Der Schweizer Reisegigant Kuoni wurde zum Jahresende nochmals auf die Börsenrutsch-Party geschickt:–12,34% in den letzten vier Wochen. Hoffnung ist nicht in Sicht. Nun plant der neue Radio-Basel-Besitzer Karlheinz Kögel eine gigantische Web-Plattform, die bis zu 100 Millionen Pauschalangebote im Echtzeitformat vergleicht. Eines ist klar: Die Margen werden nochmals fallen (Hände weg).

Die Basler Kantonalbank wird das Börsenjahr 2011 mit einer negativen Anlageperformance abschliessen. Abnehmende Margen im Zinsdifferenzgeschäft und erhöhte Eigenkapitalvorschriften im Hypothekengeschäft sorgen erstmals für flaue Stimmung beim Börsenüberflieger der letzten zwanzig Jahre (verkaufen).

Nun hat der südamerikanische Holzproduzent Precious Woods die wichtige Marke von 10 Franken nach unten durchbrochen: –55,84% seit dem 1. 1. 2011. Die Kosten laufen weiterhin aus dem Ruder, die Gewinnschwelle ist in weite Ferne gerückt (Hände weg).

Schon längere Zeit habe ich mich kritisch über den Lausanner Hedge-Funds-Anbieter Gottex geäussert: Die ausbleibende Börsenparty sorgt für stark sinkende Einnahmen wegen ausbleibender Gewinnbeteiligungen (Hände weg).

Mehr als überrascht bin ich vom starken Schlussspurt der Basler Acino, die mit innovativen Lösungen im pharmazeutischen Bereich auf sich aufmerksam macht. Der mittelkapitalisierte Wert kommt mit einem sportlichen Kurs-/Gewinnverhältnis von 26 daher. Die selektiv agierenden Anleger aus dem Ausland kaufen sich bei jeder Gelegenheit neue Positionen hinzu. Eine Erhöhung des Gewinns pro Aktie von über 150% fürs Jahr 2012 wird vorausgesagt. Die gezielten Käufe sprechen für sich!

Abwarten ist beim Branchenprimus UBS angesagt. Nächste Wegmarke ist der 7. Februar 2012 anlässlich der Bekanntgabe des Jahresergebnisses 2011. In der Zwischenzeit beginnen, die Abbaumassnahmen zu greifen. In einzelnen Abteilungen beträgt die Reduktion bis zu 10%. Das Investmentbanking wird noch mit Samthandschuhen angefasst, doch der Druck der Aufsichtsbehörden wird zunehmen. Die UBS ist historisch gesehen ein Riesenschnäppchen, doch zuerst müssen Dutzende von Milliarden für Anlageprodukte abgebaut werden. Diese Operation wird kosten. Als goldene Börsenregel gilt weiterhin: UBS unter 10 Franken ist immer ein Kauf wert.

Wohnungsspekulanten im aufstrebenden Züri-West aufgepasst: Die in den Augen von Fachleuten teuren Wohnungen in den obersten Etagen verkaufen sich nicht mehr wie warmi Weggli. Denn nun fordern die Banken erstmals 30% Eigenkapital und mehr – und die supertiefen Hypozinsen des Sommers 2012 bewegen sich schrittweise nach oben.

Aufgepasst auf den ungarischen Forint: Hier wird es nochmals zu grossen Verlusten kommen. Das Land ist wirtschaftlich sehr stark angeschlagen. Ich bin weiterhin sehr negativ auf diese Währung eingestellt, weil der Reformwille stark zu wünschen übrig lässt. Hauptsache, der IWF zahlt!

Hart ins Gericht geht die UBS-Investmentbank mit Wachstumsmarkt Indien: Nachdem der Markt rund 38 % in Schweizer Franken im abgelaufenen Jahr verloren hat, wird nochmals ein Rückgang von 20% erwartet (abwarten und Tee trinken).

Das IWF-Projekt «Jede Milliarde zählt» in Bern wird in der Frühjahrssession 2012 viel zu reden geben. Die maximale Lösung von 10 Milliarden Franken scheint vom Tisch. Schon heute herrscht das «Schweigen der Lämmer», wenn man nachfragt, wie viel der 16,2 Milliarden Franken des IWF-Kredites vom Frühling 2011 schon «technisch» abgeschrieben sind. Ein Volksreferendum wäre angebracht.

In eigener Sache: Ich möchte mich an dieser Stelle für die vielen motivierenden E-Mails der «Sonntag»-Leserschaft bedanken. Mit mehr als 1000 Zuschriften ist die unabhängige und wertneutrale Beratung offensichtlich gefragter denn je!

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein E-Mail an:
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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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