Bei Calida heisst es nun: Raus aus der Wäsche. – Wann Sie bei Von Roll zugreifen können. – Wo Sie im Internet die besten Ferienschnäppchen finden.
VON BORIS FELDMANN

«Flirt» heissen seine erfolgreichen Züge. Zwar wurde der Thurgauer Bahnunternehmer und SVP-Nationalrat Peter Spuhler beim SBB-Grossauftrag (1,9 Milliarden) Franken ausgebremst. Doch das war für den ZSC-Fan bloss eine verkraftbare Niederlage auf dem Weg in die Bahn-Playoffs: Spuhler wird im Mai höchstwahrscheinlich nach China eingeladen – von keinem geringeren als dem neuen chinesischen Eisenbahnminister.

Der bisherige Amtsinhaber wurde vor weniger als einem Monat wegen angeblicher Korruptionsdelikte des Postens enthoben. Das mögliche Auftragsvolumen im Riesenreich betrüge zig Milliarden Franken und würde einen allfälligen Börsengang von Spuhlers Stadler Rail rasant beschleunigen – und den Selfmademan-Unternehmer zum Milliardär machen (Entscheidung dieses Wochenende).

Nun gilt es, Abschied zu nehmen von den Zuger Schraubenkönigen Bossard. Mit einem Kursplus von fast 35% seit dem Jahresanfang sollte nach dem sensationell anmutenden Jahresergebnis 2010 mit brillanter 4%-Dividenden-Ausschüttung die Siegesfanfare zum definitiven Abschied geblasen werden (verkaufen).

Sehr gut im Strumpf ist der Luzerner Unterwäscheproduzent Calida und hoppelt Richtung Höchstkurs 2006. Insbesondere stark ansteigende Baumwollpreise werden das Firmenergebnis nun unter Druck setzen. Und seit deutsche Anlegermagazine den relativ marktengen Titel hochgetrieben haben, sollte der Absprung gewagt werden (verkaufen).

Der Börsen-Comet bekommt langsam Angst vor der Höhenluft. Der Zuwachs von mehr als 6% seit Jahresanfang ist mehr als bewundernswert. Jetzt gilt es, sich von den einen Steinwurf von der Autobahn entfernten Technologie-Innovatoren zu verabschieden und die nächste Ausfahrt auf dem Börsenhighway zu nehmen (Verkauf; +41% innert 12 Monaten).

Der grosse Befreiungsschlag bei der mittelkapitalisierten Von Roll ist noch ausgeblieben. Doch aufgepasst. Bis Ende Sommer ist der Konzern neu positioniert. Und dann wird aus dem Gerlafinger Unternehmen eine Substanzperle. Warten Sie noch ab, greifen Sie erst bei unter 4.30 Franken (aktuell: 4.60) zu. Der geräuschvolle Abgang des vermeintlichen Messias Thomas Limberger mit seinen visionären Zukunftsplänen muss erst noch verdaut werden.

Weiterhin negativ gestimmt bin ich auf die Valiant-Gruppe – trotz des «mea culpa» der Geschäftsleitung und des Verzichts auf die Ausübung eines netten Optionsprogramms wird die Aktie weiterhin schwierigen Zeiten an der Börse entgegensehen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14.7 ist in meinen Augen noch zu hoch (Kursziel nach unten: 124 Franken).

Richtig teuer wurde der Buchhaltungsfehler bei Weatherford, dem amerikanischen Ölbohrer mit Kotierung an der Schweizer Börse. In meinen Augen ist der Absturz zu gross, jetzt gilt es, nach einem Kurssturz von mehr als 22% innert vier Wochen erste Teilpositionen aufzubauen. Auch bei der amerikanischen Transocean wurde die Aktie nach dem Börsengang um 50% abgestraft, bevor es wieder richtig steil nach oben ging. Die Bewertung bei Weatherford stimmt – setzen Sie einen kleinen Teil als Spekulation nach oben ein (Kauf mit Spekulationsgeld).

Weiterhin nicht auf einen grünen Zweig kommt das Baselbieter Chemieunternehmen Bachem. Jedenfalls werden nochmals die Kosten gestrafft. Auch die Dividende wurde um 50 Rappen gekürzt, was sicher nicht von grosser Zuversicht des Unternehmens für die Zukunft spricht, neue Anleger zu gewinnen. Obwohl die Firma von neuen Wachstumschancen schwärmt, sehe ich den berühmten Silberstreifen am Horizont noch nicht (no go).

Aufgrund des sehr grossen Zuspruchs erhalten Sie auch diese Woche den ultimativen Ferientyp: www.holidaycheck.ch. Rund 60 Reisespezialisten sammeln von rund 93 verschiedenen Anbietern die besten Offerten ein und präsentieren diese Angebote auf einer sehr informativen Webseite. Somit wird der einwöchige 5-Sterne-Aufenthalt im Luxushotel an der türkischen Riviera mit Flug zu einem Schnäppchen von unter 500 Franken pro Person (must book holidays via Kreuzlingen).

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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