der Bank Rothschild und ihrer satten Dividende begeistert sind, möchten wir uns mit einem 20-%-Gewinn aus diesem Engagement verabschieden: Der Kurssprung ging uns zu rasant. Die Scala-Festspiele bei Nobel Biocare sind vorbei, und ein Gewinn von 30 Prozent ist uns des Guten zu viel. Der amerikanische Freier scheint momentan keine weiteren Aktien zu kaufen, um die 10-%-Besitzschwelle zu erreichen.

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