> Zackig nach oben geht es mit dem US-Wert Momenta Pharmaceuticals (Börsen-symbol: MNTA US): +86,21% allein seit Jahresbeginn. Ich gehe immer mehr davon aus, dass die Firma genau ins Beuteschema der Basler Pharmafirma Novartis passt. Bei einer Marktkapitalisierung von 1,45 Milliarden US-Dollar sollte der mögliche Kauf des Unternehmens aus der Portokasse der Basler finanziert werden können. Verdächtig sind in diesem Zusammenhang die Aussagen des Verwaltungsratspräsidenten Jörg Reinhardt im deutschen «Handelsblatt». Stocken Sie Ihre Positionen auf: Die US-Anlagegiganten Blackrock und T Rowe Price haben überraschend grosse Positionen aufgebaut. (Zukaufen)

> Nachdem ich die Baselbieter SMI-Aktie Actelion als billigsten Biotechwert Europas bezeichnet habe, gab es viele Fragezeichen. Aber postwendend kam das Kompliment aus England: Der 45-Milliarden-Koloss Shire Pharmaceuticals hat in Allschwil ein Kaufangebot von 160 Franken pro Aktie eingereicht. Jetzt gilt es, die Jahresperformance (12 Monate) von +49,64% zu verteidigen: Sichern Sie sich ab und verkaufen Sie einen gedeckten Call mit Ausübungspreis 140 Franken auf den September-2015-Termin. Maximale Rendite auf 98 Tage: 7,28%. (Angsthasenstrategie lohnt sich)

> Aus der Schweiz bin ich es gewohnt, dass mit enormen Mitteln gegen meine Kaufempfehlungen angespielt wird. Doch nun hat es auch eine US-Empfehlung erwischt. Es handelt sich um Insys Therapeutics (Börsensymbol: INSY US). Doch nach einem inszenierten Taucher von nahezu 10% ist die Aktie stärker denn je zuvor: +65,99% seit dem 1. 1. 2015. Aufgepasst: Die Marktkapitalisierung beträgt 2,5 Milliarden US-Dollar. Und Vorsicht: Diese Spielchen kosten immer mehr Geld. (Halten+geniessen)

> Das lukrative Pokerspiel in Sachen Basilea Pharmaceuticals können Sie mit ruhigem Gewissen beenden, weil auch das erhöhte Kursziel von 121 Franken durchbrochen wurde. Ich bin mir bewusst, dass ich den Zorn der Internet-Fangemeinde des weiterhin verlustschreibenden Unternehmens auf mich ziehe. Aber da ich meine Empfehlungen im Gegensatz zu den Unterstützern ohne eigene Positionen im Hintergrund mache, kann ich ohne finanzielle Interessen meine Meinung kundtun. Die Gewinne, die bei diesem Spiel herausgezogen werden, bewegen sich im hohen zweistelligen Prozentbereich. (Abflug mit Gewinn aus spekulativem Wert)

> Offen gesagt, ich bin ein bisschen verärgert über die Kommunikationspolitik hinsichtlich der Wunderaktie Austriamicrosytems. Obwohl der Kurssturz mit 21,2% in dieser Woche heftig ausgefallen ist, gibt es folgenden Punkt zu beachten: +50,28% beträgt das 12-Monats-Ergebnis. Ich würde die Titel verkaufen. Im American Football würde man sagen: Die Defensive ist nicht vorhanden. Die Konzernleitung hätte wohl mit einem umfassenderen Statement aufwarten müssen. Doch wie immer gibt es auch in diesem Fall eine nette Besserwisser-Geschichte: Am 8. Juni 2015 (Liberierung) erblickt der Vontobel Put Warrant (Valor: 27507155) auf Austriamicrosytems das Börsenlicht, 2 Tage vor dem Crash in diesem Titel am 10. Juni 2015. Das Produkt wurde nach dem Gusto eines Besserwissers erstellt: Wenn die Aktie nochmals angestiegen wäre, hätte der Besserwisser einen Totalverlust erzielt. Aber die Sache wird noch spannender: Laut dem Termsheet beträgt das Emissionsvolumen 25 000 000 Vontobel- Warrants mit Erhöhungsmöglichkeiten. Wobei nicht klar ist, wie viel ausgeschöpft wurde im Rahmen der Emission. 40 Warrants ermöglichen es, eine Aktie am 18. Dezember 2015 zu 64 Franken zu verkaufen. Das Verdächtige an dieser Transaktion ist, da es sich um eine europäische Option handelt: Die Position kann nur am 18. Dezember 2015 physisch umgesetzt werden. Dies bedeutet, dass der Besserwisser mit noch weiter sinkenden Kursen rechnet. Sonst hätte er die amerikanische Version der Ausübung gewählt, die an jedem Börsentag zur Auslieferung, sprich Umsetzung berechtigt. (Verkaufen Sie die Wunderaktie)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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