Schon wieder klopft die internationale Gemeinschaft in Bern an. Unter dem Motto «Jede Milliarde zählt» wird bei der kommenden IWF-Kapitalaufstockung ein Batzen von bis zu 10 Milliarden gefordert. Die Schweiz ist schon jetzt mit ihrem 100 Milliarden Franken schweren Bestand an Euroanlagen einsame Weltklasse, wenn man den Anteil auf die Bevölkerungsanzahl umrechnet. Parlamentarier: Ein kräftiges Nein ist in der Frühjahrssession gefordert, wenn es um die neuen IWF-Quoten geht.

Ist der Kursverlauf des vornehmlich im Luxuswohnbereich tätigen Peach Property ein erstes Anzeichen der Immobilienblase? –62,58% seit Jahresan-fang! Eines ist klar: Bei Liegenschaftspreisen von 17 000 Franken pro Quadratmeter und höher gibt es seit kurzem bei vielen Banken keine Finanzierung mehr bis aufs Dach hinauf. Die neue strategische Neuausrichtung auf Mietwohnungen in Deutschland kommt für das Unternehmen zu spät. Unsere wiederholte Empfehlung: Hände weg.

Der Börsensinkflug des Baselbieter Unternehmens Bachem geht in die nächste Runde: –3,65% in dieser Woche allein. Nun werden die Aktionäre immer ungeduldiger, und auch eine nette Dividende aus den Kapitalreserven kann nicht über die schlechte Performance hinwegtrösten: –39,12% seit Jahresanfang (weiterhin verkaufen).

UBS-Chef Sergio Ermotti beginnt die bis vor kurzem heftig galoppierenden Rennpferde des Investmentbankings ernsthaft zurückzubinden. Unglücklicherweise kommt der milliardenschwere Abbau von risikobehafteten Positionen zum falschen Zeitpunkt. Die Preise dieser Instrumente bewegen sich Schritt für Schritt nach unten. Das geschieht nicht ohne schmerzhafte Kosten. «Innenpolitisch» stösst der Tessiner UBS-Chef hingegen auf immer breitere Zustimmung.

Der Zusammenschluss der Bank Leumi Le Israel (Schweiz) und der eigentümergeführten Bank Safdié wird zu einem Personalabbau von 30% der Angestellten führen. Der neu formierte Koloss wird Kundengelder von rund 8,5 Milliarden Franken vereinigen mit einer Angestelltenzahl von knapp 180 Personen, wie topinformierte Quellen zu berichten wissen.

Erstmals werden die Primadonnen, sprich Anlageberater, bei den verschiedensten Banken einer verschärften Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen. Im Zeichen der konsequenten Umsetzung der Weissgeldstrategie sind die Margen mittlerweile weit unter die wichtige Marke von 1% pro Jahr gefallen.

Der Kurszugewinn von 12,75% im arg gebeutelten Kleiderkonzern Charles Vögele hängt einzig und allein mit der Migros zusammen, die ihre Beteiligung nochmals erhöht hat. Bis jetzt steht dieses Engagement unter einem schlechten finanziellen Stern (Hände weg).

Glücklich können sich diejenigen Leser schätzen, die beim arg gebeutelten Bodenleger Forbo bei unter 400 Franken zugegriffen haben: +18,74% in dieser Woche trösten über die lange andauernde Kursflaute hinweg (verkaufen).

Nun setzt unser Dividendenbomber aus der Westschweiz, die Banque Cantonal Vaudoise, zu einem netten Zwischenspurt aufs Jahresende an: –1,03% beträgt der Kursverlust seit dem 1. 1. 2011, und mit der Dividende von über 6% wird eine tolle Jahresbilanz hingelegt in einem sehr schweren Börsenumfeld.

In absoluter Topform befindet sich der Kakaohersteller Barry Callebaut: Die wichtige Marke von 900 Franken konnte erstmals erreicht werden. Mit einem Kursplus von fast 20% innert zwölf Monaten beweisen solche Aktien, die keine sexy Story versprechen, dass ihre Qualitäten als Fels in der Börsenbrandung stehen (Kursziel: 950 Franken).

Ein verfrühtes Ostergeschenk erhalten meine Leser, die bis zum 2. Januar 2012 bei der Lufthansa ihre Flüge für die Zeitperiode vom 31. März 2012 bis 15. April 2012 buchen. Los Angeles und San Francisco lassen sich für knapp 2000 Euro in der Business Class ab Frankfurt buchen (Testbuchung 10. 2. 2012–17. 2. 2012, Normalpreis 4024 Euro).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein
E-Mail an:
geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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