Volltreffer aus Basel: +5,26% beträgt das Wochenplus bei der «National»-Versicherung. Die Börsenhaie haben erstmals eine Duftmarke bei der mittelkapitalisierten Versicherung gesetzt. Damit ist meine Rechnung vollends aufgegangen, als ich vor einiger Zeit die «Sonntag»-Leser auf die unterbewertete Perle aus Basel aufmerksam machte (verkaufen – die Bäume wachsen auch in Basel nicht in den Himmel).

Börsen-Bob Austria I: Normalerweise fahren uns die Österreicher nur im Winter bei den Skirennen um die Ohren, aber dieses Jahr erhalten wir eine regelrechte «Watschn» schon vorzeitig im Spätsommer: +122,4% seit Jahresanfang für Austriamicroystems. Damit ist der Lichtsensorproduzent für Apples iPhone und Samsung Galaxy die absolute Nr.1 an der Schweizer Börse (halten).

Aufgepasst bei spekulativen Instrumenten: Ein böses Erwachen erleben diejenigen Anleger, die seit dem 24.Januar 2012 auf das Long Leveraged Certificate (Valor: 1485710) der Julius Bär Bank gesetzt haben: –43,80% seit Ausgabe. Das stark gehebelte Instrument reflektiert die zehnjährigen Schweizer-Franken- Zinssätze. Enorme 10% beträgt laut Website vom 31.August2012 (http://derivatives.juliusbaer.com/html/detail/index.html?NSIN_CH=14385710) die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis, was wirklich nicht üblich ist und sein sollte. Bis zum Laufzeitende am 24.Januar 2022 (!) hat der Anleger noch die Chance, den Anfangsverlust wieder wettzumachen oder sogar mit Gewinn abzuschliessen. Da schwelgen meine Leser lieber in den damaligen «must buys» der Julius Bär Bank, die eine annualisierte Rendite von 32% hervorbrachten. (Hände weg, Totalverlust möglich am Laufzeitende.)

Das Eichhörnchen vom Mythenquai strampelt sich hoch: Die Swiss Life hat ein sattes Jahresplus von 31,2%. Doch nun taucht erstes Störfeuer auf. Sorgfältig gestreute Gerüchte lassen Vermutungen aufkommen, dass der Lebensversicherer nur eine schwarze Null im Jahr 2012 erzielt. Speziell der einstige Hoffnungsträger AWD, der in der Retrospektive viele Altlasten mitträgt, könnte für Verdruss sorgen. Verschreiben Sie weiterhin gedeckte Calloptionen auf sechsmonatiger Basis. Damit wird ein möglicher Kursverlust durch die einkassierten Prämien aufgefangen (Optionen schreiben).

Auf Höhenflug: Der Flughafen Zürich wird kurzfristig vom Lufthansa-Personalstreik überproportional profitieren. Die Fluggastzahlen werden in die Höhe schiessen (halten). Kleiner Gratistipp: Kaufen Sie Ihre Businessclass-Tickets nach Miami, Los Angeles und New York mit bis zu 70% Abschlag gegenüber dem Swiss-Preis auf dem Web in Deutschland ein. Die entsprechende Website heisst: www.vornesitzen.de. (Testbuchung: 5.bis12.Septemer2012. Ohne Gewähr.)

Balkan Express, neu ab dem Euroairport Basel: Skopje und auch Belgrad werden superkostengünstig ab dem Basler Flughafen durch die Preisbrecher-Airline WIZZ Air angeboten. Damit hat sich die hier vor einem Monat gemachte Aussage bestätigt, obwohl die Pläne des Easy-Jet-Pendants auf dem Fliegerforum (www.eapforum.ch) noch infrage gestellt wurden. Der Flug mit WiZZ ist momentan bis zu 70% billiger als eine entsprechende Busreise ab Zürich Sihlquai (ohne Gewähr).

Die schon länger andauernde Durststrecke dauert noch länger: Weiterhin ist abwarten angesagt bei der Orascom Development Holding, dem Erbauer des Andermatt Resorts. Obwohl die Erschliessungsarbeiten zügig voranschreiten, geht der Verkauf der Wohnungen nur schleppend voran. Samih Sawiris Durchhaltewillen und der entsprechende finanzielle Einsatz sind mehr als bemerkenswert. Trotzdem ist Eile mit Weile angesagt. Erster Hoffnungsschimmer: Die Belegungszahlen in seinen ägyptischen Ferienresorts sind auf Erholungskurs (abwarten, und dies nicht erst seit heute).

Richtig vorausgesagt: Der Baselbieter Biotechgigant Actelion geht in Minischritten nach oben. Mit einer gedeckten Calloption können Sie bei gleich bleibenden Notierungen Ihre Rendite signifikant erhöhen (never change a winning strategy).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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