Zu einem Trauerspiel verkommt die Lancierung des Reiseportals Bravofly Rumbo aus Chiasso an der Schweizer Börse: –45,83%, und ein Ende der Talfahrt ist nicht absehbar. Ich sage es nochmals, die Aktie ist weiterhin zu teuer. In diesem Zusammenhang bin ich auf die Rubrik «Market Stabilization Trades» vom 15. April 2014 bis 15. Mai 2014 gestossen: Am 5. Mai 2014 wurden 41,4% aller Börsentransaktionen allein durch die Firma Bravofly Rumbo selbst ausgelöst.

Alles legal, aber der «dicke Hund» (Anspielung auf Filme des deutschen Komikerduos Stefan & Erkan) ist nach Ablauf dieser Frist begraben: Mit Ende dieser Phase, am 15. Mai 2014, als die Aktie bei Fr. 46.80 stand, ging es danach richtig flott nach unten. Interessant ist auch die Rolle der UBS (Emissionsbank), die in diesem Zeitraum eine Kleinstmenge von 680 Aktien (Filing Date: 30. April 2014) für den UBS Index Solution ETF gekauft hat. Verlust: –43,35% (aktueller Kurs: 26 Franken). Obwohl der UBS-Analyst seine Prognose für Umsatzsteigerungen auf +28,3% (2014), +17,2% (2015) und +17,6% (2016) reduziert hat, sind diese in meinen Augen viel zu optimistisch.

Und eines sollte uns allen klar sein: Eine Ebitda-Marge von 18,3%, vorausgesagt fürs Jahr 2016, ist unter den aktuellen Marktverhältnissen reinste Utopie. Wenn ich bei einer Testbuchung am 11. Juli 2014, Zürich–New York (18. Juli 2014/25. Juli 2014) , eine Bravofly-«Remise» (Gutschein) von 28 Euro erhalte, dann können Sie sich vorstellen, wie hoch die Marge auf diesem Produkt sein wird – gegen null oder unter null. Denn mit den Meta-Search-Maschinen springt ein Kunde wegen einer minimalen Preisdifferenz von einem Webportal zum anderen. Unter diesem Aspekt: Kundenbindung gleich null. Eines ist für mich klar: Kursziel nach unten, fast so sicher wie das Amen in der Kirche. (Nächstes Preisziel nach unten: 20 Franken – Verkaufsempfehlung)

> Meine geschätzten Damen und Herren, Ihre Sorge in Sachen Bossard Holding war wieder einmal unbegründet. Die Quartalszahlen von diesem Freitag waren sensationell. Natürlich sind die Zeiten der fulminanten Bocksprünge der Aktie endgültig vorbei, doch mit einer Gesamtperformance von +43,81% in den letzten zwölf Monaten sollte auch Ihre Rechnung aufgehen. (Halten)

> Wie ein Kugelblitz durchbrach die Aktie der Ems-Chemie die Marke von 350 Franken und steht auf einem neuen Rekord von 370 Franken. «Zu teuer», hiess es im Blätterwald. Schauen Sie sich einfach nur die Ebidta-Zahlen an, dann wissen Sie, wo der Bartli den Most holt. Sie wissen es, ich bin ein langjähriger Fan von Magdalena Martullo-Blocher, und auch mediale Schmutzkampagnen gegen die Ems-Chefin bringen mich nicht vom Weg ab. Meine Schätzung: Marktkapitalisierung Ende 2015 bei 10 Milliarden Franken. (Halten)

> Der Kurs des Pflästerli-Herstellers IVF Hartmann steigt und steigt. Mit einer Marktkapitalisierung von 292 Millionen Franken ist der Titel ein Leichtgewicht an der Börse und die Handelbarkeit stark eingeschränkt. Dieser Titel ist eine Aktie zum Weglegen, Trading ist auf diesem Titel nicht angebracht. Einfach eine bestens aufgestellte Firma und mit einem Zuwachs von +20,91% seit dem 1. 1. 2014. So stimmt es auch für Ihr Kässeli. (Halten)

> Einsteigen und nochmals Platz nehmen bei Cosmo Pharmaceuticals. Obwohl der Tradingstopp bei 155 Franken ausgelöst wurde, müssen Sie wieder zukaufen. Am 22. Juni 2014 hiess es hier, Cosmo Pharmaceuticals habe Eisen im Feuer, und es vergingen seither nicht einmal drei Wochen! Mit +118,03% seit dem 1. 1. 2014 ist der italienische Börsenhengst ein Titel mit einer Marktkapitalisierung von 1 Milliarde Franken oder höher die Nr. 1 in seinem Sektor. Kursziel Cosmo Pharmaceuticals: 212 Franken. Oder wie schrieb ich weiter: «Die journalistischen Schützenpanzer werden nun im verstärkten Mass gegen meine Topempfehlung, den italienischen Börsenhengst Cosmo Pharmaceuticals, auffahren.» (Neues Kursziel: 212 Franken)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.

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