Lukrative Bohrung

Illustration: Bischof

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Der Erdölförderer Seadrill verwöhnt die Anleger mit einer hohen Dividendenrendite. Ab Basel fliegt die Swiss viel günstiger. – Credit Suisse bietet attraktives Struktur-Produkt an. – Bei der UBS läufts rund.

Hallo Norwegen, hallo Performance: Im norwegischen Tiefseebohrer Seadrill haben wir einen mehr als würdigen Nachfolger für den Lachskönig Marine Harvest gefunden. Die Kursrakete hat nun seit Jahresbeginn mehr als 40% zugelegt. Hervorragend ist die Dividendenpolitik: 50% des Gesamtgewinnes werden als Dividenden ausgeschüttet. Auf aktuellem Kursniveau gehe ich von rund 9,6% Dividendenrendite per 2014 aus. Unter den Grossaktionären befindet sich ein Norweger, der in der Forbes-500-Liste figuriert. Eigentlich selbstsprechend! (Halten und geniessen)

> Das «Bankenbarometer 2013» zeigt ein deutliches Wachstum der betreuten Gelder in der Schweiz um +5,7% für das erste Halbjahr. Doch trotzdem ist dies keine Erfolgsmeldung: Der SMI stieg im gleichen Zeitraum um 14,1%, der deutsche Leitindex DAX verbesserte sich um 28,2% und der US-Index Dow Jones steigerte sich um vergleichsweise mickrige 7,2%. Bei einer durchschnittlichen Verteilung von 50% in Aktien und Obligationen sind die Indizien klar: Ein zweistelliger Milliardenbetrag ist aus der Schweiz weggeflossen.

> Langsam sollte sich Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ernsthaft Gedanken machen, wie sie dem Volk klarmachen möchte, dass ein Teil des Kredits an den IWF, den sie mit aller Kraft im Parlament durchgeboxt hat, als Nonvaleur abbuchen muss. Ich erkläre es Ihnen: Griechenland allein wird im Jahr 2014 zusätzliche 24 Milliarden Franken benötigen. Die Umsetzung des Doppelbesteuerungsabkommens mit Griechenland wird immer weiter verzögert. Erster möglicher Umsetzungstermin: 2016. Eine grössere Genfer Privatbank hat rund 65 Leute nur für griechischstämmige Leute abgestellt. Einst hat die Nationalbank von rund 2 Milliarden Anlagegeldern von Griechen in der Schweiz gesprochen. Aus Fairness gegenüber uns Schweizern: Doppelbesteuerungsabkommen bis Ende 2014 umsetzen, aber bitte keine weiteren Gelder an den IWF, denn dies wird sonst ein Fass ohne Boden. Oder andersherum gesagt: Fall Carlos auf internationaler Ebene – nur mit ganz anderen Beträgen.

> Aufgepasst, liebe Leser: Die Fluggesellschaft Swiss, zeigt erste Nachfrageschwächen. Still und heimlich wurden auf einigen Topdestinationen in der Holzklasse (Economy) die Preise um bis zu 20% gesenkt. Herausstechend ist New York: unter 700 Franken! Absoluter Geheimtyp ist Brüssel ab dem Euroairport – mit ein bisschen Glück für unter 90 Franken mit Taxen. Sehr geehrter Preisüberwacher Stefan Meierhans, bevor Sie die Swiss der hohen Flugpreise ab Zürich bezichtigen: Ein Ausflug in die Pampa nach Basel zeigt das Gegenteil. Aber in Basel tritt die Swiss gegen die Easyjet an. In Zürich kostet der gleiche Flug fast das Achtfache.

> Eigentlich haben wir noch nicht Weihnachten am 8. September 2013, wenn Sie diese Zeitung lesen. Ich spreche vom umwerfenden «Struki» Valoren-Nr. 21930217 der Credit Suisse, das am 12. September 2013 an den Start rollt. Warum bin ich so begeistert? Nun, den 3,5%-Jahres-Coupon erhalten Sie eigentlich nicht umsonst, denn es ist eine kleine, wichtige Nebensache in diesem Herbstgeschenk eingepackt: Der Kapitalerhalt über 4 Jahre ist nur dann garantiert, wenn keiner der wichtigen Indexe – Swiss Market Index, Eurostoxx 50 und der S&P 500 – weniger als 54,99% verliert. Auch wenn die Laufzeit von vier Jahren meiner normalen Strategie von kurz laufenden Produkten zuwiderläuft, schätze ich das Risiko eines Barrierenbruchs als eher gering ein. Seien wir uns bewusst: Die fast dreifache Rendite gegenüber normalen Obligationenprodukten erkaufen Sie sich mit einem kleinen Kapitalverlustrisiko, das nicht zu unterschätzen ist. Als Idee hervorragend, trotzdem nicht 100% sturmfest im Sinne der vollkommenen Transparenz.

> Alex S. Friedmann, Chief Investment Officer, ist der Heilsbringer für das Investmentbanking der UBS: Seit die Aktienquote fast bis unters Dach erhöht wurde, läuft es in Opfikon richtig rund. Bis diese Quote im gesamten UBS-Konzern voll umgesetzt ist, werden noch Wochen vergehen. Der Selbstläufer ohne Risiko wird die Einnahmen auf der Aktienseite zum Explodieren bringen. Wird die Aktienquote früh genug reduziert, läuft die Kommissionsmaschine wieder auf Hochtouren. Eine absolute Win-Win-Situation für You&US – eigentlich fast zu bestechend, um wahr zu sein. (Halten)

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.

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