Occupy UBS-Investment Bank» – so könnt das Motto für gewinnorientierte Anleger lauten. Bis zum 25. November 2011 offeriert die Grossbank ein Kick-In Certificate (Valor: 14346717) mit Top-Konditionen: 9,25%-Coupon pro Jahr in Euro, sofern weder der EuroStoxx50-Index noch der amerikanische Standard&Poors-500-Index mehr als 60% vom Fixierungsdatum verlieren. Die maximale Laufzeit dieses Wunderproduktes beträgt drei Jahre, sofern es nicht zu einer vorzeitigen Rückzahlung kommt. Die findet dann statt, wenn im jährlichen Beobachtungszeitraum keine der beiden Indexstände mehr als 20% verliert (must buy).

Das Trauerspiel in Sachen Orascom Development Holding, dem Entwickler des Andermatt-Resorts, geht in die nächste Runde. Weiterhin sollte kein Engagement eingegangen werden: Eine Erholungstendenz ist nicht in Sicht und die letzten Quartalszahlen zeigen eindeutig in die falsche Richtung. Nächster Beobachtungstag wird der 30. März 2012 sein, wenn die nächsten Ergebniszahlen anstehen (weiterhin verkaufen).

Der frischgebackene UBS-Chef Sergio Ermotti ist dem Brauch neuer UBS-Bosse gefolgt: Wie einer seiner Vorgänger, Peter Kurer, hat er sich als eine seiner ersten Amtshandlungen ein neues Brillengestell zugelegt und wird seinem Ruf immer gerechter, der Richard Gere unter den Investmentbankern zu sein. Schon wird er als neue Stilikone am Paradeplatz gefeiert, wie die Gerüchteküche berichtet.

Das UBS-Teutonen-Trio mit Uniprofessor Axel Weber, Ulrich Körner und Carsten Kengeter versteht sich untereinander blendend und wird die grösste Schweizer Bank in ein ruhigeres Fahrwasser bringen. Seien Sie sich aber bewusst, dass die UBS-Aktie weiterhin nur dahinplätschern wird: Die gegenwärtig schwierige Wirtschaftslage wird das Erreichen der sehr ambitionierten Gewinnziele, die am Investors Day am letzten Donnerstagabend bekannt gegeben wurden, für die kommenden Jahre sehr erschweren (abwarten).

Spitzenklasse ist der 10% Julius Baer Knock In (Valor: 14091128) auf Nestlé, Swatch und Zurich Financial. Die ultratiefe Barriere von 50% sollte für Champagnerstimmung sorgen. Die Chance eines Barrierenbruchs liegt gemäss meinen Analysen bei unter 10% (must buy).

Die bittere Wahrheit bei Mondobiotech: –76,12% seit Jahresanfang. Ich sehe momentan beim besten Willen nicht, wie die Aktien wieder in die alten stratosphärischen Höhen vorstossen können, als der Titel eine Börsenkapitalisierung von weit über eine Milliarde Franken in die Waagschale warf (Status weiterhin: no go).

Langsam, aber sicher bekommen die ausländischen Investoren kalte Füsse bei der PSP Swiss Property: Seit Hilde Put den Höhenflug des Schweizer Frankens arg gebremst hat, steigen die ausländischen Investoren aus und retten die fetten Währungsgewinne ins Heimatland zurück (weiterhin verkaufen).

Der Einstiegskurs von 280 Franken bei der St.Galler Helvetia-Versicherung rückt in Griffweite. Trotzdem würde ich nochmals eine Warteschlaufe drehen: Eine kleinere Wertberichtigung auf den Obligationenbeständen aufgrund der südeuropäischen Schuldenkrise ist nicht auszuschliessen. Der neue Einstiegskurs liegt nun bei 268 Franken (vormals 280 Franken).

Bald ist die Kursmarke von 20 Franken bei der Credit Suisse (–44,84% seit 1.1. 2011) in Sicht. Und dann werden die milliardenschweren Computermodelle einen Sturz unter diese neuralgische Schwelle zu verhindern versuchen (Kauf nur unter 20 Franken).

5% hat der ehemalige Stahlkocher Von Roll mit seinem starkem Hang zu neuen Technologien alleine in dieser Woche verloren. Die prominenten Aktionäre müssen nochmals einen Winter auf den Turnaround warten und wir sehen erste nennenswerte Einsteiger erst bei Fr. 2.50 und tiefer. Speziell im Solarbereich und Wassertechnologiebereich sind die Preise regelrecht eingebrochen. Rettung in der Not ist auf absehbare Zeit nicht in Sicht (abwarten, trotz neuem Topmanagement nach wie vor im Sinkflug).


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