Wie weiter mit dem Schweizer Franken? Es könnte sich Spektakuläres anbahnen. Seit kurzem steigt die Optionsvolatilität stark an, die auf Währungsoptionen für Euro/Schweizer Franken lauten – und das, obwohl der Kursverlauf des Euro/Franken ja eigentlich in superengen Bahnen verläuft. Eine sehr grosse europäische Bank (mehr als 120 000 Angestellte) geht nun davon aus, dass per Ende Juni 2012 die Schweizer Nationalbank die künstlichen und mit sehr viel Geld durchgeführten Euro-Stützungskäufe aufgibt.

Ein kleines Indiz für die Magnetwirkung des Schweizer Franken: Die Zinsrendite des zweijährigen Eidgenossen liegt bei minus 0,27%! Der Leidensdruck wird immer grösser und die Swiss (European) National Bank mit der faktischen Teilanbindung des Franken an den Euro wird zunehmend zur wahren Herkulesarbeit für SNB-Chef Thomas Jordan, die historische Dimensionen annimmt.

Eines ist klar: Gegenüber dem US-Dollar und dem japanischen Yen hat der Dammbruch des Euro bereits stattgefunden, wie schon vor zwei Wochen an dieser Stelle richtig vorausgesagt wurde. Und: Von offizieller Seite verordnete Negativzinsen würden nur dann etwas bewirken, wenn die Strafsteuer mehr als 3,5% beträgt! Ob dies durchführbar ist, möchte ich eher stark bezweifeln. Daher mein Tip: Lösen Sie Ihre Dollar-Positionen vom letzten Sommer auf. Der Gewinn ist toll und wohl maximal, denn die nächsten drei Wochen werden mehr von politischen Ereignissen bestimmt sein, als wir uns vorstellen können.

Nicht mehr viel zu lachen haben diejenigen Minderheitsaktionäre der Credit Suisse, die vor langer Zeit ihre Milliarden-Positionen mittels Kreditengagements bei der zweitgrössten Schweizer Bank aufgebaut haben: –11,02% innert vier Wochen lautet die Bilanz. Noch ist der Börsentaucher nicht zu Ende: Ein Kursstand von 18 Franken (aktuell Fr. 18.48), nachdem die Aktie schon das Niveau von Fr. 18.18 erreicht hat, ist diese Woche nicht mehr auszuschliessen (abwarten, verkaufen).

Eingeschlagen hat meine Prognose in Sachen Vontobel: Die Kursuntergrenze von 20 Franken wurde durchbrochen (aktuell Fr. 19.55). Ich würde, obschon ursprünglich geplant, auf diesem Kursniveau nicht zukaufen: Die Gewinnaussichten sind im sonst sehr erfolgreichen Investmentbanking mehr als eingetrübt. Hier lohnt es sich, noch abzuwarten: Die Zürcher Privatbank wird unter die Marke von 19 Franken tauchen (abwarten, grosses Erholungspotenzial).

«Im Schuss» befindet sich Ulrich Körner, Mitglied der UBS-Geschäftsleitung: Dank seinem strategischen Geschick wird die grösste Schweizer Bank im Schnitt mehr als eine Milliarde Franken pro Jahr an Betriebskosten im Bereich Operations einsparen können und damit auf die wohl zu erwartenden härteren Zeiten im Swiss Banking bestens aufgestellt sein. Ein brillantes Produkt ist der UBS-Trendradar (trendradar.kreyinvest-ch.ubs.com), der sogenannte Kursmuster erkennt: Die aktuelle Tendenz deutet auf sinkende Aktiennotierungen hin (abwarten, grosses Erholungspotenzial).

Weiterhin in der Abwärtsspirale befindet sich der Westschweizer Onlinebroker Swissquote: –22,25% in den letzten vier Wochen. Innert einem Jahr hat das Wertpapier des Unternehmens fast die Hälfte an Wert eingebüsst. Bald figuriert die Aktie auf meiner Kaufliste – warten Sie die nächsten Wochen noch ab, bis der smarte Anbieter von innovativen Produkten seine Kurstalsohle erreicht hat (abwarten, grosses Kurserholungspotenzial).

Auf den Rappen genau haben die Valoren der Lonza mein Kursziel von 34 Franken zum Wochenschluss erreicht: –51.92% innert einem Jahr. Und die Tendenz zeigt noch nicht nach oben. Nun häufen sich die sorgfältig gestreuten Meldungen von Kosteneinsparungen in den Schweizer Produktionsstätten, während die Informationen hinsichtlich der Zukunftsvisionen in den Hintergrund rücken. Der Milliardenkauf von Arch in den USA drückt momentan auf den Gewinn (weiterhin abwarten, grosses Kurserholungspotenzial).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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