VON BORIS FELDMANN

Nun hat der Amerika-Fan SNB-Chef Philipp Hildebrand ein neues saftiges Problem, das ihn für die kommenden Monate schwer beschäftigen wird: seine Dollaranlagen, die laut Marktgerüchten die 100-Milliarden-Franken-Marke gesprengt haben. Innert dreier Monate verlor die USValuta satte 10,81%.

Und im gleichen Zeitraum wurden für gefühlte 42,8 Milliarden Franken Dollars eingekauft. Noch nicht vorgedrungen bis zur «alten Tante» an der Falkenstrasse ist der abermalige Steigflug des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro: +3,47% innert vier Wochen. Pech für die Leserschaft, dass der/die entsprechende Redaktor/in zum falschen Moment aus den Ferien zurückgekommen ist.

Mit der erneuten Schweizer-Franken-Stärke hat der Sog ausländischer Immobilienspekulanten wieder stark zugenommen. Das englische Hedge-Fund-Genie Alan Howard etwa, Ex-Eigenhandelschef der Credit Suisse in London, hat für 30 Millionen Franken einen Liegenschaftsanteil (!) in Genf erworben.

Eine weitere schlechte Woche muss Viktor Vekselberg hinnehmen. Trotz relativ guter Zahlen und dem entsprechenden PR-Feuerwerk wandert die Aktie unter die psychologisch wichtige Marke von 4 Franken. Während Saurer wieder auf den Erfolgspfad zurückkehrt ist, sind immer weniger Banken bereit, die Solaranlagen aus dem Hause Oerlikon zu finanzieren. Kommende Woche wird die Marke von Fr. 3.75 getestet (wiederholter Verkauf).

In starker Form befindet sich das Derivate-Team der Vontobel Bank, die mit aggressiven Konditionen verloren gegangene Marktanteile zurückholen möchte: ein 14,50%-Coupon (Valor: 11328583) in Euro auf ein Franzosentrio der Spitzenklasse. Mit Danone, Société Générale und Total ist fast schon Gewähr geboten, dass die tiefe Barriere von 55% während der einjährigen Laufzeit nicht gebrochen wird (Kauf).

Was wir lange vorhergesehen haben, ist nun endlich eingetroffen: Die Tauchfahrt der Swiss Re mit 10,55% seit Monatsanfang spricht Bände – und nun ist das von uns vorgesehene Kursziel von 41 Franken in Sichtweite. Merkliche Fortschritte hat das Team um David Blumer vollzogen. Seit die toxischen Papiere schrittweise abgebaut wurden, haben sich die Gewinnzahlen exponentiell nach oben bewegt.

Alle gegen einen – so kam ich mir vor, als ich zu einer Verkaufsempfehlung auf Holcim ansetzte: 10,70% seit 1. August 2010 ist eine gute Trefferquote. Das Kursziel von 61 Franken ist in Reichweite.

Trotz einem Kurssturz von 12,32% in dieser Woche sind die Werte des Peptide- Herstellers Bachem noch kein Kauf. Mit einer P/E-Ratio von 18,4 ist die Aktie sehr stolz bewertet. Dass das Management trotz dem erwarteten sinkenden Umsatz für 2010 keinen Personalabbau vollzieht, ist lobenswert. Doch das bringt die Aktie nicht weiter (erstmaliger Verkauf).

Zu einem Dividendenspitzenreiter avanciert ist die Banque Cantonale Vaudoise mit einer Rendite von 6,6%. Falls das ambitionierte Neugeldziel von jeweils 4 Milliarden pro Jahr erfüllt werden kann, sollte man diesen Westschweizer Dividendenbomber erwerben. Kursmässig erwarte ich hingegen keine grossen Luftsprünge, da die Aktie mit einem geschätzten P/E von 13,5 teurer als unsere beiden Grossbanken ist (Kauf für Dividendenjäger).

Als spannender Nebenwert entwickelt sich die in Flamatt beheimatete Comet Holding. Im Bereich REF Match-Boxes konnte der weltweite Marktanteil von 0% im Jahre 2008 auf über 50% im Jahre 2010 hochgeschraubt werden. Die massiven Investitionen im Forschungsbereich haben sich damit ausbezahlt. Die Gewinne des Unternehmens sollten in den nächsten zwei Jahren um rund 20% steigen (Kauf).

Richtig billig daher kommt der stark im Windenergiegeschäft verankerte Nebenwert Schweiter mit einem für 2011 geschätzten P/E von sehr tiefen 6,8. Die Teilbereiche Textile Machinery und Ismeca laufen mit voller Kapazitätsauslastung. Neue Angestellte auf Temporärbasis mussten angestellt werden, um den erhöhten Auftragsbestand abzubauen (Kauf).

Mit einer Bruttomarge, von der die Schweizer Grossbanken vorderhand nur träumen können, hat die VZ-Holding aufgewartet: 123 BP. Mit einem Neugeldzufluss von 20 Millionen Franken pro Berater im Jahr erreicht man Spitzenwerte in diesem Kundensegment (kaufen).

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.



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