Lieber Märk Fankhauser, Stadtpräsident von Thalwil ZH, nun haben Sie auch in Ihrer Stadt einen Börsenmilliardär – die U-Blox AG. Der GPS-Innovator vom linken Zürichseeufer machte meine Börsenprophezeiung vom 10. Januar 2015 wahr: «Wenn das so weitergeht, wird die Zürcher Gemeinde Thalwil bald einen Börsenmilliardär unter sich haben.» Das damalige Kursziel von 152 Franken ist in der Zwischenzeit klar übertroffen. Schlusskurs am Freitagabend: 171 Franken. Unser neues Kursziel: 182 Franken.

> Stolz dürfen all jene sein, die unserem Rat gefolgt sind und sich beim Baarer Baustoffzulieferer Sika nicht ins Bockshorn jagen liessen. Wer nämlich weiterhin Aktionär geblieben ist, wurde bis anhin nicht enttäuscht: +20,74% seit dem 1. 1. 2015. Lassen Sie sich vom Techtelmechtel zwischen den besten Anwälten der Schweiz und den PR-Gurus nicht beirren. Und vergessen Sie nicht: Am 16. April 2015 gibt es eine nette Dividendenausschüttung. Verkaufen Sie Ihre Haut so teuer wie möglich, es lohnt sich. (Halten)

> Servus Austria, deine schönste Börsenbraut macht uns alle glücklich (+91,27% innerhalb von zwölf Monaten) – ausser mich selbst, da ich diesen Titel leider nicht halten darf. Wir sprechen von Austriamicrosystems. Und Sie wissen, dass am 27. April 2015, dem Tag der Bekanntgabe des Quartalsergebnisses, der Kurs mit 99,99-prozentiger Sicherheit nach unten gestossen wird, obwohl es zu einem neuen Rekordergebnis kommen wird. Dies ist der Tag, wo die Abteilung (Kurs-)Manipulation ihren freien Ausgang haben wird. Läuft unter dem Programm «too big to attack». (Halten und geniessen).

> Am 10. Januar 2015 hiess es auch an dieser Stelle: «Liebe Grossinvestoren, hier handelt es sich um ein Wake-up-call: Der Bodenbelagproduzent Forbo, ein alter Bekannter dieser Kolumne, ist aufgrund meiner neuesten Analyse zu billig.» Und in der Tat, Forbo ist nicht zu halten: +16 64% seit dem 1. 1. 2015. 2016 kommt es zur Gewinnexplosion. Mir gefällt der Titel auf der ganzen Linie, erwarten Sie in den kommenden Monaten einfach nicht zu viel. (Halten und geniessen)

> Fasten your seat belts: Die Aktien des Flughafens Zürich heben nochmals ab an der Börse. Mit wohltemperierten Analystenkommentaren wird der Titel mit allen Mitteln nach unten gedrückt, aber who cares? Mit +29,74 innerhalb Jahresfrist gibt es auch unter meiner Lesern Ibiza-Feeling. Eine makellose Erfolgsbilanz – frei nach Schawinski: «Isch mini Idee gsii». (Halten)

> Die Abteilung «Börsenclub Eintracht Besserwisser» wird schon vorzeitig zum unangefochtenen Sieger der Champions League 2015 ausgerufen. Und auch Sie wurden Zeugen dieses Wunders, das zum Superjackpot führte. Am 14. März 2015, also vor einer Woche, berichtete ich von der famosen Call-Option der Credit Suisse mit Ausübungspreis 24 Franken auf den März-2015-Termin. Damaliger Kurs: Fr. 1.10. Heute, eine Woche später: Fr. 1.80 (Angaben Bloomberg).

Zur Erinnerung: Zwei Tage vor der Ernennung des neuen Credit-Suisse-Chefs wurden damals wertlose Optionen im grossen Stil gekauft, Einstandskurs am 3. März 2015 tiefe 16 Rappen. Zwei Wochen danach halten wir zum Schlusskurs bei Fr. 1.80. Und wetten wir, dass die Spielkommission diesen Wundersamen treiben lässt, Carte blanche geben wird? Noch spektakulärer ist Lionel Messi, der Besserwisser: Die damals wertlose Option mit Ausübungspreis 25 Franken wurde am 3. März 2015 zu 3 Rappen gekauft, freitäglicher Schlusskurs 80 Rappen. Geschätzter Gewinn nach Spesen: 2600% innert 14 Tagen.

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper