Österreichischer Sturmlauf

Illustration: Nicolas Bischof

Illustration: Nicolas Bischof

Austriamicrosystems ist eine Gewinneraktie – eine Absicherung empfiehlt sich. Bossard schraubt sich immer höher in den Börsenhimmel hinein. – Massiv besseres Ergebnis beim Flughafen Zürich als erwartet. – Auf die BKB wartet eine Hochglanzpolitur.

Im Fussball wars keine Woche für die Österreicher. An der (Zürcher) Börse aber glänzt der Halbleiterhersteller Austriamicrosystems aus der Steiermark. Jetzt heisst es nochmals strong buy: Laut meinen Markteinschätzungen und Bewertungsmodellen ist der Titel fundamental unterbewertet. Das spektakuläre Feuerwerk wird am 28. April 2014 gezündet, wenn die Publikation der nächsten Quartalszahlen erfolgt. Im Hinblick auf dieses freudige Ereignis empfehle ich Ihnen, das Wertpapier zu kaufen und gleichzeitig einen gedeckten Call mit Ausübungspreis 130 Franken auf den Juni-Termin 2014 zu verschreiben. Maximales Renditepotenzial: 9,2% auf kurze Frist. (Kaufen mit Call)

> Fast die Tränen abwischen musste ich meinen Leserinnen und Lesern, als sie kurzfristig einen knappen 8%-Verlust auf den Baselbieter Chemiezulieferer Bachem gewärtigen mussten. Jetzt, nach dem mehr als nur spektakulären Jahresergebnis 2013, darf bei meiner Leserschaft der Champagner aus dem Kühlschrank geholt werden: +33,1% über die letzten zwölf Monate. Eines kann ich Ihnen schon heute verraten: Die kommenden Quartalszahlen werden sensationell ausfallen. Wie würde ein waschechter Baselbieter dazu sagen? «Durebisse, aber mit Genuss.» (Halten)

> David Dean, Chef des Zuger Schraubenproduzenten Bossard, hat das 240-Franken-Kursziel geschafft. Wenn man den aktuellen Börsenkurs von 235 Franken und die nette Dividende von 6 Franken dazuaddiert, kommt man nach Adam Riese auf 241 Franken. Was mich sehr erstaunt: Der phänomenale Tesla-Deal wird in der Bewertung der Analysten zu wenig zur Kenntnis genommen. Ich sage kurz und dezidiert: Strong buy. CEO David Dean ist zurzeit in Asien unterwegs. Wetten, dass in Bälde ein neuer Vertragsabschluss Schlagzeilen machen wird? (Strong buy zum x-ten Mal)

> Der Flughafen Zürich bleibt auf der Erfolgsspur. Die Mehrzahl der Analysten wurde auf dem falschen Fuss erwischt, als das Jahresergebnis 2013 die Runde machte. Massiv besser als erwartet – keine Neuheit für meine Leser. Grosser Sieger ist die englische Bank, die sich im Vorfeld stark positioniert hat. (Halten)

> Mehr als nur Feuer und Flamme bin ich im übertragenen Sinn für den Autozulieferer Autoneum: Der Börsenstar 2013 hat nochmals Lunte gerochen und wird den Investoren grosse Freude bereiten. Das Papier ist fundamental unterbewertet. Wenn auch nur die Hälfte der Ankündigungen der Geschäftsleitung in Erfüllung geht, wird die Bergfahrt an der Schweizer Börse nochmals an Tempo gewinnen. (Grossaktionär Peter Spuhler macht die Anleger glücklich)

> Schon vor fast vier Wochen war ich der festen Überzeugung, dass die Basler Kantonalbank die Standorte Zürich und Olten schliesst. Jetzt ist endlich die Personal-Axt geschwungen worden. Speziell die Niederlassung Zürich hat in letzter Zeit viele gute Kunden an die VP-Bank verloren, wo ein Teil der verschworenen Ringger-Truppe Unterschlupf gefunden hat. Jedenfalls ist CEO Guy Lachapelle daran, die Basler Kantonalbank auf Hochglanz zu polieren. Der Titel ist aus Dividendenüberlegungen einen Kauf wert. Dass der Partizipationsschein nun gegen 80 Franken strebt, macht die mutigen Anleger aus dem Basler Daig, die meiner Empfehlung gefolgt sind, noch glücklicher. Aber nochmals: Die BKB wird ein Jahr der Tränen durchlaufen, bevor 2015 die Mannschaft ohne Altlasten beweisen kann, was sie wirklich auf dem Kasten hat. (Kaufen nur aus Dividendenüberlegungen)

> Nicht Sergio «Fabuloso» Ermotti wird Schweizer Finanzstar 2014. Nein, es ist der U-40-Banker Jan Schoch mit Wohnsitz im Appenzellischen. Seit Donnerstag dieser Woche hat seine Beteiligung an der Struki-Bude Leonteq erstmals die 100-Millionen-Franken-Schallmauer durchbrochen. Mit dem Auftauchen des englischen Vermögensverwalters Jupiter Asset Management im Aktionariat werden die Karten nun neu verteilt. Ich bin sicher, dass die Engländer Lunte gerochen haben. Wie man die Briten aus der Praxis kennt, werden sie sich jedoch nicht mit einer 5,5%-Beteiligung am Aktienkapital begnügen. Mit einem auf Ende Jahr prognostizierten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25,23 ist das Wertpapier momentan fundamental überteuert, was beim starken Lauf von +250,6% über die letzten zwölf Monate nicht wirklich zu überraschen vermag. (Englische Anleger sind offensichtlich heiss auf Schweizer Finanzinnovationskraft)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.

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