> Am 30. Oktober 2016 hiess es an dieser Stelle: «Skrupellos agierten die Besserwisser» beim Computerzubehör-Hersteller in Sachen Logitech (Börsensymbol: LOGN VX), und einmal mehr wiederholt sich die Geschichte ein Quartal danach. Während in den einschlägigen Finanzmarktforen eher von einem schwachen Weihnachtsgeschäft die Rede war, lachte ich schief: Knapp drei Wochen vor der Ergebnisbekanntgabe wurden speziell in Amerika gewagte Optionenkombinationen auf massiv steigende Kurse erstanden – und zwar im ganz grossen Stil. Kurz danach schwappte die Kaufwelle über den Atlantik, und das gleiche Spiel wiederholte sich in der Schweiz mit maximalen Investitionen. In der Zwischenzeit verhielt ich mich gegenüber meinen Lesern ruhig, um sie nicht unnötig nervös zu machen, da die Empfehlung von 30. Oktober 2016 weiterhin ihre Gültigkeit hatte: «Logitech ist top.» Und die Besserwisser dürfen sich einmal mehr in fast vollkommener Sicherheit wiegen: Wie erklärt es sich sonst, dass die Einsätze und Volumen noch gewagter und grösser waren als vor drei Monaten? Geschätzte Leser: Ab nächster Woche dürfen Sie Ihre Logitech-Aktien aus dem goldenen Käfig lassen: +22,36% innerhalb von drei Monaten dürfen sich sehen lassen. (Abstossen mit grossem Gewinn)

> Sorry, meine Leser: «The final Countdown» in Sachen Actelion (Börsensymbol: ATLN VX) verpasste ich um eine Woche, weil Actelion-Chef Jean-Paul Clozel noch wie ein Löwe für den Forschungsstandort Allschwil gekämpft hatte. Alle waren dann am Donnerstagmorgen aus dem Häuschen, als das verbesserte Angebot aus den USA eintraf. Nebst Aktien hat meine Profileserschaft noch als Turbo mit gehebelten Warrants (bis zu +112% Rendite) agiert. Mit einem Zuwachs von 21,85% innerhalb von vier Wochen war das Resultat ausgezeichnet. Noch herziger war ein Schweizer A-Promi, der mir folgende E-Mail schrieb: «Guten Morgen, Herr Bloch, was sollen wir mit unseren Actelion machen? Abwarten, auf 280 zum Verkauf aufgeben oder sofort verkaufen? Einmal mehr herzlichen Dank für Ihren guten Rat!» Sein Einstandspreis liegt notabene weit unter 150 Franken, und er glaubte unerschütterlich an meine Actelion-Story. Jetzt lautet mein Ratschlag: Time to say goodbye. (Verkaufen mit schönem Gewinn)

> In absehbarer Zukunft kommt es zur Vierteilung beim zürcherischen Technologiegiganten ABB (Börsensymbol: ABBN VX). Trotz eines Zuwachses von 43,57% innerhalb von zwölf Monaten sollten Sie nochmals zusätzliche Positionen erwerben. Auch hier agieren vermeintliche Besserwisser mit skrupelloser Unverfrorenheit und riskieren Kopf und Kragen, um an dieser Börsenparty mitzumachen. Die Vorgehensweise erinnert mich stark an die spekulativen Transaktionen im Vorfeld des Zusammengehens des schweizerischen Zementherstellers Holcim mit der französischen Lafarge-Gruppe. Hier wurden Warrants (Hebelscheine) im Vorfeld des glücklichen Ereignisses an deutschen Börsen erworben. Und die Besserwisser gingen dabei sehr schlau vor: Sie erstanden nämlich die Produkte eines ganz spezifischen Emittenten, der transatlantische Bedeutung hat und unter der Kategorie «too big to attack» läuft. Dieses Investmenthaus hat sogar eine massiv grössere Schlagkraft als unsere Grossbank UBS – und das bedeutet wohl einiges. (Strong buy ABB zum wiederholten Mal)

> Der Tesla-Zulieferer Bossard Holding (Börsensymbol: BOSN SW) steigt lautlos nach oben, wie ich dies vor längerer Zeit hier beschrieben habe. Meine Damen und Herren, +77,98% lautet die Jahresbilanz, und die wirklich allerletzten Platzkarten beim 1,3-Milliarden-Franken-Wert werden händeringend verteilt. Speziell aus Deutschland treffen gezielte Kaufaufträge ein: Noch liegt die Unterbewertung des Papieres gemäss meinen Modellen bei 11%. (Nachkaufen unter allen Marktumständen)

> Auf den Spuren des verschmähten FC-Basel-Torjägers Shkelzen Gashi befindet sich der Baselbieter Kioskbetreiber Valora (Börsensymbol: VALN SW): Jetzt wird mithilfe des famosen Brezelkönig-Konzepts zum Sprung über den grossen Teich nach Amerika angesetzt. Wenn die Valora im gleichen Stil wie Gashi auf dem grünen Rasen einschlägt, wird sich der FC-Basel-Präsident Bernard Heusler, seines Zeichens Valora-Verwaltungsrat, nochmals berechtigterweise auf die Schulter klopfen dürfen: Seine VR-Kollegen haben mit ihm einen Glanzstart im 2017 hingelegt: +15,04%. Und über 12 Monate erreicht die Gewinnquote satte 72,22% bei reinvestierter Dividende. (Heusler: ein VR-Topscorer schlechthin)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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