Auch in dieser Woche durchbricht der italienische Börsenhengst Cosmo Pharmaceuticals sämtliche Begrenzungen an der SWX: +2,8%, während der Liebling der Analysten aus dem gleichen Sektor mit einer negativen Wochenbilanz zu Buche steht. In Sachen Cosmo Pharmaceuticals erwarte ich gegen Ende Sommerferien nochmals erquickende Nachrichten. Bei einem aktuellen Jahresplus von 73,25% ist mein Kursplansoll mehr als erfüllt. (Halten)

> Nun ist auch mein optimistisches Preisziel von über 180 Franken bei den fixen Jungs der Leonteq Securities erreicht: +236,78% innerhalb der letzten zwölf Monate. Das erweckt nun erst recht die Rachegefühle der einschlägigen Konkurrenz. Stehe ich zu meinen Kursprognosen, gilt es jetzt erstmals, eine Verkaufsempfehlung mit einem Ausrufezeichen zu versehen. Unterschreitet die Aktie die Marke von 172 Franken (aktuell: Fr. 185.10) sollten Sie verkaufen. (Verkaufsempfehlung mit Ausrufezeichen)

> Im Sauseschritt steigt mein mittelkapitalisierter Liebling Feintool an der Börse: +37,14% seit dem 1. 1. 2014. Aber aufgepasst – nur mit sehr engen Preisfestsetzungen darf hier zugekauft werden. Und wie gesagt, 2015 wird das grosse Jahr, wo die Post auf der Gewinnseite richtig abgehen wird. (Halten)

> Peter Spuhler, Ex-SVP-Nationalrat, reitet wieder auf der Erfolgswelle mit seinen Eisenbahnzügen. Nun kann er sich eigentlich bequem in seine neu konzipierten Schlafwaggons für die aserbaidschanischen Staatsbahnen betten, seine Beteiligung an Rieter verspricht einen entspannenden Schlaf für seine Investoren, sprich Gefolgsleute: +41,32% innerhalb von zwölf Monaten, und bald setzt eine Beschleunigung an der Börse ein, wie wir es bei seinen Nahverkehrszügen der Marke Flirt schon gewohnt sind. (Halten)

> Nun können Sie Ihre Gewinne beim Edelstahlkocher Schmolz & Bickenbach ins Trockene bringen. Der Kurssprung der letzten Wochen war zu fulminant, obwohl die Zukunftsaussichten mehr als glänzend sind. Das Management macht einen hervorragenden Job. Kursziel ist Kursziel, und daran müssen wir uns «ghaue und gschtoche» halten. (Verkaufen)

> Neuerdings treffen Leserfragen sogar per SMS ein. Gerne antworte auch ich auf diesem Kanal. Es handelt sich um die Kursaussichten der Bank Vontobel. Leider ist auch diese Bank dem neuen Paradigma der schweizerischen Vermögensverwaltungswelt ausgesetzt – hohe Löhne und immer tiefere Margen auf den verwalteten Assets. In der fortschreitenden Industrialisierung werden die Leistungen der Asset-Manager immer vergleichbarer und schliesslich austauschbar. Aus dieser Optik würde ich daher Aktien der Bank Vontobel nicht kaufen.

> Next stop Brüssel-Zavantem nach den Sommerferien für Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Nicht dass Sie meinen, dass am Flughafen der belgischen Hauptstadt der neue Amtssitz der Chefin des Eidgenössischen Justiz- und Finanzdepartements liege: Hier wird sie in einer möglichen Pendelmission anzutreffen sein, um die Strafsteuern für schweizerische Finanzinstitute, die im Devisenskandal involviert sind, herabzumildern. Einst war sie laut gut informierten US-Gerüchtequellen in der Causa UBS höchst erfolgreich unterwegs. Sie konnte ihren Charme bei Eric Holder gewinnbringend einsetzen. Sonst hätte die UBS mehr als 1 Milliarde US-Dollar Strafsteuern hinlegen müssen. Am Schluss waren es nur 780 Millionen, wie Kolporteure zu berichten wissen. Und noch ein Spezialratschlag für unsere Magistratin, wenn sie nach Brüssel fliegt: Ab dem Basler Euro-Airport fliegt es sich um bis zu 80% billiger als ab Zürich.

> Abzotteln können Sie nun bei der Basler Dentalgruppe Straumann: +19,18% seit dem 1. 1. 2014, und das Preisziel von 200 Franken ist erreicht. CEO Marco Gadola hat seit seinem Amtsantritt vor über einem Jahr mehr als das Maximum aus dem Unternehmen herausgeholt. Speziell sympathisch finde ich, dass die Verkaufsmannschaft dicke Boni erhalten hat und nicht nur die Spitze der Pyramide, sprich Geschäftsleitung. (Verkaufen, Kursziel erreicht)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.

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