VON BORIS FELDMANN

Die Schweizerische Nationalbank steht an der Wegscheide wichtiger währungspolitischer Entscheide – vor dem Hintergrund, dass sich Politiker und Unternehmer am starken Franken stören und Hedge Funds sich gnadenlos beim Schweizer Franken bedienen. Die Hedge Funds spielen ein gewinnträchtiges Spiel mit dem «Swissie», wie der Franken in London genannt wird. Einerseits finanziert man sich «spottbillig» in Schweizer Franken, anderseits setzt man auf die Frankenstärke.

Diese «Doppelt gemoppelt»-Strategie sowie ein Wohnsitz in der Schweiz – vorzugsweise in Verbier und Villars – sorgen bei diesen Investment-Cowboys für glänzende Stimmung. Ein Abgleiten der Währungsrelation des Euro zum Schweizer Franken unter 1.4560 (aktuell: 1.4617) würde eine Kaufwut unter den internationalen Spekulanten auslösen, welche wohl die Schweizer Nationalbank zu einer milliardenschweren Intervention am Devisenmarkt herausfordern würde. Ein Abgleiten auf unter 1.45 wäre die Folge – und die einheimische Wirtschaft hätte endlich Grund zum Klagen.

Richtig verbunden ist man mit dem Bonus-Cap-Zertifikat (WKN: DE000SG1KTS0) auf die Deutsche Telekom und einer möglichen annualisierten Rendite von satten 16% – sofern die germanische Volksaktie nicht noch einen Taucher von mehr als 31% bis zum 23. Dezember 2011 vollzieht. Um die Jahrhundertwende kostete die Aktie noch abstruse 100 Euro, jetzt dümpelt sie um die 10-Euro-Marke. Mit einer Dividendenrendite von fast sensationell anmutenden 7% und einem Gewinn-VerlustVerhältnis von 13 sollte die Aktie vor einem weiteren tiefen Fall unter die Barriere von 6.75 Euro gewappnet sein. (Kauf)

Eine Torpedo-Spekulation im wahrsten Sinne des Wortes offeriert die EFG Financial Products auf steigende deutsche Zinsen, welche wir als einleuchtend und klar nachvollziehbar betrachten. Der deutsche Staat wird dieses Jahr mit einem Rekordvolumen von neuen Bonds aufwarten, dies sollte zur Folge haben, dass diese Zinsen mit immer höheren Coupons versehen werden, um der Anlegerschaft diese Anleihen schmackhaft zu machen.

Der Valor 11015991 war mit einem Hebel (Leverage) von 9,32 versehen, was für die Erstlingszeichner zu einem Gewinn von sage und schreibe 932% führte. In der aktuellen Situation sollte die 1000%-Gewinnmarke in Bälde durchbrochen werden. Dieses Produkt ist nur für Anleger mit Nerven wie Drahtseilen geeignet, die den Börsenkitzel nicht scheuen, denn es könnten auch satte Verluste eingefahren werden. Zur Illustration: Am Donnerstag wurde ein Tagesgewinn von 89,89% erzielt. (Sehr spekulativer Kauf – möglicher Verlust)

Der deutsche Wunder-Fondsmanager mit Wohnsitz in der Schweiz Olaf-Johannes Eick hat die Börsenhausse des Jahres 2009 in seinem Fonds Multi Invest OP (WKN: 926 200) völlig verpasst. Das computerbasierte System, das dem Fonds zugrunde liegt, hat entsprechende Kaufsignale nicht angezeigt. Mit einer Rendite von –0,16% über ein Jahr ist das Resultat mehr als durchzogen. Jetzt wurde dieser Missstand korrigiert, und 30% des Anlagevermögens wurden in Aktien investiert, nachdem man im Jahre 2009 eine Aktienquote von 0% aufgewiesen hatte. In einem Vergleich zum Weltaktienindex MSCI hat der Fonds seit dem Jahre 2003 ein sensationell anmutendes Resultat erzielt, damit sollte die Scharte von 2009 in einem anderen Kontext betrachtet werden.

«Goldhändchen» und UBS-Verwaltungsrat Rainer-Marc Frey wird seinem Ruf gerecht: Die Investition in Aktien von Gategourmet (Nebenwert) wird zum ultimativen Jackpot. Schaut man sich die aktuellen Bilanzkennziffern an, muss einfach gesagt werden: hammerhart. Zudem stehen Verhandlungen für neue substanzielle Grosskunden an. Die Kursrakete klopft an die 40-Franken- Preismarke. Seit dem Kurstaucher vor einem Jahr hat sich die Aktie mehr als verdreifacht. Jedem Leser ist es selbst überlassen, auf diesen Börsenhengst aufzuspringen, da es sich um einen Nebenwert handelt.

Zu einem «Geldmagneten» entwickelt sich die in Baar ZG ansässige Partners Group. Analysten der Konkurrenz gehen davon aus, dass der Neugeldzuwachs sage und schreibe 5 Milliarden pro Jahr betragen wird. Die Ergebniskonferenz nächste Woche gibt mehr Aufschluss über die Strategie dieser Zauberlehrlinge. Auf dem jetzigen Niveau ist die Aktie jedoch am oberen Ende der Bewertungsskala, trotz glänzenden Aussichten.

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