«BB Entrepreneur Switzerland» begeistert das Anlegerherz – Neues Gegengift gegen starken Schweizer Franken – «Swatch Group» im Rückwärtsgang.
VON BORIS FELDMANN

Zum Performance-«Prunkstück» par excellence mutiert seit nun mehr 18 Monaten der «BB Entrepreneur Switzerland» (Valoren-Nr. 2324436), welcher seinem Referenzindex, dem «Swiss Performance Index», auf ewige Zeiten die «rote Laterne» verpasst hat, also die Symbolkraft des letzten Tabellenplatzes. Im letzten Jahr stieg der Fonds um hervorragende 25,76% an, während die «rote Laterne», sprich: «SPI», nur um 2,92% im gleichen Zeitraum anstieg. Die Fokussierung auf familiengeführte Unternehmungen war das Erfolgsgeheimnis des leider nur 38,1 Millionen schweren Fonds, welcher mit einem sensationellen «Sharpe Ratio» von 1.74 das Anlegerherz in Zukunft begeistern wird (must buy).

Den sprichwörtlich heissesten Ritt auf einer Kanonenkugel seit dem legendären Baron von Münchhausen offeriert die «EFG Financial Products» mit ihrem Produkt (WKN: EFG 003), welches ein Korb von Firmen im Bereich «Seltene Erden» in ein Zertifikat verpackt. Seit dem Emissionsdatum von 28. Juni 2010 konnte das Papier mehr als 100% gewinnen, während «Nachzügler» UBS mit Startdatum 2. November 2010 satte 40,84% (WKN: UB9 REE) in Euro zulegen konnte. Diese zukünftige Kursentwicklung hängt einzig und alleine davon ab, ob der neue Kaiser der «seltenen Erden», China, seine Exportrestriktionen aufrechterhält oder nicht (must speculate).

Nach dem Währungsfiasko im letzten Jahr hat nun der rhetorisch brillante Nationalbank-Chef Philipp Hildebrand ein neues Gegengift gegen einen starken Schweizer Franken entwickelt, welches an Genialität fast nicht zu überbieten ist: «Quantitative Talking». Nicht mehr die fast schon «missionarischen» Kampfkäufe des schwächelnden Euros und Eurobonds sind das Leitmotto, sondern die fast schon «krampfhafte» Propagierung eines sich abschwächenden Wirtschaftswachstums in der Schweiz. Damit kann Hildebrand den Schweizer Franken «künstlich» schwächen, die Inflation wird reduziert, Zinserhöhungen können aufgeschoben werden und last, but not least wird der Buchverlust auf den Europositionen markant reduziert werden, da der Euro wieder im Steigflug begriffen ist (must be very smart).

Sprichwörtlich «pickelhart» wie die Kitzbüheler Streif, wo gestern die Hahnenkamm-Abfahrt stattfand, präsentierten sich die Zahlen der «Austriamicrosystem», welche mit einem ausgewiesenen 4.Quartalswachstum von 32% für eine neue «Bestzeit» sorgten. Einen «Schmankerln», wie die Österreicher einen kulinarischen Leckerbissen bezeichnen, würde für die Aktionäre die Ausschüttung einer Dividende darstellen: Am 1. März 2011 wissen wir mehr. Die Erhöhung der Bruttormarge von 34% auf sensationelle 48% verspricht einiges für die Zukunft (must trust Austria).

Im Rückwärtsgang befinden sich die Aktien der Swatch-Gruppe. Nun beginnt das grosse Ratespiel, was mit den extrem hohen Nettobarmitteln in der Höhe von 2,1 Milliarden Franken geschieht. Nur eine Erhöhung der Ausschüttungsquote von 28,2% oder Aktienrückkäufe könnten den fundamental teuren Titel wieder auf die Siegesstrasse zurückbringen (must be not like Dagobert Duck).

Weiterhin zu billig sind die Aktien von Dätwyler, welche mit einem geschätzten. Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 für 2012 am Kurstableau handeln. Speziell gefallen mir der Margenzuwachs von 1% und die gleichzeitige Umsatzerhöhung von 8% auf dieses Jahr. Trotzdem ist das Kurswachstum auf 18% begrenzt (must buy).

Seit Goldman Sachs das Kursziel von «HTC» auf monströse 1350 Taiwan Dollar hinaufgesetzt hat, bleibt nichts anderes, als meinem Bauchgefühl zu folgen und zur roten Karte zu greifen (must sell). Auch in Taipeh, der Hauptstadt Taiwans, wo einst der höchste Turm der Welt stand, wachsen die Börsenbäume nicht in den Himmel.

Auf dem goldigen Serviertablett als mögliches Takeover-Opfer präsentiert sich der Fondsanbieter GAM. Die Erwartungshaltungen werden praktisch im Monatstakt hochgeschraubt und die Analysten verschiedenster Häuser gehen von einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von 18% pro Jahr für die kommenden drei Jahre aus (must buy for speculators).

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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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