Man sagt im Englischen «no news are good news». Beim Winterthurer Konzern Sulzer aber verheisst dies einen Sturz unter die psychologische 100-Franken-Marke. Immer noch warte ich auf den Befreiungsschlag, der wohl mangels erfolgversprechender Alternativen noch nicht stattfand. Mehr denn je ist CEO Klaus Stahlmann gefordert, um auch den Grossaktionär Victor Vekselberg zu befriedigen. (Hände weg)

> Die Spezialempfehlung von letzter Woche, der indische Pharmawert Aurobindo, ist nicht zu bremsen: Allzeit-Hoch am Freitagmorgen. Nun gilt es, die zweite Stufe der Empfehlung zu vollziehen – und da wandeln wir auf den Spuren der smarten Hedgefonds mittels Verkauf gedeckter Call-Optionen. Hier wird der Verkauf einer Call-Option mit Ausübungspreis 1160 INR auf den Februar-2015-Termin empfohlen. Schliesst der Titel am 29. Januar 2015 über 1160 INR, sollte eine Maximalrendite von 6,2% auf eine Laufzeit von 76 Tagen herausspringen. Nachteil dieser Strategie: Rauscht der Titel einmal richtig nach oben, geben Sie einen Teil ihres Gewinnpotenzials auf. (Gedeckter Call)

> Nicht einmal in meinen kühnsten Träumen konnte ich mir vorstellen, dass auch die aggressivsten Preisziele nach unten beim Tessiner Internetreiseanbieter Bravofly Rumbo erreicht werden. Jetzt stellen wir die Berichterstattung ein – bei –68,95% und einer verbleibenden Marktkapitalisierung von 217,9 Millionen Franken wohl verständlich. (The end)

> Ohne finanziellen Schaden können Sie beim Baselbieter Chemiezulieferer Bachem aussteigen, der gegen die Markttendenz angestiegen ist. Meine hoch gesteckten Erwartungen haben sich leider nicht erfüllt. Die sportliche Dividendenrendite von 3,5% sollte jedoch Ihre Leidenszeit verkürzt haben. (Verkaufen für Nachzügler)

> Beim freiburgischen Börsen-Comet können Sie ungeniert den Exit-Knopf drücken. Der Technologiechampion aus dem freiburgischen Flamatt konnte auf dieses Jahresende den Turbo nicht zünden. Mit einem Ergebnis von +34,21% 2014 klopft das Anlegerherz mehr als erfreut. (Verkaufen)

> Gespannt bin ich, wie der Baustoffkonzern Holcim die gegenwärtig herrschenden niedrigen Rohstoffpreise strategisch für eine exponentielle Gewinnsteigerung ausnützen kann. Der bisherige Wochenverlust von 7,6% ist recht ausgeprägt. Bei diesem Unternehmen einzusteigen, betrachte ich als verfrüht: Die Fusion mit dem französischen Partner Lafarge muss vorerst noch richtig verdaut werden. (Abwarten)

> Einen guten Lauf über die letzten vier Wochen hat der Genfer Aromaproduzent Givaudan: +8,91%. Dieser Zwischenspurt muss jetzt erst verdaut werden. Zukaufen würde ich auf keinen Fall, die internationalen Börsen leiden unter Schüttelfrost – und dies ist kein gutes Einstiegsszenario. (Abwarten)

> Ich kann es kaum fassen, was bei der stolzen Schweizer Firma Sika diese Woche stattgefunden hat. Ich leide mit meinen Lesern. Ein ausgezeichnet positioniertes Unternehmen wird Knall auf Fall von einem Teil der Eigentümerschaft abgestossen. Etwas, was nicht vorhersehbar war, wenn man nochmals die Kommunikation der letzten drei Monate Revue passieren lässt. Ich empfehle in solchen Fällen, sich nicht ins Bockshorn jagen zu lassen und die Positionen auszusitzen, auch wenn dies beim aktuellen zweistelligen Minus nicht wirklich Linderung verspricht.

> Last exit heisst es bei Meyer Burger, dem Hersteller von Produktionsgeräten für die Fotovoltaik-Industrie. Die Firma stand nie in meiner Gunst. Und die neusten Schätzungen sehen auch für das kommende Jahr keinen Gewinn voraus. Ich könnte mir vorstellen, dass im Rahmen des Window-Dressings ein Teil der Positionen der gross engagierten Fonds im Hinblick auf das Jahresende an die frische Luft spediert wird. Das verheisst nichts Gutes und muss die zahlreichen Leser enttäuschen, die vom Zukunftspotenzial des Unternehmens angetan waren. Mitteilung an die letzten verbliebenen Optimisten: Jetzt hopp de Bäse!

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