Zum «Goldschürfer 2014» geworden ist Martin Ebner an der Schweizer Börse – und Nachmachen lohnt sich wirklich: Seine Beteiligung an der Technologieschmiede Myriad Group stieg innerhalb von sieben Tagen um satte 22% an. Noch spannender finde ich das Genfer Bankensoftwarehaus Temenos: +3,79% seit der letzten Ausgabe oder noch härter ausgedrückt +41,27% seit dem 1. 1. 2014. Und zu guter Letzt wird fast schon im Wochentakt die ebnersche Beteiligung beim Berner Pharmagrossisten Galenica in Trippelschritten erhöht. Langsam muss sich NZZ- und Galenica- Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod warm anziehen: Hier bahnt sich möglicherweise eine Veränderung an, wenn man sich die Fakten zu Gemüte führt.

> Mit leichter Verzögerung hat es nun auch bei den Thalwiler GPS-Königen, der Firma U-Blox, in positivem Sinn eingeschlagen: Kursziel von 128 Franken erreicht. Mit einem Zuwachs von +34,75% seit Jahresanfang hat sich das Warten für Ihren Geldbeutel wirklich ausgezahlt. Nächste Wegmarke, die Sie sich merken müssen, liegt bei 138 Franken. Als der Titel knapp die Marke von 100 Franken im April 2014 touchierte, war die Aufregung gross. Fazit: Die Durchhalteparole hat sich gelohnt. (Neues Kursziel: 138 Franken)

> Sie können sich gar nicht vorstellen, welchen telefonischen Beleidigungen ich von schweizerischen Branchenkonkurrenten ausgesetzt war, weil ich wiederholt auf das Derivatehaus Leonteq gesetzt habe. Die Antwort gibt es wie immer auf dem Börsenplatz: +266,23% innerhalb von zwölf Monaten. Offen gesagt, auch ich bekomme langsam Höhenangst. Daher wird die Verkaufsempfehlung auf 200 Franken erhöht. Schon fast gegen den Wind ist die UBS mit einem Kursziel von 126 Franken (aktuell: Fr. 218.30), während die Mainfirst Bank mit einer Outperformance-Empfehlung bei 310 Franken ihre Präferenzen klar darlegt. (Halten)

> Endlich kommt die längst überfällige zwingende Korrektur der UBS-Kursempfehlung in Sachen Bravolfly Rumbo: Mit 41 Franken ist die Kaufempfehlung (4. Juli 2014) weiterhin fernab von der Realität. Eine Peinlichkeit sondergleichen lieferte die UBS noch am 1. Juli 2014 (Kaufziel auf 52 Franken, Zielzeitraum 12 Monate), nachdem die erste Umsatz- und Gewinnwarnung am 1. Juli 2014 stattgefunden hatte. Ich zitiere aus dem Research Report. «Forecast price appreciation +65,9%, Market return assumption: +5,1%». Diese wohl mehr als abstruse Einschätzung impliziert, dass der arg gebeutelte Titel um das 12,9-Fache stärker ansteigt als der allgemeine Markt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass am 20. Juni 2014 eine sehr deutliche Umsatz- und Gewinnwarnung auch vom Lokalkonkurrenten Odigeo Edreams kam. Noch verrückter wirkt in diesem Zusammenhang unter Berücksichtigung der Information vom 20. Juni 2014 das mir zugespielte UBS-Research-Papier vom 1. Juli 2014 mit der Schätzung der Ebit-Zahlen (Earning Before Interest Taxes): Vom 12. 2014 bis 12. 2018 wird eine minime Steigerung angenommen, obwohl im UBS-Research-Bericht von «price pressure», also von einer faktischen Gewinnreduktion gesprochen wird. Und ein Kauf drängt sich weiterhin nicht auf: Die vehemente Konkurrenz wird die Margen nochmals nach unten drücken. Oder um den Research-Bericht vom 1. Juli 2014 zu zitieren: «All in all, the risk profile of Bravofly Rumbo (im Original stand nur das Börsensymbol; Red.) is high, in our eyes.» (Kein Abflug für UBS-Kurseinschätzung)

> Nicht zu stoppen ist mein Darling 2013 an der Schweizer Börse mit höchst willkommenem Gastrecht, die Austriamicrosystems: +41,76% seit Anfang 2014. Und aufgepasst, mein Kursziel von 162 Franken ist in Griffweite gerückt. Ich betone es nochmals, das Wertpapier ist weiterhin fundamental unterbewertet. Läuft alles nach Plan, sollte im Jahr 2015 das Niveau von 180 Franken erreicht werden. (Halten)

> Good news gibt es auch aus Norwegen, von Marine Harvest, dem weltweit grössten Lachsproduzenten. Er steigt auf Höchststände. Der Gesamtertrag mit der üppigen Dividende erreicht einen neuen Spitzenwert über 12 Monate – das Paket wiegt 48,74%. Wie immer heisst es hier Aktien kaufen, Optionen auf drei Monate verschreiben, dann gibt es noch mehr auf dem Bankkonto.

> Und last but not least hat sich mein Vertrauen in den Ex-SVP-Nationalrat Peter Spuhler mehr als ausgezahlt: Autoneum (+140,49% die letzten 12 Monate) und Rieter (+53,36 die letzten 12 Monate), während der SPI-Index nur 16,74% hinzugewann. (Halten, denn Peter Spuhler ist der beste Fondsmanager der Schweiz und dies mit grossem Abstand)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.

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