Bis Mittwoch, wenn das Euro-Rettungspaket wohl unter Dach und Fach sein wird, muss der in Fachkreisen liebevoll genannte «Hilde-Put» von Nationalbankchef Philipp Hildebrand nochmals schwitzen, um die Kursuntergrenze von Fr. 1.20 zu verteidigen.

Wie aus Händlerkreisen zu vernehmen ist, setzt er nun erstmals die Options-Hellebarde ein: Dabei wird mit einem Arsenal von High-Tech-Währungsoptionen der Kampf gegen die Hedgefonds geführt, die mit ihrer ersten Attacke vor kurzem kläglich gescheitert sind. Der Vorteil ist ein massiv geringerer Kapitaleinsatz und eine massiv grössere Wirkung, als der bis anhin durchgeführte Kauf von deutschen und französischen Staatsanleihen entfaltet hat.

Wieder einmal offeriert EFG Financial Products mit ihrer Cosi-Struktur Hammerprodukte, die bis zum 28. Oktober 2011 zur Zeichnung aufliegen. Mein Topfavorit ist der Valor 13921414. Die Barriere liegt bei ultratiefen 50% in der Kombination Zürich Financial Services, Swisslife und Swiss Re. Nach einem Jahr erhalten Sie einen Coupon von 12,25% ausbezahlt. Wichtig: Ihr Kapital wird nach einem Jahr nur dann vollständig zurückgezahlt, sofern keine der drei Aktien innerhalb dieser Frist mehr als 50% verloren hat (must buy).

Obsolet aufgrund eines Buebetricklis wurde meine Verlustschätzung im Hinblick auf das Quartalsergebnis der UBS vom kommenden Dienstag: Ein Gewinn wird hervorgezaubert, der dank Einmaleffekten entsteht.

Einer davon ist der Teilverkauf von hochqualitativen Staatsobligationen aus einem 15 Milliarden Franken schweren Fundus, der nach der UBS-Staatsrettung im Jahr 2008 aufgebaut wurde, um mit den Zinszahlungen einen Sockelbeitrag an das Jahresergebnis zu leisten, wie sehr gut informierte Quellen zu berichten wissen. Damit wird der Druck nochmals verstärkt, die grossen Handelspositionen im Obligationenbereich zu reduzieren.

Zu einem verfrühten Weihnachtsgeschenk kommt die Schweizer Onlinebank Swissquote: Rund 200 Millionen Franken Anlagegelder der Swisslife-Kunden werden von ihrem bisherigen Partner Bankzweiplus bis Ende 2011 dorthin verfrachtet (wir gratulieren).

Zu früh gefreut haben sich die Actelion-Fans in den Onlineforen: Die Quartalszahlen waren tief enttäuschend und der Zeitdruck wird immer grösser, um ein Nachfolgeprodukt für Traceler zu finden, dessen Patentschutz 2015 ausläuft und rund 90% des Gesamtumsatzes der Biotechfirma ausmacht (abwarten).

Lassen Sie sich nicht durch die kurzfristigen Börsenzuckungen nach oben beim gebeutelten Dentalimplantatehersteller Nobel Biocare verwirren: Die Stunde der Wahrheit kommt Anfang November anlässlich der Quartalszahlen. Die ersten 100 Tage vom neuen CEO Richard Laube sind dann vorüber und ein Erfolgskonzept ist gefordert (warten auf den 3. November 2011). Wichtig: Eine französische Grossbank rührt emsig die Werbetrommel, um den Kurs nach oben zu treiben.

Richtig billig kommt der Bad Ragazer Messtechnikhersteller Inficon daher (Marktkapitalisierung: 340 Millionen Franken). Die historisch berechnete Dividendenrendite von knapp 7% ist sehr verlockend. Aufgrund der aktuellen gedrückten Bewertung sehe ich ein Kurspotenzial von 15% auf die nächsten drei Monate (Kauf mit Limite nach oben).

Zu einem flotten Dreier mit Boris Collardi (Bär), Olivier Jacquet (ClaridenLeu) und Joachim Strässle (Sarasin) entwickelt sich der Kampf, wer zum Mister Private Banking Switzerland 2011 ernannt wird. Als unantastbar gilt bis anhin der jugendliche Überflieger und Julius-Bär-Chef Boris Collardi. Doch dies könnte sich alsbald ändern, wenn Walter Berchtold, VR-Vizepräsident der ClaridenLeu, die einst angedachten Pläne eines Zusammenschlusses des Handels- und Produktebereichs mit der Credit Suisse umsetzt. Auf einen Schlag würde die Rentabilität der CS-Private-Banking-Tochter ClaridenLeu massiv gestärkt und die Credit Suisse könnte die teure Infrastruktur im Uetlihof besser auslasten. Der begeisterte Windsurfer Berchtold würde dann innerhalb der CS wieder politischen Aufwind erhalten,


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