Der US-Vermögensverwalter Blackrock rockt die Schweizer Nebenwerte: +4,7% beträgt das Wochenplus meiner heiss geliebten Performance-Therme Inficon aus Bad Ragaz. Schweren Herzens gab ich letzte Woche eine Verkaufsempfehlung heraus, denn nach einem Jahresplus von nahezu 30% wird die Luft dünn. Doch nun entdeckte ich den möglichen Hintergrund für das überraschende Wochenplus: Der Fondsgigant Blackrock mit den Schweizern Philipp Hildebrand und David Blumer in Spitzenpositionen hat seinen Anteil am Aktienkapital per 11. April 2013 nochmals erhöht – und dies um das mehr als Fünffache des gehandelten Tagesvolumens vom Freitag. (Siehe Kaufempfehlung Blackrock Swiss Small & Mid Cap Opportunities)

> Liechtensteins Banken sind Trumpf: +31,2% seit Jahresbeginn für die LLB. Der Titel wird weiterhin von einem grösseren schweizerischen Finanzinstitut stetig hinzugekauft. Die konsequente Ausrichtung auf neue Wachstumsmärkte entspricht dem Gusto der Anleger. Bei einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 12 bleibt die Aktie unterbewertet. (Halten)

> DKSH und das Spekulationsfieber: +6,1%. Der Titel ist fundamental überteuert, aber ab dem 15. Mai 2013 sieht womöglich alles wieder anders aus, wenn die Aktie Einlass in die heiligen Hallen des Börsentempels MSCI findet. Die Membershipkarte beim exklusiven Börsentempel MSCI bedeutet, dass die Titel von DKSH einen Bestandteil wichtiger weltweiter Börsenindexe darstellen würde und jeder Fondsmanager diesen Titel in irgendeiner Form haben muss. Wird der Titel im Klub aufgenommen, findet am Morgen des 16. Mai 2013 eine Börsenstampede wild gewordener Börsenbullen statt.

> Endlich wieder «obsi» in Winterthur: Nach dem Kurssprung dieser Woche von netten 4,6% bei Sulzer verläuft alles wieder in Minne und die Kursmarke von 171 Franken ist in Griffweite gerückt. Zukaufen würde ich nicht, ich kenne die genauere Akquisitionsstrategie des Unternehmens momentan zu wenig gut. (Halten)

> Jetzt gehts nach unten: –5% beträgt der Wochenverlust bei Straumann, dem Basler Dentalimplantate-Hersteller. Das Marktumfeld ist garstig, die Konkurrenz aus Billigprodukten wird immer stärker. Trotzdem waren und sind die Analystenberichte mehr als positiv. Den Vogel eigentlich abgeschossen haben die Asiaten der HSBC mit einem Kursziel von 150 Franken (aktuell: 117 Franken). Was wissen die wohl mehr, was wir nicht wissen? Nächster Termin ist der 30. April 2013, die nächsten Quartalszahlen stehen an. Lassen wir uns überraschen. (No go)

> Die Basler Kantonalbank befindet sich weiterhin im Sinkflug: –17,9% auf die rollierende Jahresrendite. Die nächste Wasserstandsmeldung an der Basler Schifflände, einen Steinwurf vom Hauptsitz der Basler Kantonalbank entfernt, findet in Bälde statt. Dies beim Pegelstand von Fr. 90.80 (aktuell: Fr. 92.90). Sympathisch an der Basler Kantonalbank ist der Lohn des neuen CEO Guy Lachapelle: knapp über 500 000 Franken pro Jahr – das ist wirklich «fair-banking» in Anlehnung an den Werbespruch der BKB. (Abwarten)

> Die Gerüchteküche brodelt im Bündnerland: 6,3 Milliarden Franken beträgt das Aktienkapital der Ems-Chemie, vor einem Jahr knapp waren es 50% weniger. Nun gibt es neue Spekulationen, dass Magdalena Martullo-Blocher vor einem Superdeal in Japan steht. Das Informationsportal marktplus.ch verkündet, dass der grösste japanische Airbagproduzent Takata Zündkapseln herstellt, die möglicherweise fehlerhaft sind. Hier könnte die Ems-Tochter Patvag in die Bresche springen. Trotz aller Euphorie: Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23 ist schon satt. (Trotz aller Bewunderung: zu teuer)

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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