Positiv gestimmt: Nicht nur die Olma-Bratwurst überzeugt, sondern auch die in St. Gallen anwesende Helvetia-Versicherung. Der Titel wird wie der einheimische Spitzenklub FC St. Gallen keinen Sturmlauf an die Tabellenspitze des Swiss Stock Exchange vollziehen, aber ein grundsolides Resultat im kommenden Jahr abliefern (halten).

> Starker Schlussspurt auf Jahresende: +4,8% stieg meine heiss geliebte Joghurtproduzentin Emmi im letzten Monat an. Obwohl das aggressive Kursziel von 238 Franken noch nicht erreicht wurde, können Sie sorgenlos verkaufen (aktueller Stand: 235.70 Franken). Eine Treffertoleranz von 1% werden Sie mir wohl nicht verübeln. (Verkaufen)

> Der Hahnenkampf ist mir zuwider: +6,2% für die Bank Vontobel. Die stärkste Privatbankaktie der Schweiz im Jahr 2012 hat den Kurszenit fürs Erste erreicht. Der Kampf vor dem Schiedsgericht zwischen dem analytisch hochbegabten Vontobel-Chef Zeno Staub und dem Bündner Bankenzampano Pierin Vincenz wird im Jahr 2013 viel Schaffenskraft binden, mögliche Indiskretionen aus dem Verhandlungsmarathon werden die Zuversicht sicherlich nicht steigern (verkaufen).

> Toll ist die Performance-Therme aus Bad Ragaz: +41% beträgt das Jahresergebnis für Inficon. Das Aktionariat ist stark fragmentiert und eine Interessensgruppe vereinigt mehr als 30% des Aktienkapitals. Damit wird auch im kommenden Jahr eine Ausschüttung von mehr als 7% für die Anteilseigner im Bereich des Möglichen sein (halten).

> Nach unten gedrückt: Der österreichische Überflieger an der Schweizer Börse, Austriamicrosystems, wird strategisch auf tiefem Preisniveau festgenagelt. Hier sind absolute Profis am Werk, die den Titel mit allen Schikanen im Griff haben, wie es den Anschein macht (Hände weg).

> Die Oerlikoner Festspiele Ausgabe 2012: +108,8% für meinen Börsenfavoriten 2012. Der entschlackte Konzern OC Oerlikon hat eine Doppelsechs hingelegt, wie man früher absolute Spitzenleistungen am Gymnasium bewertete. Das höchste Gefühl für die Kursrakete bleibt 10.90 Franken laut meinen quantitativen Modellen (wenig Platz nach oben).

> Der Urner Börsentorero Daetwyler hat den Stier bei den Hörnern gepackt: +55,3% für meinen Favoriten aus dem Sektor der mittelkapitalisierten Titel. Nicht ganz erreicht wurde zwar mein aggressives Kursziel, aber mit diesem Gewinn kann sich kaum jemand beklagen (halten).

> Stark nachgefragt aus Deutschland: Die Valoren des Zürcher Flughafens werden von unseren nördlichen Nachbarn wie wild eingekauft. Speziell die stark ansteigenden Umsatzzahlen aus dem Shoppingcenter sorgen für tolle Gewinnmargen. Nun gibt es gemäss meinem Berechnungstool eine neue Finanzgleichung: 2,5% mehr Passagiere sorgen für fast 10% Gewinnzuwachs auf der Ertragsrechnung. Im internationalen Branchenvergleich beträgt der Bewertungsabschlag 8,2% (kurzfristiger Kauf).

> Obwohl das Sentiment sich in der geschriebenen Presse verbessert hat, vergessen Sie die Basler Straumann: Das Wertpapier ist fundamental überbewertet. Die mittelfristigen Aussichten überzeugen nicht und die nächsten Quartalszahlen sollen nicht der Hammer sein (ohne uns).

> Luft draussen bei Valiant: Sorry, liebe Fans der Berner Regionalbank, die Rabattmarken auf den Börsenkurs werden fleissig verteilt. Die Aktie ist auch mit diesem Ausverkaufspreis zu hoch bewertet. Die neue Bankspitze macht einen guten Eindruck, aber dies wird den Kurs nicht nach oben treiben (nicht kaufen).

> Abzuwarten gilt es auch bei Julius Bär: Die Personaltriage ist noch nicht abgeschlossen. Hier können Sie sich in den Winterschlaf begeben, das Wertpapier wird bis zur vollständigen Integration des ehemaligen Privatbanking von Merrill Lynch/Banc of America keine grossen Sprünge nach oben vollziehen.

> In eigner Sache: Meine Mailbox erreichte einen neuen Rekordstand an Leseranfragen: vierstellig! Danke für die aufmunternden Worte!

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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