Verkaufen Sie MAN-AHL-Trend- Fonds, Bank Bellevue und Publigroup. – Orascom ist weiterhin ein no go.
Die in Neuhausen am Rheinfall ansässige Lifewatch ex Card Guard wird zum Börsenreinfall par excellence. Das innovative Unternehmen im Bereich von Überwachungsleistungen für chronisch kranke Patienten war vor zehn Jahren an der Schweizer Börse der heimliche Superstar. Heute hat das Unternehmen nicht einmal mehr eine Marktkapitalisierung von 100 Millionen Franken, Tendenz weiterhin sinkend. Die letzten Quartalszahlen haben mich nicht überzeugt, traurig fand ich, wie die Aktie in Börsenforen vor den Quartalszahlen hochgeschrieben wurde (Hände weg).

Nationalbankchef Philipp Hildebrand tut einem schon richtig leid: Seine Euroberge schmelzen dahin wie der Schnee auf unseren Gletschern. Ohne die Zinseinnahmen aus den Obligationenanlagen würde sein Währungsverlust noch um einige Milliarden höher sein. Ein Ende des Schreckensszenarios ist nicht in Sicht. Griechenland macht keine grossen Anzeichen, sich dem Verdikt des Internationalen Währungsfonds zu unterziehen– vielmehr wird die Geldzapfsäule noch mehr in Anspruch genommen.

Wie sagte doch «Weltwoche»-Chef Roger Köppel in seiner donnerstäglichen Radio-1-Kolumne: «Eine wirkliche Debatte über das 16-Milliarden-Franken-Paket für den IWF hat in der Schweiz nicht stattgefunden.» Werden Sie Trittbrettfahrer bei den Londoner Hedge Funds: Eine neue milliardenschwere Attacke steht kurz bevor – Kursziel: 1.2280 (Euro/CHF). Solange der gewerkschaftlich organisierte Athener Untergrundfahrer mehr verdient als ein Basler Trämliführer, ist von Reformwillen nichts zu spüren.

Nicht im Strumpf ist der Krösus unter den Hedge Funds: der MAN-AHL-Trend- Fonds: –7,39% im Jahre 2011. Das in der Schweiz stark verkaufte Produkt kommt mit den aktuellen Turbulenzen an den Weltmärkten nicht zurande (verkaufen).

Mit voller Wucht hat es bei der Bank Bellevue eingeschlagen: –12,26% innert Wochenfrist, und die Talfahrt ist noch nicht zu Ende. Wie ich aus gut informierten Quellen erfahre, hängt ein sehr grosser Verkaufsauftrag in der Luft, der das Mehrfache des durchschnittlichen Tagesvolumens ausmacht. Trotz Kursrückgang von 28,02% seit dem 1. Januar 2011 ist der mittelkapitalisierte Wert fundamental überteuert (weiterhin: Verkauf).

Trotz einem Börsenabsturz von 9,03% in dieser Woche sollte der Schweizer Flugzeug-Bordverpflegungsgigant Gategourmet nicht auf reduziertem Niveau eingekauft werden. Leser, die unseren Last Call zum Verkauf verpasst haben, sitzen nun auf dem Trockenen. Goldhändchen Rainer Marc Frey und reaktionsschnelle «Sonntag»-Leser haben einen perfekten Absprung geschafft, der sogar unseren Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann zu Begeisterungsstürmen hinreissen würde (kaufen: unter 36 Franken).

Die Börse hat sich unserem Verdikt angeschlossen: –6,04% für Meyer Burger. Die Übernahme der deutschen Firma Roth&Rau wird zu einem kostspieligen Abenteuer. Warten Sie ab mit dem Einstieg. Der in meinen Augen sehr teure Kauf bedarf eingehender Restrukturierungsmassnahmen, die auf den ersten Blick nicht erkennbar waren (kaufen: unter 36 Franken).

Stand by ist weiterhin bei Orascom angesagt: –5,45%. Nur mit grossen Preisnachlässen lassen sich die Kunden dazu bewegen, nach Ägypten in die Ferien zu gehen und damit für die gute Auslastung in den Ferienresorts des Sawiris-Imperiums zu sorgen. Für das Geschäftsjahr 2011 sehe ich sinkende Gewinne. Die aktuell optisch billige Aktie können Sie weiterhin aus der Ferne beobachten (no go).

Aussteigen können Sie bei Publigroup: +4,97% in einer schwachen Börsenwoche und seit der Empfehlung über 10% innert Monatsfrist ist allerhand. Die interessante Bewertung der Werbevermarkterin hat viele Fonds angelockt, die ob der hohen Dividendenrendite von einst über 5% in Verzückung geraten sind (verkaufen).

Freude herrscht wieder in Zug: Unser Favorit Bossard für den Börsenchampion 2011 hat wieder den 1. Platz im Performanceranking zurückerobert – mit einem Zuwachs von 52,08% seit dem 1.Januar 2011. Die Aktie stellt mit einem Gewinnverhältnis von unter 10 ein Schnäppchen der Sonderklasse dar und Firmenchef David Dean steuert auf ein neues Rekordjahr zu (halten).

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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