Nun muss auch der hervorragend geführte Technologiegigant ABB unter der Börsensituation leiden: –20% seit Jahresbeginn. Ein absoluter Topkandidat, wenn die Konjunkturampeln wieder auf Grün schalten.

Auf einem Jahrestiefstkurs befindet sich der Spezialchemiehersteller Clariant. Der Befreiungsschlag in neue Umsatzdimensionen mit dem im Nachhinein als teuer empfundenen Aufkauf der deutschen Süd-Chemie wird zu einem Schlag ins Wasser. CEO Hariolf Kottmann hatte bislang eine erfolgreiche Neupositionierung des Unternehmens vollzogen, doch diese Transaktion ist im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld eine Schuhnummer zu gross (weiterhin verkaufen).

Verkaufen Sie weiterhin den Euro: Die unnachgiebige Haltung der griechischen Regierung, schmerzhafte Einschnitte im Staatsbudget vorzunehmen, wird der europäischen Einheitswährung einen Keulenschlag versetzen. Das ist das Resultat einer aktuellen Rendite von 46,50% auf zweijährigen griechischen Staatsanleihen.

Zum Schmunzeln regt die Debatte zwischen den Befürwortern und den Gegnern der arg gebeutelten Lifewatch mit Sitz in Steinhausen am Rheinfall auf dem Internetportal www.cash.ch an. Der Kursverlust von 69,92% seit Jahresbeginn gibt mir recht: Weiterhin verkaufen.

Noch länger abwarten ist beim Stellenvermittlungsgiganten Adecco angesagt: Trotz eines sehr verlockenden Kurs-Gewinn-Verhältnisses von knapp unter 11 wird die sich anbahnende weltweite Rezession der Nachfrage nach den Personaldienstleistungen einen argen Dämpfer versetzen (weiterhin verkaufen).

Verlockend günstig sind die Aktien
der Zürich Versicherung, doch aufgepasst! Branchenkonkurrent Basler Versicherung und die abnormal billige Swiss Life sind noch günstiger bewertet. Ich würde an Ihrer Stelle abwarten, denn falls Frankreich seinen AAA-Status verliert, werden die stolz bewerteten Bonds in den Portfolios der Versicherungen eine nette Bewertungskorrektur erfahren (abwarten).

Angst und Bange wird es mir, wenn ich gewisse Bankaktien genauer betrachte: Die so genannte Leverage Ratio marschiert zügig in Richtung Marke 40.
«Als Leverage Ratio bezeichnet man den Verschuldungsgrad eines Unternehmens. Dazu setzt man das bilanzielle Fremdkapital ins Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital» (aus Finanz-Lexikon.de).

Interessant ist die in Zug ansässige Firma Nord Stream AG, die sich laut gut informierten Quellen im 50%-Besitz der russischen Gazprom befindet. Firmenzweck ist der Betrieb der strategisch wichtigen Ostseepipeline. Noch spannender ist die Aktiengesellschaft South Stream AG. Hier geht es um die Planung einer Pipeline durch das Schwarze Meer in Richtung Europa. Unerwartet nimmt Zug auf einmal eine wichtige Rolle in der transkontinentalen Energieversorgung ein.

Dick anstreichen müssen Sie sich in Ihrem Kalender den 20. September 2011. Dann findet der nächste Showdown in Amerika statt. Wieder werden die Nerven der Finanzakteure zum Zerreissen gespannt sein. Verkaufen Sie weiterhin den US-Dollar. US-Präsident Barack Obama muss zu viele Eingeständnisse machen, damit seine Wahlchancen für eine zweite Präsidentschaftsrunde intakt bleiben. Eine nachhaltige Reduzierung des Budgetdefizites gehört fraglos dazu.

Weiterhin nichts zu holen gibt es beim Dentalhersteller Straumann: Nunhat auch die US-Bank Goldman Sachs den Börsenzahn beim Basler Unternehmen gezogen – für meine Leser keine Überraschung. Die Aktie ist weiterhin überteuert (verkaufen).

Zuwarten können sie auch bei meinem ehemaligen Aktienliebling aus Taiwan, HTC. Obwohl das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2012 auf 8.81 gefallen ist, würde ich ein Engagement noch nicht wagen. Erster Kaufkurs ist unter 700 TWD (aktuell: 742 TWD).

In eigener Sache: Sehr geehrte Frau N. Z., der im Oktober 2010 empfohlene Reverse Convertible hat die Barriere noch nicht durchbrochen. Damit sind Sie voll auf Kurs, nebst dem Kapitalerhalt eine Zinszahlung von 11% zu realisieren.

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