Forbo tanzt auf dem Börsenparkett. – Ems-Chemieprofitiert von Asien. – Sauberer Absprung bei Valora.
VON BORIS FELDMANN

In der Schlacht zu Marignano vom 13. und 14. September 1515 musste die damalige Eidgenossenschaft ihre Grossmachtträume auf dem militärischen Parkett endgültig begraben. 495 Jahre später kämpft die Schweizer Nationalbank um den Verbleib in der Champions League der Notenbanken. Dabei ist es schon ausgemachte Sache, dass der Schweizer Quotenplatz im Exekutivrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) mehr als nur auf der Kippe steht.

Die Stimmungsmache für die Aufstockung des schweizerischen Anteils am neuerlichen IWF-Rettungspaket auf astronomisch hohe 16,5 Milliarden Franken ist die teuerste Entwicklungshilfe, die das Schweizer Parlament handstreichartig bewilligen würde. Diese Summe ist massiv höher, als die SP-Genossen und -Genossinnen für ihre parlamentarische Zustimmung für die Krediterhöhung gefordert haben.

Einen starken Jahresendspurt hat der hell leuchtende Börsenstern Sulzer im Schweizer Beteiligungsportfolio des russischen Milliardärs Victor Vekselberg hingelegt. Seit dem Jahresbeginn stieg die Winterthurer Industrieperle um 80,13% an und die 150-Franken-Marke (aktuell: Fr. 142.40) wird spätestens am 7. Januar 2011 anlässlich des russisch-orthodoxen Weihnachtsfestes erreicht (halten).

Die Bodenleger von Forbo (aktuell: 595 Franken) heben auf dem Kursparkett im wahrsten Sinne des Wortes ab und brillieren mit einer Wochenrendite von 4,75%. Trotz einer bisherigen Jahresrendite von 77,72% wird im kommenden Jahr 2011 die Kursrakete in Richtung 650 Franken gezündet. Die phänomenal tiefen Bewertungskennzahlen rufen nun auch ausländische Investoren auf den Plan (halten).

Knapp unter meinem Kursziel von 138 Franken verharrt die Swiss Life. Trotz eines Bewertungsabschlags von 46% auf den aktuellen Börsenkurs verabschieden sich die Börsen-Trittbrettfahrer und laben sich am Kursgewinn von 15,08% über die letzten vier Wochen (verkaufen).

Der erfolgreichste Bankchef der Generation der unter 40-Jährigen, Boris Collardi, hat dank einem Zwischenspurt im Dezember die Jahresrendite der Bär-Aktien auf 22,21% hochgejagt. Nun gilt es die Ernte einzufahren – insbesondere Goldman Sachs versucht, mit einem verstärkten Marktauftritt im Private Banking seine Abhängigkeit vom volatilen Investmentbanking zu reduzieren (verkaufen).

Begeistert bin ich von Bucher Industries, die mit ihren innovativen Produkten neue ausländische Kundschaft vornehmlich aus dem asiatischen Raum gewinnen wird. Die Aktie wird im Frühjahr die 200-Franken-Marke sprengen. Die Kursbewertung ist trotz eines Kurswachstums von 58,31% im Jahr 2010 ein fundamentaler Leckerbissen (halten).

Auf Jahreshöchst befinden sich die Aktien des innovativen Kioskbetreibers Valora. Trotz des Medienhypes über die Neuausrichtung des Angebotes sollte nun die starke Steigerung in den letzten vier Wochen von +9,09% genutzt werden, um den sauberen Absprung zu wagen (verkaufen).

Aufpassen müssen Sie auf deutsche Bankaktien. Anleihen von 250 Milliarden Franken der Finanzrisikostaaten Griechenland, Irland und Portugal liegen auf den Büchern der germanischen Finanzhäuser. Mithilfe unserer allfälligen Milliardenspende an den IWF werden die Bewertungen dieser hochriskanten Anleihen künstlich gestützt. Ansonsten würde ein Blutbad durch die deutsche Bankenwelt gehen. Und Josef Ackermann könnte nicht mehr als Finanz-Superstar durch die Welt jetten (Hände weg von deutschen Bankaktien).

Dass man auch mit Titeln aus der zweiten Börsenreihe satt Geld verdienen kann, beweist ganz klar die Ems-Chemie. Das bestens aufgestellte Unternehmen aus Domat/Ems wird von der anziehenden Binnenkonjunktur in Asien extrem profitieren. Ab Februar 2011 wird das Auftragsvolumen nochmals zusätzlich gesteigert (halten).

Mit einem kraftvollen Sprung über die ambitiöse Marke von 5 Franken schloss die Myriad-Gruppe ein kursmässig sehr erfolgreiches Jahr ab. Obwohl die Aussichten mehr als intakt sind, würde ich die Titel abstossen. Ein netter Börsenzuschuss für das imaginäre Januarloch ist nicht zu verargen (erstmaliger Verkauf).

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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