Mit einem Paukenschlag beginnen wir die Berichterstattung in dieser Woche: Ein schweizerischer Bankenkrösus zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der Finanzierung von Mehrfamilienhäusern zurück. Dies sollten Sie als Warnzeichen betrachten, dass der einheimische Immobilienmarkt nicht mehr nur Friede, Freude, Eierkuchen darstellt. Schon jetzt beobachte ich in der NZZ vom jeweiligen Freitag, dass Immobilienprojekte mehrfach ausgeschrieben sind und kein Käufer am Horizont aufgetaucht ist. Die Nationalbank wäre gut beraten, die Mindestkapitalanforderungen nochmals zu erhöhen. (Neue Warnzeichen am Hypothekenmarkt)

> Überaus attraktiv auf den zweiten Blick sind die Zahlen bei der Austriamicrosystems. Auch in diesem Jahr wird der Titel seine Anhänger mehr denn je begeistern. Ich bitte Sie, trotz allem die Angsthasenstrategie anzuwenden. Seien Sie konsequent, und verschreiben Sie auf dreimonatiger Basis ihre Aktienpositionen. (Austria ist Trumpf)

> Dynamischer als ursprünglich gedacht hat sich der Technologiegigant ABB aus dem Börsenloch herauskatapultiert. Jetzt gilt es, auf sechs Monate die Positionen mit einem gedeckten Call zu verschreiben. Die einkassierten Prämien sind wirklich nicht zu verachten. (Gedeckter Call auf sechs Monate)

> Noch zuwarten würde ich beim Berner Pharmagrossisten Galenica. Trotz einem Minus von 16,66% über die letzten zwölf Monate hat der Titel noch nicht die Tiefststände erreicht, die ein Engagement vertretbar machen. Zur Verteidigung des Titels sei vermerkt, dass die Erfolgsgeschichte seit über 20 Jahren andauert und wirklich einzigartig an der Schweizer Börse ist. (Abwarten auf neue Tiefststände)

> Starkes spekulatives Interesse prägt den baslerischen Biotechtitel Basilea Pharmaceuticals. Die Fortschritte bei verschiedensten Zulassungsverfahren für dessen Produkte können nun als signifikant definiert werden. Erstmals sehe ich in diesem Titel nicht nur eine langlaufende Aktienoption, sondern ein Wertpapier mit realistischem Aufwärtspotenzial. Aber nur als spekulative Depotbeimischung gedacht! (Erstmals auf der Kaufliste)

> Die vor mehr als einem Jahr hier vorgestellten Pax-Anlage-Aktien können Sie nun mit nettem Gewinn abstossen. Ich habe, offen gesagt, vom Titel ein bisschen mehr erwartet, da eine Unterbewertung in der Höhe von 28% besteht. (Verkaufen)

> Der Immobilienentwickler PSP Property macht im Moment alles richtig: Das extreme Zinsumfeld sorgt für sprudelnde Gewinnerwartungen in absehbarer Zukunft. Ich gehe davon aus, dass sich bei der Ablösung von langfristigen Hypotheken die bisherigen Finanzierungskosten halbieren werden. (Kaufen)

> Der Tiefflug des luzernischen Edelstahlkochers Schmolz & Bickenbach geht in die nächste Runde, und erst beim Stand von 80 Rappen würde ich mir den Titel nochmals genauer ansehen. Das Potenzial ist vorhanden, doch der Preiskampf wird mit härtesten Bandagen geführt – und das sorgt für anhaltend tiefe Margen. (Abwarten)

> Auf diesem gedrückten Niveau sind die Valoren der Zurich Versicherung eine gefragte Sache. Speziell die satte Dividendenrendite sollte im aktuellen Umfeld nicht ausser Acht gelassen werden. (Zaghaft zukaufen)

> Langsam, aber sicher sollten wir unseren Topfonds, den wir fast auf dem Kurshöchststand zum Verkauf ausgeschrieben haben, den BB Biotech, wieder auf den Beobachtungsschirm nehmen. Wäre ich ein aggressiver Anleger, würde ich wieder zukaufen. Das letztjährige Resultat von über 75% hat manchen vom Sockel gehauen. Jetzt ist mehr Bedachtsamkeit gefordert. (Zaghaft zukaufen)

> Ob Sie es glauben oder nicht: Schon klopfen die Ersten bei Thomas Jordan an, ob er nicht wieder zu Stützungskäufen des Euro Hand bieten könne. Im ironischen Sinn: Ich glaubs ja nicht.

> Mancher Leser hat mich diese Woche gefragt, weshalb ich in der letzten Woche nicht zu einer hektischen Verkaufsaktion aufgerufen habe. Mit einem Swiss Performance Index von plus 2,27% in dieser Woche hat sich diese Handelsstrategie mehr als erfolgreich erwiesen. Noch sind wir nicht ganz über dem Berg, doch der konsequente Ansatz, die Titel nach allen Regeln der Kunst zu sezieren, ist der beste Ratgeber unter diesen Prämissen.

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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