VON BORIS FELDMANN

Pierre de Weck, Geschäftsleitungsmitglied der Deutschen Bank und Bruder des ehemaligen «Tages-Anzeiger»-Chefredaktors Roger de Weck, geht in die Annalen der Börsengeschichte ein: Mit einer Transaktion auf die eigenen Titel erzielte er einen monströsen Gewinn von 117,3%. Wie «Sonntag»-Recherchen ergaben, kaufte er am 10. Februar für den Gegenwert von einer Million Schweizer Franken Titel seines Arbeitgebers, bevor er sich innert dreier Monate mit einem Millionengewinn verabschiedet hat.

Der kurzfristige Erfolg auf dem Börsenparkett ist ein Trost für den mutierten Private-Equity-Spezialisten zum Private-Banking-Guru, weil ihm jene den Weg zum Olymp des deutschen Bankengiganten verbauen. Jedenfalls spielt er bei den Planspielen für die im Herbst «angesagten» strukturellen Veränderungen nicht mehr die erste Geige.

Ossi Grübel muss auch in Deutschland eine prestigeträchtige Niederlage gegenüber der CS einstecken. Im Sommer wird der CS Euroreal nach fast neunmonatiger Eiszeit wieder für Rücknahmen geöffnet – von diesem Sommererwachen können die UBS-Produkte nur träumen. UBS-Geschäftsführer Tilman Hickl gegenüber einschlägigen deutschen Wirtschaftsmagazinen (Ausgabe 10. 6. 2009, «Börse Online»): «Die Öffnung ist immer eine Gratwanderung, denn es gibt neben der angekündigten Rückgaben auch eine grössere Dunkelziffer. Man muss vorsorglich mit dem Schlimmsten rechnen. Noch ist es zu früh, einen Termin zu nennen.» Die Frist der geschlossenen UBS Euroinvest und UBS 3 Kontinente läuft bis Ende Oktober 2009 und eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen.

Ein Phänomen der besonderen Art spielt sich momentan beim einstigen Paradefonds BB Biotech ab, welcher zu einem Abschlag von 25% gehandelt wird. Wie der «Sonntag» in Erfahrung bringen konnte, finden momentan Planspiele statt, um den grössten europäischen Biotechfonds einzustampfen und einen neuen Fonds zu lancieren. Der Grund: Wegen des Abschlages gegenüber dem inneren Wert kann keine Performance-Fee im entsprechenden Rahmen gezogen werden.

37 Luxemburger Fonds der Credit Suisse Assetmanagement wurden Ende 2008 abgestossen. Die bisherigen Fonds fungieren ab Juli 2009 mit dem Zusatz Aberdeen. Der Wechsel hat für die Kunden nur positive Folgen: Die sprichwörtlich geizigen Schotten verlangen weniger Gebühren und brillieren mit einer besseren Performance, betrachtet man die Palette der beiden Anbieter. Geheimtyp hier : «Aberdeen Global Emerging Markets» (strong buy).

Im Schatten der grossen Finanzplayer brilliert Partners Group (Kauf) mit einer sensationellen Performance. Unsere Empfehlung hat bis anhin rund 85% eingeheimst. Für kurzfristige «Spieler», welche die letzten 15% nach oben mitmachen möchten, kann ein Kauf empfohlen werden. Wie der «Sonntag» weiss, wird man in Kürze einen neuen Grosskunden aus Baar vermelden können.

Die Aktien der Swisslife gehen Schritt nach Schritt die Kurstreppe nach oben: Wie der «Sonntag» in Erfahrung bringen konnte, verdichten sich die Gerüchte, dass der deutsche Jägermeister Talanx als trojanisches Pferd für die allmächtige Allianz-Versicherungen agiert.

Wieder einmal überzeugt Julius Bär mit einem umwerfenden Optionskonstrukt, welches ein must buy darstellt: Ein annualisierter Coupon von 26,30% mit einer Barriere von 70% auf sechs Monate. Valor: 10 261 101. Unter den Tausenden von strukturierten Produkten seitens Julius Bär rangiert als Topprodukt auf ihrer Website unsere heiss geliebte Wunderwaffe auf steigende US-Zinsen.

Wenn jede Putzfrau nun Kenntnis von diesem Hammerprodukt hat, ist es Zeit, mit einem Gewinn von 90% «abzuschleichen» (Verkauf). Von Boris Feldmann zu Boris Collardi: Hansi Rosenthal (deutscher Quizmaster, Red.) würde aufspringen: Wir waren der Meinung, das ist spitze!

Satellitenbilder, welche dem «Sonntag» vorliegen, gehen davon aus, dass eine Frostperiode auf Brasilien zukommen könnte. Dies würde bedeuten, dass die Preise für Produkte wie Zucker, Weizen und Mais brutal in die Höhe schiessen. Schon diese Woche konnte ein Kursgewinn von über 7% erzielt werden. Eine unentdeckte Perle stellt der Julius Bär Argriculture dar, Valor: 4 238 601 ist ein «must buy». Eine Performance von 43% seit Jahresanfang reicht für «ein Bett im Kornfeld» (Lied von Jürgen Drews aus dem Jahre 1976).