Nobel wird der Zahn gezogen

Illustration:Nicolas Bischof

Illustration:Nicolas Bischof

Comet ist reif fürs Portemonnaie. – Samba-Musik heizt Dufry an. – Basler Kantonalbank hat das Zeug zum Schnäppchen.

Nobel Biocare, einst weltgrösster Hersteller von Zahnimplantaten mit Sitz in Kloten, wird der Zahn gezogen: –8,3% innert der letzten sieben Tage. Leider hat sich das Befinden des Patienten noch nicht nachhaltig verbessert. Erste Verbesserungen bei der Betriebsmarge sind erkennbar, aber der Gesamtmarkt befindet sich auf die kommenden Jahre hin in einer Nullwachstumsphase. Speziell die Umsatzerholung im sehr wichtigen Zielmarkt Japan lässt auf sich warten (Hände weg).

Unter 100 Franken für Straumann: Sogar meine Kurseinschätzung beim Basler Dental-Implantate-Hersteller von 104 Franken nach unten war noch zu optimistisch. Der Verlust von 38,9% in diesem Jahr ist nachhaltig, doch bald sollte die Talfahrt zu Ende sein. Bei einem Kurs von Fr. 93.50 werden die ersten institutionellen Anleger zaghaft zugreifen. Dabei werden derivative Instrumente eingesetzt, um den Einstiegspreis mittels vereinnahmter Prämien auf unter 90 Franken zu drücken. Klar ist: Kommt es zu einem Revival im Dentalsektor, ist die Basler Straumann erste Wahl (abwarten).

Kurzfristig entgleist auf der Erfolgsspur: –6,5% ist erstmals seit langem eine Bewegung nach unten für die erfolgsverwöhnte Magdalena Martullo-Blocher von der Ems Chemie. Nehmen Sie die Gewinne mit, grosse Investoren aus dem Ausland sind im Spiel und versuchen auf dem Titel herumzuturnen (verkaufen, die Schweizer Investoren waren von der Performance begeistert).

Aussteigen in Flamatt mit +42,3%: Der freiburgische Börsen-Comet hat ganze Arbeit im Jahr 2012 geleistet. Eigentlich hatte ich einen Schlussspurt aufs Jahresende erwartet. Doch für einmal wird das innovative Unternehmen nicht mehr aus den Startblöcken herauskommen (verkaufen, ganze Performancearbeit).

Samba heizt Performance an: +41,5% für den Dutyfree-Weltmeister aus Basel. Wie schon früher angetönt, ist einer der Kurstreiber bei Dufry eine Ausweitung des Geschäftes in Brasilien. Die Vergrösserung der Geschäftsfläche in Sao Paulo kommt im richtigen Moment – speziell im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2016 und die Fussballweltmeisterschaft 2014 (halten, Top-Management).

Behäbig auf dem richtigen Weg: Die Berner Regionalbank Valiant hat den «Lehrblätz» aus der Vergangenheit mit den richtigen Entscheiden umgesetzt. Nun ist der Titel erstmals über meinen technischen Wert von Fr. 93.40 gehüpft, bei 102 Franken sollte die Aufholjagd kurzfristig gestoppt sein (kurzfristiges Aufholpotenzial von 8% auf drei Monate).

Bald zum Einstieg bereit: –25,8% beträgt der bisherige Jahresverlust der Basler Kantonalbank. Bald wird das Staatsinstitut zu einem Börsenschnäppchen. Die Dividendenrendite von 3,45% wird immer attraktiver im aktuellen Zinstief-Umfeld. Speziell das Assetmanagement mit dem BKB-Urgestein Alfred Ritter setzt zum Höhenflug an (bald, bin ich positiv).

Zu stark abgestraft: OC Oerlikon, eine meiner Lieblingsaktien für das Jahr 2012, wurde zu stark abgestraft. Daher macht es Sinn, mit dem Verkauf von gedeckten Calloptionen ein monetäres Auffangnetz zu haben, das Kursverluste von bis zu 10% auf dem Ausgangswert decken kann. Ich würde erst bei Fr. 8.25 nochmals zukaufen und die bisherigen Gewinne laufen lassen, was bei +71,6% seit Jahresanfang eine starke Leistung darstellt (abwarten).

Neuer Ritterschlag für die UBS-Empfehlung des «Sonntags»: Unter den weltweit besten zehn Produkten befindet sich der UBS European High Yield laut dem «Wall Street Journal» vom 16. November 2012 in seiner Anlagekategorie. Ein solches Ranking ist wie ein Oscar in der Filmindustrie (UBS ganz stark).

Unter Beobachtung: Nachdem die Basler Lonza sich über die Marke von 50 Franken nur kurzfristig halten konnte, kämpft die Aktie hart um die 40-Franken-Grenze. Ein Fall unter den Wert von 40 Franken sollte zum Kauf genutzt werden. Das neu formierte Management kämpft hervorragend im ökonomischen Wellental, in welchem wir uns momentan befinden. Es wird noch schmerzliche personelle Entscheidungen zur Folge haben, speziell im Wallis.

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