VON BORIS FELDMANN

Die Euphorie in Sachen UBS ist langsam, aber sicher verflogen und wir würden unseren Lesern empfehlen, die unter 10 Franken erworbenen Aktienpositionen – sofern noch vorhanden – mit einem Callverkauf auf den Dezembertermin 2009 zu verschreiben. Obwohl Ossi Grübel nach aussen einen Topjob macht, wird der Kampf um Privatkunden immer härter.

Einer der erfolgreichsten Privatvermögensverwalter im Kanton Zürich hat einen grossen Teil seiner Kundschaft in die Gefilde von Meister Hummler verfrachtet. Eine Audienz beim grossen Meister zwischen einem Fernsehinterview war das «Antrittsgeschenk».

Es handelt sich nur noch um Tage, bis der berühmteste Schweizer Derivategeneral Simon Biner aus seinem Ruhestand wieder an die Schalthebel der Finanzmärkte zurückkehrt. Zwar nicht bei einer Bank, das wäre wohl schwierig.

Doch der Zermatter Hotelkönig im Nebenamt wird aus dem Rohstoffparadies Zug heraus einen Hedge Fund auflegen, der sowohl auf steigende als auch auf fallende Aktienkurse spekuliert. Darüber hinaus wird er Volatilitätststrategien einsetzen, die für den zusätzlichen Kick sorgen werden.

Zur Erinnerung: Simon B. war der Drahtzieher auf dem Derivateparkett für das Powerduo Pecik/Stumpf aus Wien, das zur Übernahme auf Oerlikon und Sulzer mittels Optionenkonstruktionen ansetzte und zusammen mit Victor Vekselberg das Schweizer Wirtschaftsestablishment ins Wanken brachte.

Die Researchabteilung der UBS setzte zum zweiten Mal zum Sturm auf Petroplus an und gibt ein nettes Kursziel von Fr. 12.50 vor. Beim ersten Mal haben sich unsere Leser eine goldene Nase verdient. Auch in diesem Fall sind wir heiss, die Gegenposition einzunehmen, und verkaufen wieder einen gedeckten Call beim Ausübungspreis von Fr. 22.– auf den Dezembertermin im Jahre 2009.

Die Valoren von Nobel Biocare sind nun endgültig im Würgegriff der Optionenheinis. Einziger Wermutstropfen dieser Strategie ist die täglich sinkende Volatilität, welche die Prämieneinnahmen der Optionsschreiber vermindert. Klug sind die «Sonntag»-Leser, die nur zu Höchstständen im März dieses Jahres dieser Strategie gefolgt sind und umgesetzt haben.

Nach den Lobeshymnen von letzter Woche auf die Derivateabteilung der Julius Bär müssen wir diesmal für eine Neuemission die «Sonntags-Rute» herausnehmen. Der Single reverse convertible auf Sika mit einer superengen Barriere bei 78% und einem schmalbrüstigen Coupon von 10,1% aufs Jahr reicht nur für die saure Zitrone. Sorry.

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