Hochprozentiges aus Zug für Ihr Konto: Jetzt gilt es Abschied zu nehmen von der Partners Group, dem Spezialisten für alternative Investmentanlagen. Beim Kursstand von aktuell 250 Franken wurde das erhöhte Preisziel von 248 Franken locker übertroffen: +61,4% über die letzten zwölf Monate ist einfach Spitzenklasse. (Verkaufen – erstes Preisziel von 248 Franken erreicht)

> Philipp Hildebrands Blackrock bleibt hungrig: 7% beträgt seit dem 12. Juni 2013 der prozentuale Anteil am Bad Ragazer Hightech-Unternehmen Inficon. Durch den Grosseinkauf des Arbeitgebers unseres ehemaligen Nationalbankchefs Philipp Hildebrand wurde die von mir propagierte «Abstauberlimite» von 260 Franken (aktuell: 276 Franken) um Haaresbreite verpasst.

> Nachhaltig unter die 10-Franken-Marke getaucht: Einst im Frühling 2007 zu 153 Franken von der UBS an die Börse gebracht, zeigt der medial hochgepushte Titel Orascom Development seit langem nur noch eine Richtung: «down to the river». Sie kennen meine Meinung seit Jahren: abwarten.

> Einst gab es für mich nur noch DKSH, heute würde ich den Titel nur noch mit der Beisszange ergreifen: Meinen Recherchen zufolge werden spätestens bis Ende September 2013 von den Gründungsinvestoren nochmals weitere Aktien in Millionenhöhe auf den Markt geworfen. Wetten, dass die UBS, wo Rainer Marc Frey als VR zum inneren Machtzirkel gehört, zum margenträchtigen Grossauftrag kommen wird, wie beim letzten Mal? Wetten, dass zum Zweiten unter diesen Aktienhäppchen auch einige aus dem Fundus von Goldfinger Rainer Marc Frey stammen? Alles legal, wir gratulieren. Wir klatschen Beifall für den unternehmerischen Spürsinn.

> Dammbruch zu Basel zum Dritten: Sorry, liebe Basler Kantonalbank, das wird wirklich nichts mit euren Aktien. Der Kursverlust beträgt dieses Jahr schon 20,7% und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Mein neues Preisziel liegt nun bei 74 Franken (aktuell: Fr. 78.75). Dies kann alles passieren. Doch haarsträubender finde ich hingegen die Leserreklamation, wenn einem 85-jährigen Kunden, der seit Jahrzehnten dabei ist, im Kasernenton ein telefonisches Aufgebot ins Haus flattert, er müsse sich null Komma plötzlich in der Filiale einfinden, um ein Finma-Risikoaufklärungsformular auszufüllen. Der Kunde ist Schweizer Staatsbürger seit Geburt, hält nur Schweizer Standardwerte in seinem Portfolio und turnt im hohen Alter sicherlich nicht mit gefährlichen Finanzinstrumenten herum. Der Basler Kantonalbank-Kunde ist total verschreckt und fragt mich um Rat. Ich sage dem netten Herrn: Beruhigen Sie sich, obwohl ich Ihre Wut völlig verstehe, und sage, machen Sie sich keine Sorgen, der Schweizer Finanzplatz hat zurzeit grössere Probleme als ein von Ihnen noch nicht ausgefülltes Risikoformular. Christian Schöninger, Chef der Compliance-Abteilung seit dem Jahr 2000, Mitglied der Geschäftsleitung der Basler Kantonalbank, haben Sie Nachsicht mit diesem Kunden. Alte Leute unter Generalverdacht zu stellen, ist nicht die feine Art des sprichwörtlichen «fair bankings», wie der Leitspruch der Basler Kantonalbank verspricht.

> In Sachen Austriamicrosystems wurden wir alle auf nicht gerade nette Weise in die Irre geführt. Es gibt höchst fragwürdige Vorgänge: Vom 1. Januar bis zum 28. Februar fanden laut meinen Analysen rund 14 Insider-Verkaufstransaktionen statt, hingegen nur eine Kauftransaktion, die sich auf die Umwandlung von Aktienpositionen bezog. Doch schon am 11. April 2013, also rund zwölf Tage vor der Bekanntgabe der sehr schlechten Quartalszahlen, wurde von einer amerikanischen Superbank Aktien abgestossen. Ich hatte schon seit mehreren Monaten ein flaues Gefühl im Magen, doch die medialen Durchhalteparolen haben mich in meiner negativen Grundhaltung umgestimmt. Im Sinne eines sauberen Finanzplatzes wäre es höchste Eisenbahn, nachhaltige Recherchen darüber durchzuführen, welche Insider diese Positionen verkauft haben. Handelt es sich um die gleichen Personen, die in Interviews mich und viele Anleger mit zu optimistischen Prognosen verwirrt haben, damit sie ihre Aktien zu einem möglichst hohen Kurs abstossen konnten?

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an:
geld@schweizamsonntag.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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