VON BORIS FELDMANN

Der Zuger Schraubenproduzent Bossard schraubt sich in ungeahnte Börsenhöhen und hat seit dem Januar 2011 um satte 23.35% zugelegt. Damit ist unser Kursziel von 132 Franken schon vor dem Start der Eishockeyplays locker übertroffen worden. Nach einem Zugewinn in den letzten 12 Monaten von 124.23% ist ein Teilverkauf ein optimales Timing für einen Börsenslapshot. (Verkauf)

Völlig abgefahren auf die SVP-Aktie Rieter Industries ist die Credit Suisse, jedenfalls ist das Kursziel von 460 Franken überhaupt nicht begründet. Bei dieser Euphorie ziehe ich die Notbremse und lasse den «Flirt» (innovative Zugkomposition aus dem Hause Stadler Rail) mit neuen Höchstständen liebend gerne den heiss gelaufenen Brokern. (Verkauf)

Während Magdalena Martullo-Blocher bei der EMS Chemie mit einem Ertragswachstum brilliert, geht es für Christoph Blochers Sohn Markus an der Börse mit seiner ES Dottikon schrittweise nach unten. Die Aktie ist überteuert und nur unter 185 Franken (aktuell: 216 Franken) würde ich zugreifen. (Abwarten)

Stark finde ich die 6,10% Dividendenrendite der Zürich Versicherung. Eine Witwen- und Waisen-Aktie im wahrsten Sinne des Wortes, bei dieser Superausschüttung hat sogar die Swisscom mit 4,63% das Nachsehen. (Kaufen ohne grosse Kurshoffnung nach oben)

Comet, der Schweizer Börsenkomet aus dem freiburgischen Flamatt, lässt sich nicht mehr einholen. Das kleinkapitalisierte Unternehmen überzeugt mit einer sorgfältig durchdachten Wachstumsstrategie, die auf Langfristigkeit und hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung geprägt ist. (Halten)

Vorzeitig vor dem Frühlingsanfang haben die Aktien der Bucher Holdings die Börsenknospen herangezüchtet. Der Landmaschinenhersteller hat nun fast mein Kursziel von 200 Franken erreicht und sollte abgestossen werden, damit die Gewinne nicht verwelken. (Verkauf)

Der norwegische Dividendenbomber Marine Harvest hat die kühnen Erwartungen übertroffen: 11,63%. Steigende Lachspreise und erste nennenswerte Gewinne aus der chilenischen Produktionsstätte werden weiterhin dem Börsenkurs zusätzliche Proteine verpassen. (Halten)

Ein leichtes Stirnrunzeln erregte die Herausgabe von Call Warrants der UBS Investment Bank auf Orascom Development. Bei diesem Instrument wird auf steigende Kurse gesetzt, gehen die Aktien weiter nach unten ist ein Totalverlust möglich. (Hände weg)

Bei der Siegfried Holding «rappelt es in der Kiste» sprichwörtlich, wie es vor über 35 Jahre bei einer deutschen TV Kindersendung hiess. Die ausserbörslichen Umsätze sind verdächtig hoch und betragen an gewissen Tagen das Doppelte des gehandelten Börsenumsatzes. Trotz allem sehe ich keine unternehmerischen Fortschritte. Spannender finde ich in diesem Zusammenhang den Holding-Sitz in Zermatt laut dem Börseninformationsdienst Bloomberg. (No go)

Der Kurssprung der letzten Tage bei der Straumann Holding sollte genutzt werden, um sich durch die Hintertür zu verabschieden. Die Bewertung ist zu hoch und das Kurspotenzial nach einem starken Jahresbeginn ist mehr als ausgereizt. (Verkaufen)

Trotz extremen Fortschritten auf der operativen Seite ist der Börsenexpress bei der Clariant entgleist, leider machen die Rohwarenkosten einen dicken Strich durch die Rechnung und sorgen für Enttäuschung auf dem Börsenparkett.

Auf leisen Sohlen erklimmt der Kioskbetreiber Valora mit stark ausgeweitetem Sortiment Anlauf, die Marke von 350 Franken zu erklimmen. Der Höchstkurs von 413 Franken aus dem Jahre 2007 ist in weite Ferne gerückt. Die Konkurrenz beginnt nun gnadenlos «abzukupfern».

Ein leises Aufatmen herrscht bei der Nationalbank, seit sich der Euro von den Tiefstständen erholt hat, doch dies kann sich urplötzlich ändern, wenn die grössten irischen Banken nicht mehr den vollen Investitionsbetrag auf ihren Anleihen zurückzahlen können. Steigen Sie deshalb aus den Bonds der Anglo Irish Bank und Allied Irish Bank aus.

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