VON BORIS FELDMANN

Kursmässig richtig abgestraft wurde der Westschweizer Mäuseproduzent Logitech. Der Kurstaucher von 10% bestätigte meine letzte Woche erfolgte Einschätzung der Lage: Hände weg. Trotz einem gedrückten Kursniveau bleibt die Aktie ein «No-go», wie englischsprachige Analysten sich ausdrücken (Hände weg).

Kein Halten gibt es für die Aktien der mittelkapitalisierten Micronas, die auf übervollen Auftragsbüchern und einem Barbestand sitzt, der mehr als 100 Millionen Franken beträgt. Die Konstellation lockt immer mehr deutsche Anleger an, die insgeheim davon träumen, dass Infineon Technologies bei gefühlten 17 Franken (aktuell: Fr. 13.95) die am Zürcher Technopark 1 ansässige Techno-Bude übernimmt (nur für Spekulanten).

Innert sechs Monaten stieg der ZKB Palladium ETF um sensationelle 53,20% an. Jetzt gilt es, die Gewinne ins Trockene zu bringen und das Feld den berufsmässigen Zockern zu überlassen, die auch grössere Verluste nach unten verschmerzen können (erstmaliger Verkauf).

Durchgestartet ist der taiwanesische Handyproduzent HTC mit dem ehemaligen Zürcher Flughafenchef Josef Felder als Verwaltungsrat: +263% mehr Quartalsgewinn – und die Zukunftsaussichten sind mehr als brillant (zukaufen).

Ein Kursplus von 44% innert sechs Monaten mit dem ZKB Silber ETF ist mehr als überzeugend. Packen Sie den «Schatz am Silbersee» ein und retten Sie den Supergewinn in sichere Gefilde (erstmaliger Verkauf).

Trotz eines veritablen Kurshörsturzes von mehr als 18% in den letzten beiden Monaten bleiben die Aktien der Sonova (Ex-Phonak) überteuert und sollten gemieden werden. Die Konkurrenz hat technologisch aufgeholt – die stolzen Produktrenditen schmelzen dahin. Ein Kursdoping ist weit und breit nicht in Sicht.

In den letzten Börsenzuckungen nach oben befindet sich die Swiss Life (aktuell: 143 Franken). Bei der imaginären Carsten-Marschmeyer-Linie von 148 Franken ist Ende der Fahnenstange. Leser, die bei der Abstauberlimite von 98 Franken vor einigen Monaten zugelangt haben, können sich ins Fäustchen lachen (Kursziel: Fr. 147.99 ).

Nur mühsam kann der Basler Dentalhersteller Straumann Holding die strategisch wichtige 200-Franken-Marke halten. Ein grösserer Verkaufsauftrag lauert an der Börse, und die Aktie ist trotz einem Kursminus von 30% in den letzten 12 Monaten überteuert. Beim Branchenkonkurrenten Nobel Biocare konzentriert sich das Interesse auf Ende März, wenn ein riesiges Optionspaket mit Ausübungspreis von 16 Franken zum Zug kommt.

Zum erfolgreichsten Headhunter in der 64583 Personen umfassenden UBS mutiert The Boss himself. Die ostdeutsche Trägerrakete Oswald Grübel bedient sich im Private Banking der sehr erfolgreichen Credit Suisse und sorgt mit den Frischlingen für eine verschärfte Gangart. Ab März 2011 wird die Jagdsaison eingeläutet, wenn der milliardenschwere Bonuspool verteilt worden ist. Damit ist klar, dass beim Branchenprimus die letzte grosse Baustelle kraftvoll und mit ostdeutscher Gründlichkeit auf Vordermann gebracht wird, um der zukünftigen Nr.1 der UBS, Carsten Kengeter, die nötigen Kunden für das Investmentbanking zur Verfügung zu stellen.

Der Euro bleibt ein Trümmerfeld. Und wenn sich die Schweiz nicht erweichen lässt und bei der grössten Spendenaktion der «Euro-Glückskette» (IWF mit 16,2- Milliarden-Kredit) mitmacht, wird der Schweizer Franken nochmals an Wert zulegen. Nun taucht mit Belgien ein neuer Problemkandidat auf, und in der Schweiz ansässige Milliardäre erfreuen sich der IWF-Kredite, mit denen ihre Privatbanken gerettet wurden. Vergleichen Sie den Euro mit einem U-Boot, das nur noch mit Mühe auftaucht.

Zu spät auf den Markt kommt die Julius Bär mit den zweifach gehebelten Zertifikaten auf ihren hauseigenen Platin-, Palladium- und Silber-Fonds. Vor sechs Monaten wären diese Produkte der reinste Brüller gewesen – nun werden die in Kürze lancierten Zertifikate dem Markt hinterherhecheln und nicht für Hochstimmung in den Anlegerportfolios sorgen (Hände weg).

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Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater Boris Feldmann ein E-Mail an:
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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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