Blattschuss in Sachen Precious Woods: –41,4% innert einer Woche. Damit summiert sich der Verlust beim südamerikanischen Holzproduzenten seit Jahresanfang auf über 70%. Vor über sechs Monaten warnte ich erstmals eindringlich vor dieser Aktie, und einzig von der «Basler Zeitung» erhielt ich publizistischen Sukkurs, weil ich trotz misslicher Aussichten die hohen Bezüge des Verwaltungsrates scharf kritisiert habe (Hände weg).

Freude herrscht in Zug: +38,38% seit dem 1. 1. 2012. Ich halte sehr viel vom Firmenchef der Bossard Holding, David Dean, der mit stoischer Präzision den Schraubenproduzenten seit über sieben Jahren leitet. Leider kommen jetzt die Profit Tackers – und diese werden mit starkem Gewinn die Aktie abstossen. Solange die Familie nicht aussteigen möchte, gibt es einen virtuellen Kursdeckel bei 140 Franken (sorry David Dean, you are too successfull, sell).

Rainer Marc Frey im Höhenflug: Der UBS-Verwaltungsrat brachte im richtigen Moment die Handelskette DSKH Holding mit seinen Mitstreitern an die Börse. Noch hat der Titel Zug nach oben, bevor das Wertpapier bei rund 60 Franken (Fr. 57.60) als überteuert gilt.

Metropolitaner Profit: Der Bauherr des neuen Skyline-Wohnturmes unweit des Fernsehstudios Leutschenbach ist an der Börse bereit zum Durchstarten. Trotz einem Plus von knapp 58% in diesem Jahr hat das Wertpapier noch Potenzial. Speziell bei diesen tiefen Bauzinsen kommt die Baukonjunktur nicht zum Erliegen (erstmaliger Kauf).

Keine Nullnummer wie der FC Basel: Der Saatguthersteller Syngenta ist weiter auf dem Vormarsch. Mein ambitiöses Kursziel von 350 Franken (Fr. 343.90) ist in Griffweitweite gerückt (Basel ist in der Champions League, nur nicht auf dem grüner Rasen).

Hexen-Sabbat drückt Oerlikon: Viermal im Jahr kommt es an den Terminbörsen zum so genannten dreifachen Hexensabbat, auch genannt grosser Verfallstag, an dem an den weltweit wichtigsten Börsen die Terminkontrakte verfallen. Da viele Spieler in Oerlikon-Optionen unterwegs sind, wird die Aktie normalerweise künstlich gedrückt, um die Roll-over-Kosten zu drücken – das heisst, man möchte den Aktienkurs möglichst tief halten, um neue Kauf-Optionen möglichst billig zu erhalten. Machen Sie es den Börsenhaien nach und verschreiben Sie gedeckte Calloptionen auf dreimonatiger Basis.

Gediegenes Neujahr in Hongkong: Für 2100 Franken fliegen Sie mit der Swiss Business Class ab Frankfurt in die ehemalige britische Kronkolonie. Vielleicht sollte der Schweizer Preisüberwacher Stefan Meierhans sich diesem Thema annehmen: Warum sollte der gleiche Flug rund 150% mehr kosten, nur weil man in Zürich zusteigt? (Testbuchung: 28. Dezember 2012–3. Januar 2013).

Durchziehen oder Abdampfen: Ich bin mir trotz des gigantischen Verkaufserfolges des neuen Apple iPhone V im pazifischen Raum nicht schlüssig, ob eine Gewinnmitnahme in Sachen Austriamicrosystems nicht ratsam wäre. Meine Idee: Verkaufen Sie die Hälfte Ihrer Position – und ein Zuwachs von 151% seit Silvester 2011 ist doch echte Spitzenklasse.

Der Börsen-Comet glüht: Die mittelkapitalisierte Comet aus den freiburgischen Flamatt steigt an der Börse im Trippelschritt. Mit einer Rendite von 46,76% ist alles paletti im Fahrplan (halten, Kursziel weiterhin 232 Franken).

Olsen Brigitte – Synonym für Top-Performance: +18,46% seit dem 1. 1. 2012 für den Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe B EUR (Valoren Nr: 3882718). Schon längere Zeit bin ich begeisterter Fan dieses innovativen Produktes, das mehrheitlich in eigentümergeführte Unternehmen investiert. In Top-Position ist der italienische Reifenhersteller Pirelli (halten, must buy für Nachzügler).

Weiterhin würde ich nicht in die Aktien der Muttergesellschaft Bank am Bellevue investieren. Dies ist die Antwort an die zahlreichen «Sonntag»-Leser, die mich zu diesem Thema angefragt haben.

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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