VON BORIS FELDMANN

Silber glänzt zurzeit wie schon lange nicht mehr. Das zeigt sich auch an einem Anlageprodukt der Zürcher Kantonalbank. Der noch relativ kleine ZKB-Silber-ETF (Valor: 004753355) ist durchgestartet. Fondsmanager Erich Beat Meier darf sich auf die Schultern klopfen – die Rendite seit Jahresanfang liegt bei über 30 Prozent. Silber steht seit kurzem auf den Empfehlungslisten verschiedenster grosser Investmentbanken. Für «Normalanleger» ist dennoch Vorsicht geboten (Kauf mit Absicherung nach unten).

Die Verluste der Nationalbank (SNB) auf ihren Währungsreserven steigen fast täglich an – und ein Ende ist nicht in Sicht: Inzwischen beträgt der Verlust seit Jahresanfang unvorstellbare 16,2 Milliarden Franken. Die Schadensbilanz wird durch den Verkauf des Tafelsilbers – sprich Schweizer-Franken-Anleihen und Gold – gemildert. Mister «Too important to fail» Philipp M. Hildebrand, Chef der SNB, kommt vonseiten der Geschäftsbanken zusehends unter Druck. Jedenfalls sind die «Gnomen» vom Paradeplatz gar nicht erfreut über die expansive Politik und die damit verbundenen Euro- und Dollarberge in den Nationalbank-Tresoren. Doch muss zur Ehrenrettung des ehemaligen Spitzenschwimmers Hildebrand festgehalten werden: Durch seinen heroischen Einsatz im Sturmwind der Bankenkrise hat er bei Orkanstärke 9 den Bankenplatz Schweiz auf Kurs gehalten.

Frohe Kunde für die Hauseigentümer. Sie dürfen sich weiterhin über tiefe (Hypo-)zinsen freuen. Denn die Nationalbank kann zurzeit die Zinsschraube nicht nach oben drehen, sonst würde der Schweizer Franken noch stärker – und die Währungsverluste der SNB könnten die Marke von 17,5 Milliarden Franken streifen.

Jahrelang schlossen Häuslebauer in Ungarn Hypokredite in Schweizer Franken ab – weil deren Zinsen so tief waren. Satte 20 Milliarden Franken betragen die Schweizer Fremdwährungskredite in Ungarn. Und laut meinen Quellen in Budapest befinden sich inzwischen schon 10% der Häuserbesitzer auf der Kippe, um ihre einst billigen Frankenkredite zu finanzieren. Die Zinsen sind zwar tief, weil der Franken jedoch so viel teurer geworden ist, zahlen die Ungarn jetzt dennoch enorm hohe Zinsen.
Als nächstes Land kommt Litauen an die Reihe, das ebenfalls voll auf die speziell attraktiven Frankenkredite gesetzt hat. Damit werden die österreichischen Banken, allen voran die Erste Bank, ihre liebe Mühe haben.

Gemäss dem Magazin «Gewinn» (Ausgabe 9/2010) «sollen wichtige Informationen bei Von Roll noch vor Jahresende kommen». Bis anhin konnte trotz wiederholten hoffnungsvollen Vorankündigungen in diesem Magazin kein roter Heller gewonnen werden (Hände weg).

Fast schon unschlagbar kommt der neuste Floater (Valor:11328623) aus dem Hause Vontobel, das mit sehr aggressiven Konditionen wieder Marktanteile zurückgewinnen möchte. Ein Coupon, der aus der Addition des 3-Monats-Schweizer-Franken-Libors und einem Aufschlag von starken 5,8% besteht. Das Kapital ist garantiert, sofern keine der Schweizer Topaktien ABB, Credit Suisse und Swisscom mehr als 60% über die nächsten 36 Monate verliert (must buy).

Weiterhin keine Kursfortschritte können bei OC Oerlikon vermeldet werden – trotz der Entwicklung einer neuen Generation von Solaranlagen (Hände weg).

Auf der Erfolgsspur ist der in Genf ansässige Gigant Vitoil, der vornehmlich im Erdölhandel tätig ist. Die Verhandlungen für einen 4-Milliarden-Franken- Kredit mit Banken sind in der letzten Phase. Laut Insidern hat Genf dieses Jahr erstmals London beim Erdölhandel übertrumpft. Im Speziellen wird russisches Öl über Genf verkauft.

Zum regelrechten Überflieger wird der für uns exotische Börsenmarkt Türkei, der mit einer Rendite von 15% seit Jahresanfang zu Buche schlägt. Insbesondere Turkiye Garantie ank wird in wachsendem Ausmass von internationalen Anlegern nachgefragt (spekulativer Kauf).

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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