VON BORIS FELDMANN

Jedem sein iPhone – warum nicht auch jedem seine iPhone-Aktie? Obwohl die Valoren von Apple in den letzten zwölf Monaten schon über 195 Prozent nach oben gesprungen sind, gibt es eine relativ nette Spekulation, welche man eingehen kann, um nicht voll dem Aktienrisiko ausgesetzt zu sein.

Man kauft sich die Aktien von Apple und verkauft gleichzeitig eine Call-Option auf ein Jahr mit Ausübungspreis von 180 Dollar. Der Leser erhält 50 Dollar in seine Tasche. Bis zum einem Kurs von 161 Dollar entsteht kein Verlust, erst danach beginnt man zu verlieren. Falls sich der Aktienkurs nach einem Jahr bei höher als 180 Dollar befindet (aktuell: 211 Dollar), schaut eine nette Rendite von 11 Prozent heraus.

Die Basler Softwareschmiede Day Software Holding vollbrachte das Kunststück, eine Jahresrendite von sage und schreibe 440 Prozent hinzulegen. Mit dem konsequenten Ausbau von Vertrieb und Marketing wurden enorme Marktanteilsgewinne erzielt. Das neue Jahr wird nicht mehr so ein stürmisches Wachstum aufweisen, trotzdem wird sich das Unternehmen nicht auf den Lorbeeren ausruhen und weiter schwergewichtig Jagd auf Kunden in Amerika machen (Nebenwertsegment; keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung).

Nicht vom Fleck kommen die Aktien der UBS: Hier drückt die Steueramnestie in Italien auf das Kursgemüt. Für uns mit mehr Fragezeichen behaftet ist die letzte Lohnoffensive der UBS in den USA. Die Bank verspricht wechselwilligen Privatbankern bis zu 280 Prozent der letztjährigen Kommissionseinnahmen beim vorherigen Arbeitgeber.

Sie ist allerdings aus der Erfahrung schlauer geworden: Ein Teil dieser Summe muss der Bank wieder zurückerstattet werden, falls man der UBS vorzeitig den Rücken zudreht. Dem Beobachter stellt sich die Frage, wie mit solch offerierten Gehaltskomponenten im US-Onshore-Privatbanking Geld verdient werden kann.

Hohe Ziele hat der Ex-UBSler Hans Ulrich Meister im Dienste der Üetliboys: Die Credit Suisse wird mit erhöhter Schlagkraft im Schweizer Kundengeschäft agieren. Trotz allem bleibt der Abstand zum Schweizer Branchenprimus UBS enorm. Auch die Postfinance geht aggressiv zu Werke: Kunden werden nun auch zu Hause aufgescheucht, und eine nationale flächendeckende Reklameaktion ist im Anrollen. Unser Fazit: Der Kunde wird im 2010 noch besser bedient und umworben.

Zum aktuellen «Performancemonster» entwickelt sich der von uns favorisierte MC Russian Market Fund (LU 0208183011, B Share), der auf Jahresbasis satte 150 Prozent hinzugewann. Der russische Börsenbär wird auch im Jahr 2010 Kasatschok tanzen, und mittels Polka bewegen wir uns zu unserer Bank, um auch einen Kaufauftrag auszufüllen.

Nach dem Optionenverfall im Dezember, als die Kursmauer bei 32 Franken geschleift wurde, war der Weg frei nach oben für Nobel Biocare. Obwohl sich die Optionsprämien für den Dentalimplantatehersteller massiv zurückgebildet haben, würden wir auf den Scala-Effekt setzen und nochmals an der Party teilhaben.

Wir kaufen die Aktien und schreiben auf Sechsmonatsbasis Call-Optionen mit Ausübungspreis 34 Franken (gedeckter Verkauf). Gerade in Asien, wo sich der gewiefte Tourist eine kostengünstige Teilsanierung seines Gebisses machen lässt, wird nicht mit dem Namen des Zahnarztes geworben, sondern mit dem Signet von Nobel Biocare.

Begeistert von meinem Autonavigationsgerät, einem «Tom Tom», stürzte ich mich auf der Suche nach einem heissen Zertifikat auf die Aktie des Herstellers und wurde an der Stuttgarter Börse fündig. Ein Bonuszertifikat mit sechsmonatiger Laufzeit.

Falls die Aktie bis im Juni 2010 nicht mehr als 31 Prozent verliert, ist eine Rendite von 21,95 Prozent und annualisiert sogar von 47,13 Prozent gewiss. Das Börsengefährt hat folgende Koordinaten ISIN: DE000AA16BQ5. Aufgepasst: Falls in den nächsten 180 Tagen die Kursbarriere gebrochen wird, ist der tolle Bonus weg und ein Verlust fällt an.

Mit einer netten Kombination eröffnet die Vontobel-Gruppe das Jahr: Ein Trio (Valor: 1087 0131) mit ABB, CS und Syngenta wird ins Börsenrennen geschickt: ein Coupon von 15,25 Prozent, und mit einem guten Schluck Neujahrsschampus verkraften wir auch die Barriere von 65 Prozent, da wir nicht davon ausgehen, dass trotz allfälliger Kursrückgänge die Barriere bei diesen Firmen gebrochen wird (Kauf für sportliche Anleger).

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