Plus 101,8% in einem Jahr: Noch Fragen zur Performance bei OC Oerlikon? Wie geht es nun weiter in der Erfolgssaga des Michael Bucher? Nach dem Verkauf des Textilgeschäfts befindet sich der entschlackte Konzern in einer Transformationsphase. Geben Sie mir eine Woche Zeit, meine Bewertungsmodelle muss ich der neuen Situation anpassen. Schon träumen hingegen die ausländischen Spieler von der Kursmarke von 11 Franken. Wer hätte dies ausser den «Sonntag»-Lesern gedacht? (Kursziel von 10 Franken erreicht.)

Nüchterner geht es bei den Banken zu und her. Jetzt muss sogar die Zürcher Kantonalbank sparen – wenn auch sozial verträglich: Erstmals seit langem werden bei der ZKB frei werdende Stellen im Informatiksektor nicht mehr ersetzt. Brisant sind die Planspiele auf oberster Führungsetage: Das gesamte Filialnetz wird einer ernsthaften Prüfung unterzogen. Dabei könnten erstmals kleinere Aussenstellen geschlossen werden, Stichtag ist gemäss gut informierten Quellen Anfang Herbst 2013.

Schneller als ursprünglich gedacht schreitet der Stellenabbau bei der UBS voran. Sogar bei der heiligen Kuh, dem Wealth Management, kam es Anfang Dezember 2012 zu einer ersten Kündigungswelle. Zu reden gibt die Situation auf höchster Ebene bei der UBS: Die Probleme, die durch das Geschäftsgebaren einzelner Mitarbeiter der UBS Deutschland verursacht wurden, könnten Auswirkungen bis auf die oberste Führungsetage haben. Was wusste Jürg Zeltner, seines Zeichens CEO des UBS Wealth Managements, über die Vorgänge, oder was wusste er nicht, als er in Deutschland CEO zwischen 2005 und 2007 war? Von der UBS-Aktie bin ich mehr als überzeugt, das erste Etappenziel von 15 Franken wurde diese Woche erreicht (halten).

Fast 500 Millionen Franken schwer, trotzdem wohnhaft in Zürich Wollishofen: Der 38¾-jährige ehemalige Glencore-Startrader Steve Blumgart hat sein frisch renoviertes Haus in Wollishofen an der Rainstrasse bezogen. Sympathisch, dass der begnadete Banker aus Südafrika seine Wohnzelte nicht in einer steuergünstigeren Seegemeinde aufgeschlagen hat, sondern seinen Obolus fast zum Höchststeuersatz in Zürich entrichtet. Auch die Handwerkszunft profitierte vom Trading-Genie: Das Haus wurde innen und aussen mehr als prachtvoll renoviert. Allein die Dividendeneinnahmen aus seinen Glencore-Aktien können jährlich bis zu 10 Millionen Franken betragen.

Nicht zu stoppen: +36,1% seit Jahresanfang, und die Basler Börsensaat hört nicht auf zu wachsen. Im Gegensatz zur berühmten Basler Titanwurz kam es im November 2012 bei Syngenta nicht zu einem Kollaps, sondern strammen Schrittes wurden neue Höchststände erreicht (halten).

Wanderpokal Valiant: Wer hat noch nicht und will noch mehr – unter diesem Motto stellt sich die arg geprügelte Berner Regionalbank ins Börsenschaufenster. Dabei stellt sich die Frage: Weshalb diese Eile? Es wird zu einem grösseren personellen Aderlass kommen – ausser ein ausländisches Institut greift zu. Ob die Führungsspitze nochmals den Jackpot leert, wird sich weisen. Letztes Mal bei der Ausübung der Option konnte sie fast 10 Millionen Franken abräumen. Politisch und auch moralisch wird sich dies künftig jedoch weit schwerer bewerkstelligen lassen (Spiel ohne Grenzen – nicht für meine Leser).

Nicht zu bremsen: Der Luxusgüterhersteller Richemont kann nicht einmal mehr mit dem magischen Lasso von Lucky Luke eingefangen werden, seit die Gigantobank HSBC für seine schwerreichen Anlagekunden mit schweizerischer Präzision die Aktien einsammelt. +13% auf Monatsbasis, und der Anlagebedarf aus dem pazifischen Raum ist immer noch nicht gedeckt (halten).

Bad Ragazer Börsentherme auf Wohlfühltemperatur: +37,9% für Inficon seit dem 1. 1. 2012. Jetzt gilt es innezuhalten – der Titel wird nicht mehr stark ansteigen und eine Dividendenrendite um die 7% ist nicht von schlechten Eltern (halten, ohne Hoffnung auf grössere Zuwächse auf absehbare Zeit).

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