Wie von einer Tarantel gestochen steigt die Aktie des Chemieunternehmens ES Dottikon an: 10,22% innert vier Wochen – und das, obwohl es keine relevante Nachricht gibt, die diesen Kursanstieg rechtfertigen könnte. Wahrscheinlich hat der brillante Sohn des Alt-Bundesrats, Dr. Markus Blocher, den Turnaround geschafft. Erstes Indiz ist eine AWP-Meldung von Ende letzten Jahres, wonach das Unternehmen nach über einem Jahr beinahe zum Stillstand gekommener Marktnachfrage wieder eine Zunahme der Anzahl Kundennachfragen erfahre. (Nischenplayer mit starkem Management und grossem Turnaround-Potenzial – Nachteil: marktenger Titel – Anlagehorizont: mittelfristig)

Unter einem sehr guten Börsenstern hat das Jahr im Hause Victor Vekselberg begonnen: Sowohl OC Oerlikon (+36,52%) und Sulzer (+25%) zeigen sich von der besten Seite. Mein Favorit unter den zwei Rennpferden ist nun Sulzer: Werden die sehr guten Kontakte von Vekselberg in den Kreml richtig umgesetzt, winken der Winterthurer Sulzer ganz neue Umsatzdimensionen. (Fundamental sind beide Unternehmen trotz Kursanstieg unterbewertet – Management gibt realistische Umsatzziele an, welche machbar und nachvollziehbar sind – Ostfantasie in Sachen Sulzer sollte Kurse mittelfristig nach oben bringen – Kursziel 138 Franken)

In Topform befindet sich der LGT Bond Fund Global (WKN: 964 794): Jahresrendite von 9,2% über die letzten fünf Jahre. Einziger Malus: Nur 133 Millionen Euro sind in diesem Renditebomber aus dem Ländle vereinigt. Der führende Bewertungsdienst in der Investmentbranche Morningstar verleiht folgerichtig die Höchstnote: 5 Sterne. (Kauf für konservativen Anleger mit Investmenthorizont drei Jahre)

Hello Brady Dougan! Frei nach Jimmy Cliff oder Roger Schawinski zeigt sich bei der CS: «You can get it, if you really want». Der CS EF (Lux) Global Brands legte über drei Jahre eine sagenhafte Rendite von 164,32% hin. Die zukünftige Performance des CS-Produktes hängt im Wesentlichen davon ab, ob das weiterhin phänomenale Umsatzwachstum (Red.- Schätzung des «Sonntags»: +23% in Asien im Jahre 2012) im Luxusgüterbereich – sprich Uhren, Autos und Handtaschen – aufrechterhalten werden kann. (Kauf für aggressivere Anleger – Managementgebühr pro Jahr: 2,15% – Ausgabeaufschlag bis zu 5%. Persönliche Einschätzung: Kosten am oberen Rand, aber Hammer-Performance)

Nach einer mehr als einjährigen Dürrephase können nun unsere Leser frohlocken: Micronas Seminconductors ist wie der Basler Shooting Star Valentin Stocker am letzten Mittwoch gegen die Bayern durchgestartet: +49,76% seit dem 1.Januar 2012. Weiterhin locken die hohen Cashbestände, welche im Unternehmenswert nicht voll berücksichtigt sind. (Nischenplayer mit starker Ausrichtung im Automobilsektor – Halten bis zum Kursniveau von Fr. 11.20)

Die Österreicher-Aktie Austriamicrosystems hat diese Woche 4,15% zugelegt. Damit ist unser einstiges utopisches Kursziel von 51 Franken in Reichweite gerückt. Mit den steigenden Umsatzsatzzahlen von Apple und Samsung ist der Damm wirklich nun gebrochen und das neue Apple Tablet sollte für neue Fantasien sorgen. (Nischenplayer mit umwerfenden Produkten – Weiterhin fundamental unterbewertet gegenüber amerikanischer Branchenkonkurrenz – Halten bis auf 51 Franken)

Leider überzeugt Kudelski weiterhin nicht an der Börse: –60% über ein Jahr. Eigentlich schade um das innovative Unternehmen aus der Westschweiz. Fällt die Aktie unter 7 Franken, könnte ich mir vorstellen, dass so genannte «Heuschrecken»-Fonds, welche feindliche Übernahmen planen, die Firma stärker unter die Lupe nehmen. (Weiterhin nicht eine Kaufempfehlung – Nur geeignet für spekulative Investoren)

Kürzlich habe ich eine Leserfrage in Sachen Bellevue Group wie folgt beantwortet: «Verkaufen Sie, ein Zuwachs von über 30% seit Jahresanfang ist sehr viel.» (Das Kurspotenzial ist mehr als ausgereizt. – Der Titel weist eine kleine Marktkapitalisierung aus)

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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