Auf dem Durchmarsch befindet sich Austriamicrosystems, unser Topfavorit 2012 mit permanentem Asylrecht an der Schweizer Börse: +92,58% seit dem 1. Januar 2012. Diejenigen Leser, welche die temporäre Kursschwäche zum Kauf ausgenützt haben, können sich glücklich schätzen. Die Quartalszahlen von morgen Montag sollten erstmals die Umsatzschallmauer von 100 Millionen Euro (1. Quartal 2012: 90,8 Millionen Euro) durchbrechen (halten, Kursziel: 78 Franken).

Einen zu guten Riecher hatte ich in Sachen EMS-Chemie: +17,72% seit Jahresanfang. Damit ist mein Kursziel von 180 Franken (aktuell: 187.70 Franken) locker durchbrochen worden. Doch dies hat auch seine Schattenseite: Die Dividendenrendite ist auf 3,47% abgestürzt und somit unter den historischen Durchschnitt gefallen. Um dieses Manko aufzuwiegen, wird Ende August 2012 die Bardividende von 6.50 Franken auf gut gefühlte 8 Franken erhöht, um die Dividendenrendite auf den historischen Schnitt von 4,4% hinaufzudrücken (halten, macht Familie Blocher wie Anleger glücklich).

Die als nicht sexy bezeichnete Beton-Goldaktie PSP Swiss Property läuft zur Hochform auf und erklimmt PrimeTower-Dimensionen: +15,17% seit Jahresanfang. Vor mehr als zehn Jahren konnte man den Titel zu tiefen 29.70 Franken erwerben. Heute grüsst die Aktie mit einem stolzen Kurswert von 87.10 Franken. Nächster Börsenstopp wird bei 90 Franken sein: Die ultratiefen Hypothekarzinsen sorgen für ein explosives Gewinnwachstum (halten, Kursziel: 90 Franken).

Glücklich können sich diejenigen Anleger schätzen, welche die Aktie Actelion und die damit verknüpfte gedeckte Calloption gespielt haben, wie dies hier schon am 8. Juli 2012 propagiert wurde. Die satte Wochenperformance von +7,55% gibt mir recht. Nun wird Ihnen nach diesem Quantensprung die Aktie beim nächsten Optionsverfall vorzeitig entrissen, aber ein derartig durchgeführter «Diebstahl» wird mit einer Top-Performance belohnt (kurzes Spiel mit grossem Gewinn).

In Basel heisst es nun in Sachen Roche Holding aussteigen: Mein Ziel von 170 Franken (aktuell: 170.80 Franken) wurde erreicht. Eine Performance von über 20% ohne Dividendenausschüttung innerhalb Jahresfrist ist maximal (sorry, wir verabschieden uns schon vorzeitig mit der Meistertrophäe).

Eine kesse Sohle auf dem Börsenparkett hat in diesem Jahr einer unserer Stammgäste in dieser Kolumne, der Basler Weltmarktführer Dufry hingelegt: +41,93%. Noch haben die Bankanalysten die Gewinnerwartungen des Dutyfree-Betreibers nicht nach oben adaptiert. Doch neue Jahreshöchststände sind in Griffweite gerückt. Das Top-Management ist Weltklasse (halten und geniessen).

Angst und bange wird es mir, wenn ich an die «Maschinisten» im Devisenhandelsraum der Schweizerischen Nationalbank denke: Der Euro verliert gegen alle grossen Währungen massiv an Terrain. Meine vor zwei Wochen aufgestellte Prognose mit zusätzlich aufgekauften 43 Milliarden Euros einzig für den Monat Juli wird wohl nicht reichen. Währungsgeneral Thomas Jordan hat fast schon 100% Zustimmung des Schweizervolkes, dieses Unterfangen auf Biegen und Brechen durchzuführen. Für europäisch orientierte Kunden würde ich weiterhin auf den australischen Dollar setzen. Seit den Tiefstständen im Jahr 2009 ist er um über 50% gestiegen.

Auf sehr tiefe 30.80 Franken ist die Liechtensteinische Landesbank abgetaucht. Warten Sie die Quartalszahlen von Ende August 2012 ab, danach könnte sich eine tolle Gelegenheit bieten. Der bisherige Kursverlust von –57,59% über die letzten zwölf Monate gibt mir recht, nicht vorzeitig zugekauft zu haben (abwarten, könnte zum Börsenschnäppchen werden).

Weiterhin unter Sonnenfinsternis leidet der Thuner Solarproduzent Meyer Burger: Die Tiefpreiskonkurrenz aus China verursacht Schmerzen. Leider kann sich das innovative Berner Oberländer Unternehmen dem chinesischen Drachen nicht entziehen.

Sämtliche Leserfragen werden beantwortet. Schreiben Sie Geldberater François Bloch ein E-Mail an: geld@sonntagonline.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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