Die Nervosität am Immobilienmarkt wächst. Den Vogel abgeschossen hat die Credit Suisse: 80% Finanzierung von Luxusimmobilien in Zürich Witikon. In einem beigelegten Prospekt der Kubus Real Estate für das Projekt «Drusberg» kommt man auf einen Quadratmeterpreis von 16 154 Franken für eine Wohnung im 1. Obergeschoss. Nun bietet der beigelegte CS-Flyer eine mögliche Finanzierung an, die aus 10% Eigenkapital (bar) und 10% 2. Säule besteht. Während sehr grosse Hypothekenanbieter für Luxusimmobilien ab Quadratmeterpreisen von 15 000 Franken aufwärts generell nur noch eine maximale Beleihung von 65% anbieten, prescht die zweitgrösste Bank der Schweiz, die CS, also unbeirrt nach vorne. Doch ansonsten mehren sich die Zeichen einer Trendwende am Hypothekenmarkt: Bald bieten erste Banken 10-jährige Fixhypotheken zu 3% an (vor wenigen Monaten gab es sie noch für 2 Prozent). Aktueller Spitzenreiter mit 2,9% für 10-Jährige ist die Bank BSU. Vielleicht sollten gewisse Banken über die Bücher gehen: Die Tragbarkeitsberechnung für den Erwerb neuer Immobilien verändert sich unter diesen Prämissen ganz gewaltig.

> Gehen Sie ins Asset Management der Vontobel-Bank: Laut Hochrechnungen der «Schweiz am Sonntag» wird dieses Jahr pro Mitarbeiter im sehr erfolgreichen Department eine Lohnzahlung von 662 231 Franken (!) fällig. Nicht auszuschliessen, dass der Vontobel-Star-Investor Rajiv Jain (Global Equity Manager of the Year von Morningstar) am Ende des Jahres mit 10 Millionen Franken nach Hause gehen könnte. Als ich im Jahr 1997 erstmals eine ähnlich gelagerte Auszeichnung erhielt, wurde ich mit einem Spezialbonus von 5000 Franken abgespeist. Wie sich die Zeiten geändert haben. (Halten)

> UBS-Chef Sergio Ermotti setzt auf zukünftige Milliardäre: Momentan macht der «most fancy dressed CEO» der Bankenwelt alles richtig. Jetzt bläst die UBS Halali auf Anleger mit Vermögenswerten von 50 Millionen Franken und aufwärts. In Asien, dem am stärksten umkämpften Markt im weltweiten Privatbanking, besteht zu 81% der asiatischen Milliardäre eine Kundenbeziehung, was mehr als bemerkenswert ist. Um die Finma-Eigenkapitalrichtlinien zu erfüllen, wird laut Topquellen die milliardenschwere Ausgabe von Coco-Bonds geplant. Das sind hochverzinsliche Anleihen, die beim Unterschreiten eines bestimmten Eigenkapitalanteils nicht mehr verzinst werden. UBS-Schweiz-Chef Lukas Gähwiler kommt erstmals ins Hintertreffen in der hausinternen Konkurrenz betreffend Neugeld. (Halten)

> Taiwanesischer Börsencrash für den ehemaligen Zürcher Flughafenchef Josef Felder: –51,6% beträgt der bisherige Jahresverlust für den Verwaltungsrat der Handy-Firma HTC auf seinen Aktien. Doch das Trauerspiel ist noch nicht zu Ende – die letzten Quartalszahlen mit einer Gewinneinbusse von 83% sprechen eine zu eindeutige Sprache. Laut meinen taiwanesischen Quellen ist sogar ein Verlust für das 3. Quartal 2013 nicht mehr auszuschliessen. Die Dauerempfehlung lautet weiterhin: Verkaufen.

> Voll auf dem Seadrill-Trip ist die Credit Suisse: Rating Outperform mit Kursziel von 291 NOK (aktuell: 254,2). So weit würde ich aber nicht gehen. Für mich steht die phänomenale Dividendenrendite von 8% im Vordergrund. Aufgrund meiner Berechnungen gehe ich nun von einer Ausschüttung von 10,2% im Jahr 2014 aus. Lassen Sie sich überraschen. (Halten)

> Volltreffer: Wir sprechen von unserer letztwöchigen Empfehlung Kardex: +8,7% innert Wochenfrist. Der grosse Sieger, nebst der weltumspannenden schweizerischen Grossbank, ist der Schweizer Ableger des US-Fondsgiganten Blackrock. Für meine Leser heisst es aussteigen und die Gewinne gnadenlos einkassieren. (Verkaufen)

> Meine Leser, ich darf Sie beruhigen: Der Gewinn in Sachen Vontobel ist in voller Orkanstärke eingefahren, +6,1% innert sieben Tagen oder +20,4% seit Jahresanfang. Bleiben Sie dran, der grosse Überflieger ist in New York stationiert: Gut informierten Kreisen zufolge konnte der indische Value-Spezialist satte 4,8 Milliarden Franken Neugeld hereinholen – und dies innert sechs Monaten. (Halten)

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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