> Der Betonmischer LafargeHolcim mit Sitz in Rapperswil-Jona SG verliert an der Börse weiter: –15,92%. Der 34 Milliarden Franken schwere Koloss kommt einfach nicht vom Fleck. Das sehr kompetitive Umfeld auf globaler Ebene drückt die Margen immer weiter nach unten. Hier sind die Aussichten mehr als eingeschränkt, obwohl das Management einen ausgezeichneten Job macht. (Abwarten auf bessere Zeiten)

> Als richtig erwies sich meine frühzeitige Verkaufsempfehlung für den Dübendorfer Softwarehersteller Myriad Group: Das Halbjahresergebnis 2015 gilt, lapidar gesagt, mehr als durchzogen. Das Verdikt ist als eindeutig: –31% innerhalb von drei Monaten. Auch ein Kauf auf diesem Niveau macht wirklich keinen Sinn: Der Nettoverlust von 4,8 Millionen US-Dollar spricht eine klare Sprache. Intensive Nachforschungen auch im technologischen Bereich haben mich in diesem Entschluss bekräftigt. Eine kleine Veränderung innerhalb des Gesamtgefüges kann zu einem raschen Meinungsumschwung führen. (Nicht für meine Leser)

> Der Börsenpoker in Sachen Glencore spitzt sich immer mehr zu: Die letzten Sonntag propagierte Idee von Credit Linked Notes auf den Zuger Rohstoffgiganten erhielt am Dienstag den Ritterschlag seitens der UBS. Wie Leser berichtet haben, bietet die grösste Schweizer Bank eine solche Struktur nun ihren Kunden an. Fünf Jahre Laufzeit und drei verschiedene Währungen zur Disposition. Wichtig bei der Aktie ist nun, dass der Titel nicht unter
120 Pence fällt. Sonst sind die Derivate-Wegelagerer zur Stelle, um das Papier zusätzlich nach unten zu drücken. In der Zwischenzeit analysiere ich den komplexen Glencore-Halbjahresbericht. Vorläufiges Fazit: Der Titel ist noch nicht zum Kauf bereit. (Abwarten)

> Weiterhin zu einem Discount von 15% zu ihrem Buchwert erhalten Sie die Berner Valiant Bank. Erwarten Sie nach einem fulminanten 2015 vorderhand keine weiteren grösseren Bocksprünge an der Börse, aber die Dividende von nahezu 3% lässt sich gerne auf Ihrem Depotauszug sehen. (Unterbewerte Bankaktie mit Lokalkolorit)
> Kein Aufbäumen gibt es für den Luxusgüterhersteller Richemont: –19,89% in diesem Jahr. Die Wirtschaftskrise in Asien fordert ihren Tribut. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Aber keine Sorge, wir nehmen den Titel auf unsere Watchlist: Der Schlussverkauf hat noch nicht richtig stattgefunden in diesem Papier, sodass wir dieses Börsenschmuckstück in unser Empfehlungsportfolio aufnehmen können. (Watchlist, aber nicht mehr)

> Last Exit Gerlafingen hiess es vor Jahren in Sachen von Roll: –42,6% beträgt die aktuelle Jahresbilanz 2015 und das Trauerspiel geht in die nächste Runde. Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 144 Millionen Franken ist der Titel eh zu klein, um eine Berichterstattung aufrechtzuerhalten.

> Wieder auf Erfolgskurs ist die deutsche Dialog Semiconductor. Hier muss Ihnen ein wichtiger Strategiepunkt nochmals in Erinnerung gerufen werden: der Verkauf von gedeckten Calls auf dreimonatiger Basis. Die Prämieneinnahmen werden separat abgelegt und dürfen nicht reinvestiert werden. Bisherige Jahresperformance ohne Optionseinnahmen: +47,13%. (Nur in Kombination mit gedeckten Call-Optionen)

> Immer noch perfekt unterwegs ist der dänische Schmuckhersteller Pandora: +51,44% seit dem 1. 1. 2015. Doch nun gehören die famosen Kurssteigerungen der Vergangenheit an. Hier muss ein Gang zurückgeschaltet werden. Und dies geht am vorzüglichsten mit einem gedeckten Call. Das beste Risiko-/Renditeprofil bietet der 700-DKK-Call auf den März-2016-Termin. Dadurch sollte man im Hinblick auf das Rekordjahr 2016 bestens positioniert sein. (Nur mit einem gedeckten Call)

> Last Exit zum wiederholten Mal heisst es in meinen Augen beim norwegischen Lachsproduzenten Marine Harvest: Die gigantische Erfolgsstory der letzten Jahre hat ernsthafte Kratzer erhalten. (Verkaufen, verkaufen!)

> Nach dem Kurssturz eröffnet sich erstmals eine Opportunität beim Reiseveranstalter Kuoni, aber hier müssen wir zu einem legalen Buebetrickli greifen: der Verkauf eines gedeckten Calls mit Ausübungspreis 160 Franken auf den März-2016-Termin. Eine Strategie ohne gedeckten Call wäre Harakiri. (Jetzt erstmals mit einem Buebetrickli)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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