Mein Favorit 2012 hat die Börsenschlagzahl nochmals erhöht: Das österreichische Elektronikunternehmen Austriamicrosytems, das an der Schweizer Börse kotiert ist, gewann innert Wochenfrist 10,69% und ist damit über mein Kursziel von 70 Franken gedonnert (aktuell: 72.95). Nun habe ich aus sehr gut informierten Kreisen vernommen, dass offenbar Nespresso auch auf die Ösi-Produkte setzen möchte. Gelingt dieses Unterfangen, setze ich mein neues Kursziel auf 83 Franken hinauf. Aufgepasst: Sobald die Marktkapitalisierung die Milliardengrenze erreicht (aktuell: 0,97 Milliarden Franken) wird der Börsenturbo richtig gezündet, weil dann erstmals Fonds zulangen können (Anforderung an Minimum-Marktkapitalisierung). Pro memoria: +89.97% seit dem 1. 1. 2012 (kaufen – bald sind alle von Goldman Sachs bis UBS bullish).

In die richtige Richtung dreht auch die Bossard-Aktie: +8,59% in dieser Woche. Damit rückt das Zuger Unternehmen mit hervorragendem Management knapp an mein Kursziel von 141 Franken heran (aktuell: 138 Franken). Ein weiterer Teilverkauf drängt sich auf:+41,45% seit Jahresanfang. Noch Fragen?

Eigentlich erwartete ich erst auf den Sommer, dass Rainer Marc Frey alias Goldhändchen und seine illustren Mitstreiter bei der Zofinger Siegfried für Tempo sorgen werden. Nun geht alles schneller vonstatten: +4,08% alleine in dieser Woche. Der Kurspropeller wird jetzt schon auf Hochtouren gebracht. Nach dem Handelskonzern DSKH wird Rainer Marc Frey ein weiteres Gesellenstück in diesem Jahr abliefern. Kursziel 113 Franken – früher als erwartet.

Die Swiss Re macht Freude, und Schritt für Schritt geht es nach oben: Kursziel 60 Franken ahoi! Der Dividendenabgang wird locker verkraftet, und auch langweilige Aktien können für Hochgenuss sorgen: +26,65% im Jahr 2012. Obwohl als einer der teuersten Transfers in der Schweizer Finanzgeschichte eingegangen und der damit einhergehenden «bad press», die diesen Stellenwechsel begleitet hat, sorgt nun das Asset Management unter David Blumer für Milliardengewinne am Mythenquai und dies auf jährlicher Basis (halten, David B. macht alle Aktionäre glücklich).

Gar nicht happy bin ich mit den Vorgängen bei Von Roll. Obwohl der Kaufkurs von Fr. 2.50 erreicht wurde, empfehle ich, sofort von dieser Aktie Abstand zu halten. Sorry, aber hier ist der Börsenwurm drin: Verschiedene Klauseln wurden für Grossaktionäre an der letzten Generalversammlung derart umgestaltet, dass sie in meinen Augen nicht zum Guten für Minderheitsaktionäre sind. So nicht!

Knapp bis zum Kaufkurs ist die Basler Lonza-Gruppe abgetaucht: –23,29% seit dem 1. 1. 2012. Auch hier ziehe ich meine Kaufempfehlung zurück. Die Armada der Hedge Funds haut richtig drauf, und damit könnte diese Woche die
40-Franken-Kursgrenze nach unten durchbrochen werden. Visionen vom neuen Management sind nun schneller gefordert als ursprünglich geplant, sonst geht es im Sauseschritt weiter nach unten (don’t touch).

Aufgepasst bei der EMS-Chemie: Eine neue Produktlinie aus der Blocher-Unternehmung sollte speziell bei Brillengestellen zur Anwendung kommen. Mögliches neues Umsatzpotenzial jährlich: bis zu 100 Millionen Franken. Blocher-Tochter Magdalena wird mit dem konsequenten Forschungsansatz noch für viel Aktionärsfreude sorgen: Umsatzwachstum über dem Branchendurchschnitt, und dies trotz Produktionsstandort Schweiz (halten, neue Kurshöchststände in Sicht).

Eine Punktladung auf dem Mond wie anno 1969 mit der Apollo-Raumkapsel haben die Valoren des Basler Saatgutgiganten Syngenta zum Börsenschluss hingelegt: 320 Franken, was genau meinem Kursziel entspricht. Obwohl vor kurzem zum Verkauf empfohlen bei
Fr. 319.90, würde ich aufgrund der schönen Entwicklung wieder zulangen. Die Basler können dank ihren Produkten die landwirtschaftliche Produktion in gewissen Sektoren um bis zu 50% erhöhen (must buy).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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