Die Trutzburg der Swiss European National Bank hält sich noch wacker: Der akzentuierte Kauf von ein paar Milliarden Euro seit Freitagmorgen verhindert das nachhaltige Unterschreiten der prestigeträchtigen Marke von 1.20. Wichtig in diesem Zusammenhang: Der erste wirkliche Bewährungstest kommt Ende Juni 2012, jedenfalls deuten dies die Optionspositionen der grossen Hedge Funds an.

Schneller als erwartet hat sich der Sinkflug in Sachen HTC, dem taiwanesischen Handygiganten, akzentuiert: –21,77% innert Monatsfrist. Und die Talfahrt ist noch nicht zu Ende. Bald ist das Kursziel von 330 Taiwan-Dollar (aktuell 352 TWD) erreicht. Trotz eines Kursverlustes von 69,24% über das die letzten zwölf Monate ist das Wertpapier überteuert. Ex Flughafen-Chef und HTC-Verwaltungsrat Josef Felder muss nun auf seinen 133 985 Aktien einen Bewertungsverlust von über einer Million Franken über das letzte Jahr verkraften (verkaufen fortsetzen).

Weiterhin auf Tauchstation befindet sich der dynamische Westschweizer Onlinebroker Swissquote: –17,36% im Monatsvergleich. Hier gilt es, weiterhin abzuwarten. Die Aktie ist noch kein Börsenschnäppchen – trotz einem attraktiven Kurs-Gewinn-Verhältnis von relativ tiefen 13,2.

Der Ausverkauf in Sachen Charles Vögele geht in die nächste Runde: –16,07% innert Monatsfrist. Und der orange Riese, die Migros, macht keinen Wank, seine Beteiligung aufzustocken (weiterhin verkaufen).

Minus, minus – so lautet seit Monaten die Wochenbilanz bei der Basler Lonza. Die hochtrabenden Pläne sind endgültig schubladisiert worden, und nun muss der Dampfer mit aller Kraft auf Kurs gebracht werden: Die amerikanischen Grossinvestoren verlassen das Aktionariat eiligen Schrittes und mit dicken Verlusten Richtung Heimat (Yankee goes home).

Unter die 20-Franken-Marke getaucht ist wie prognostiziert die Zürcher Privatbank Vontobel. Schwächelndes Volumen im traditionell gewinnträchtigen Derivatehandel und verunsicherte Kunden sorgen für sinkende Betriebseinnahmen. Nun kommt es erstmals seit langem zu punktuellen Abbaumassnahmen: Das Verhältnis der Fixkosten zu den Einnahmen ist über die Marke von 70% gesprungen. Das tut der Aktionärsseele nicht gut (Kursziel nach unten erreicht, abwarten).

Mittlerweile recht günstig bewertet ist der Bordverpflegungsgigant Gategroup: –34,61% über die letzten zwölf Monate. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 8 sollten Sie in Bälde zuschlagen. Einziges Manko: Die Fluggesellschaften setzen die Bordzulieferer mit ihren Konditionen permanent unter Druck. Warten Sie noch eine Woche ab. Unter 23 Franken (aktuell 24.65 Franken) ein klarer Kauf (Kauf mit Kursziel).

In ruhigem Kursfahrwasser befindet sich die einstige Modeaktie Orascom Development Holding, dem Erbauer des Andermatt Resorts. Keine Spekulanten, die über Internetforen die Aktie «hypen». Nüchterner Realismus ist eingekehrt. Das ist gut so, denn nun wird das Wertpapier unter neuen Gesichtspunkten beobachtet. Ich würde weiterhin abwarten – trotz einem Kursverlust von fast 90% seit dem Going Public vor mehr als vier Jahren. Unterstützt in meiner These werde ich durch den Ausstieg von grösseren und prestigeträchtigen institutionellen Anlegern der ersten Güteklasse, die ihre Aktien abgestossen haben (abwarten, noch zu teuer).

Der Höhenflug des Landmaschinenherstellers Bucher ist gegenwärtig zum Stillstand gekommen. Die amerikanische Konkurrenz sorgt für Margendruck (abwarten).

Noch nicht in Kaufstimmung bin ich hinsichtlich des Versicherers Swiss Life. Obwohl der Buchwert massiv höher liegt als der aktuelle Börsenkurs, würde ich vorderhand die Hände davon lassen. Bleiben die Schweizer Kapitalmarktzinsen weiterhin so tief, wird die Refinanzierung der langfristigen Verpflichtungen zu einem Pièce de résistance (abwarten).

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an:geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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