VON BORIS FELDMANN

Nun muss Nationalbankchef Philipp Hildebrand auch auf seinem gigantischen US-Dollar-Milliardenportfolio einen happigen Verlust einstecken. Seit Jahresanfang hat die amerikanische Währung mehr als 2,86% verloren – und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Mein Kursziel von 0,9125 (aktuell: 0,9077), aufgestellt am 27. Februar 2011, ist voll aufgegangen.

Die Schadenbilanz auf den Dollars der Nationalbank hat nun die 10-Milliarden-Franken-Marke innert weniger als einem Jahr gesprengt. Die nächste Kursmarke, aber nur für aggressive Spieler: 0,8935. Wir verlieren alle, es reicht!

Mit einer grossflächigen Werbekampagne überzieht die UBS den Blätterwald und macht dem Privatanleger seine DOCU-Strategie (Double Currency Unit) schmackhaft, die eine potenziell höhere Verzinsung als traditionelle Geldmarktanlagen verspricht.

Doch aufgepasst: Die höhere Verzinsung ist nur dann möglich, wenn das zugrunde liegende Währungspaar nicht zu starke Kursschwankungen während der Laufzeit des Produktes aufweist und die Barrieren damit nicht gebrochen werden. Falls dieses Ereignis eintritt, wird der Investitionsbetrag in die schwächere der beiden Ausgangswährungen umgewandelt – und ein dickes Minus ziert Ihr Portfolio (no go für den risikoaversen Anleger).

Apropos UBS: Investmentbanking-Superstar Carsten Kengetner, der teuerste Angestellte von «You&US», spürt erstmals internen Gegenwind. Szenarien werden geschmiedet, rund 1000 Angestellte seiner teuer eingekauften Fixed-Income-Söldnertruppe an die frische Luft zu setzen. Die ostdeutsche Trägerrakete in Diensten der UBS, Ossi Grübel, sieht nun riesige Expansionsmöglichkeiten im asiatischen Anlagegeschäft und möchte der erstarkten Konkurrenz der Credit Suisse Paroli bieten (siehe auch Seite 20).

Mit einem Kursverlust von 28% über die letzten vier Wochen bestätigt der Westschweizer Technologiekonzern Kudelski meinen «no go»-Status. Die Aktie ist auch auf diesem reduzierten Kursniveau weiterhin überteuert und wird sich nicht aus dem Börsenjammertal lösen können. Zu viele Fragezeichen betreffen die zukünftige technologische Ausrichtung des Unternehmens (no go).

Der Börsenhörsturz der Sonova Holding – vormals Phonak – (minus 25% innert einer Woche) war überfällig. Die Bewertung befand sich in einer sehr luftigen Höhe und die Zukunftsaussichten waren infrage gestellt. Noch würde ich mit einem Engagement abwarten. Institutionelle Anleger sind weiterhin am Verkaufen und sorgen für den notwendigen Abwärtsdruck (abwarten).

Weiterhin negativ gestimmt bin ich beim mittelkapitalisierten Pharmawert Acino aus Basel. Viele Leser fühlen sich von der vermeintlich günstigen Bewertung angezogen. Trotz einem Kursverlust von mehr als 50% innert Jahresfrist sehe ich hier keine Chance auf einen raschen Börsengewinn. Insbesondere die Firmenstrategie überzeugt mich nicht (no go).

Trotz Kurstiefststand und einem Verlust von 28% seit Jahresbeginn würde ich weiterhin nicht bei Orascom Development Holding einsteigen. Vor allem die politische Unsicherheit im Nahen Osten sorgen für eine scharfe Bewertungskorrektur, die noch nicht abgeschlossen ist (no go).

Die Dividendenkürzung von 50 Rappen bei der Baselbieter Bachem wurde im Speziellen von Fondsmanagern und institutionellen Anlegern nicht gerne gesehen. Und damit wird der Titel bei erstbester Gelegenheit verkauft. Bei Fr.46.25 (aktuell: Fr.50.25) tauchen dann erste zaghafte Käufer auf (abwarten).

Verabschieden können Sie sich von der VZ Holding: Ein Neugeldzuwachs von 20 Millionen Franken pro Jahr ist mehr als ambitioniert. Und mit dem verstärkten Fokus verschiedenster Banken auf die einheimische Kundschaft wird der Kampf künftig um einiges härter geführt. Noch bis vor kurzem war eine bedingungslose Auslandexpansion das Mass aller Dinge (erstmaliger Verkauf).

Haben Sie fragen an den Geldberater?

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!