Die Anleger erwarten mit Spannung die Quartalszahlen der UBS am Dienstag. Mehr und mehr wird klar, dass Oswald Grübels Gewinnziel von 15 Milliarden Franken ab dem Jahr 2016 nicht erreichbar sein wird – selbst das Trading-Genie Ossi G. kann nicht zaubern. Und auch sein Trumpfass Carsten Kengeter, Chef des Investmentbankings, kann – momentan – keine Wunder vollbringen. Irgendwann muss die Bank realistische Erwartungen kommunizieren. Vielleicht schon übermorgen mit einer Gewinnwarnung.

Mit einer anderen Bank, der Valiant-Gruppe, geht es Schrittchen für Schrittchen nach unten: –1,13%. Die nächste wichtige Kursmarke von 120 Franken (aktuell: Fr. 122.60 ) muss unbedingt halten, sonst wird es rasant Richtung 115 Franken gehen und die Hedge Funds werden den Verkaufsdruck nochmals kräftig erhöhen. Die Aktie ist weiterhin kein Schnäppchen (Hände weg, seit langem).

Demgegenüber befindet sich die Waadtländer Kantonalbank BCV in guter Form. Die Aktie konnte nebst einer Dividendenrendite von über 6% mit einem Kursgewinn von 5,91% seit dem 1. Januar 2011 aufwarten. Das Management der Bank beweist sein Vertrauen in den Titel, indem es in den letzten Wochen zusätzliche Aktien im grossen Stil gekauft hat (halten aus Dividendenüberlegungen).

Vergessen Sie den Dollar: Er ist weiterhin im Sinkflug begriffen. Und die einstige weltweite Leitwährung verliert ihren Nimbus. Der Verlust von 4,86% seit dem 1.1.2011 tut auch unserer Nationalbank nicht gut. Ihre Amerikaferien werden dafür immer billiger.

Der Bieterkampf um den ostdeutschen Solarproduzenten Roth&Rau wird für MeyerBurger um einiges teurer als angenommen, wie «Der Sonntag» letzte Woche vermeldete. Am Schluss wird das gesamte Paket mehr als 500 Millionen Franken kosten. Anfang November 2010 wäre das Paket zum damaligen Aktienkurs um mehr als die Hälfte billiger gewesen (Meyer Burger: Fr. 44.15 maximal).

MondoBiotech musste auch diese Woche einen netten Verlust von –7,14% gewärtigen. Weiterhin sollte das optisch tiefe Einstiegsniveau von 39 Franken gegenüber dem 12-Monats-Höchst von 94 Franken nicht zu einem Einstieg genutzt werden. Umsatz- und Gewinnentwicklung entsprechen nicht der Marktkapitalisierung (Hände weg).

Die «Andermatt-Aktie» Orascom Development Holding von Samih Sawiris verlor auch diese Woche: –5,53%. Nun geht auch die UBS in die Defensive und hat das Kursziel auf 40 Franken von einst 47 Franken nach unten revidiert. Aktienkäufer der ersten Stunde haben seit der Emission mehr als 75% ihres Einsatzes verloren. Warten Sie noch ab mit zaghaften Aktienkäufen (abwarten bis im Juni 2011).

Der Westschweizer Mäuseproduzent Logitech wird an der Börse weiterhin durchgereicht: –27,92% innert vier Wochen. Nun befinden sich auch die letzten grossen institutionellen Verkäufer auf ihrem kostspieligen Rückzugsgefecht (weiterhin: no go).

Sachte nach oben geht es mit der Publigroupe: +1,22%. Die Unterbewertung beträgt nur noch 22%. Und der Titel gilt trotz einer Marktkapitalisierung von über 300 Millionen Franken als markteng (halten).

Phoenix Mecano ist zurück: Weiterhin halte ich grosse Stücke auf das Management des Elektrokomponentenherstellers aus Stein am Rhein. Auch eine sehr grosse Bank mit über 65000 Angestellten weltweit ist sehr angetan von diesem Unternehmen, das mit geschickten Expansionsschritten für kontrolliertes Umsatzwachstum sorgt (Kursziel: weiterhin 760 Franken).

Kräftig eingesammelt und gehortet werden die Aktien von Oerlikon: Erstmals seit langem wird das Papier nicht mehr nur von Zockern gepostet, sondern mittlerweile auch von langfristig orientierten Investoren. Trotz einem Kursplus von 55,92% seit dem 1. Januar 2011 ist das Aufwärtspotenzial nicht ausgereizt. Die Kombination von grösseren Solaraufträgen und einem anziehenden Textilgeschäft sorgen für eine neue Kategorie von Investoren, die nicht auf das schnelle Geschäft aus sind (kaufen; Kursziel Fr. 8.40).


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