Der Chemieriese Roche hat lange überzeugt. Aber es tut mir leid, CEO Severin Schwan: Bei mir kommt es jetzt zu einem Favoritenwechsel innerhalb der Basler Pharma. Ich setze von nun an auf Novartis. Deren CEO Joe Jimenez hat als ehemaliger US-College-Spitzenschwimmer momentan mehr Zug drauf. Die Gaben für die Aktionäre von Intermune sind von Roche zu üppig aufgetischt worden. Gerüchteweise schnupperten auch die Baselbieter von Actelion im Sommer 2014 an dieser Braut und sagten nein, danke. (Novartis – neu auf der Empfehlungsliste)

> Fast so begehrt wie Tickets für das Champions-League-Spiel Basel gegen Real Madrid vom 26. November 2014 sind seit kurzem die Aktien des Basler Spezialchemikalienherstellers Lonza auf dem internationalen Börsenparkett. Nach einem fulminanten Höhenflug habe ich leider zu früh zur Verkaufsempfehlung angesetzt: Jetzt heisst es kurz und bündig Strong Buy. Insbesondere dem geschassten ehemaligen Lonza-Chef, dem hochintelligenten Stefan Borgas, jetzt in Diensten von Israel Chemicals, wurde immer starkes Interesse nachgesagt, das Basler Schmuckstück über ein Unfriendly Take-over aufzukaufen. Doch nun hat sich der US-Fondsgigant Blackrock in die Poleposition gebracht: Schon fast 5% des Aktienkapitals lagern bei ihm, Tendenz steigend. (Strong Buy, mit Kursziel 122 Franken).

> Den Börsen-Mount-Everest, sprich eine Marktkapitalisierung von 8,848 Milliarden Franken, hat Magdalena Martullo-Blocher mit der Ems-Chemie im Frühsommer 2014 erklommen. Jetzt wankt die magische Grenze von 10 Milliarden Franken. Speziell in China ist der Spezialzulieferer der Automobilindustrie auf Erfolgskurs, und die satten Betriebsmargen werden auch in Zukunft für neue Höchstmarken an der Schweizer Börse sorgen. (Halten)

> Nicht aufzuhalten ist der BB Biotech Fonds. Weiterhin klafft eine fast schon enorme Bewertungsdifferenz zwischen dem ausgewiesenen NAV (Net Asset Value) und dem aktuellen Preis am Swiss Stock Exchange. Ich komme aktuell auf 27,2%, was eigentlich nicht sein sollte. Mit einer bisherigen Jahresrendite von +33% können Sie unbeschwert der Zukunft entgegensehen. (Halten)

> Ein schon fast todsicheres Geschäft betreibt das dänische Pharmaunternehmen Novo Nordisk. Nämlich die Behandlung von Diabetes, was speziell in Ländern wie China und Indien auf eine enorme Nachfrage stösst. Obwohl der Titel in diesem Jahr in Lokalwährung um satte 38,2% anstieg, ist der Zug für Sie noch nicht abgefahren. Die Kurssteigerungsraten über die letzten Jahre waren schlichtweg sensationell. (Strong Buy, neu auf der Empfehlungsliste)

> Einen heimlichen Grosserfolg darf Sergio Ermotti, Chef der UBS, feiern. Unter den weltweit grössten Banken kostet die Kreditversicherung gegen einen Totalausfall der grössten Schweizer Bank erstmals seit Jahren – wohl sogar seit Jahrzehnten – am wenigsten im internationalen Konkurrenzvergleich. Für den Schutz eines Totalausfalles bei Goldman Sachs muss der Profianleger fast das Doppelte auf den Börsentisch legen. (Referenz Credit Default SWAP, 5 Jahre, 8. September 2014)

> Hoffentlich wird mir dafür der charmante UBS-Chef wegen dieser Meldung nicht böse sein: Im Zeitraum von 30 Tagen nach meiner Verkaufsempfehlung in Sachen UBS Wunderprodukt – Sie wissen: der FI Enhanced Big Cap Growth – hat sich das investierte Kapital um mehr als 90% reduziert. Wir reden hier nicht von einem Mickey-Mouse-Fonds, sondern von einem Big Boy mit einer Anlagesumme von einst weit über 1 Milliarde US-Dollar.

> Und wieder ist der Bündner Banken-Torero Pierin Vincenz, Chef von Raiffeisen, der grosse Matador. Viel Druckerschwärze sowie zahllose Bits und Bytes wurden verschwendet, um darzulegen, dass Vincenz für zusätzliche Anteile am Derivatehaus Leonteq zu viel aufgewendet hat. Jahresstand der Aktien: +103,78%. Und falls die Gerüchte aus Singapur stimmen, ist die Bekanntgabe eines neuen White-Labeling-Partners (Kooperationspartner) nur noch eine Frage von wenigen Tagen. Bei einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 32,12 ist die Aktie überteuert.

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.

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