VON BORIS FELDMANN

Momentan brodelt die Gerüchteküche in Sachen Novartis. In Börsenkreisen wird der Dauerübernahmekandidat Bayer herumgereicht. Interessanter ist das Auftauchen eines potenziellen Nachfolgers für Super-Dan Vasella in der Person von Richard Laube des Nahrungsmittelgiganten Nestlé.

Der ominöse «Mr. Deep Pocket» bei OC Oerlikon feiert wohl eines seiner schönsten Osterfeste seit langem. Dies aufgrund seiner Raffinesse auf dem Derivateparkett.

Anfangs bediente er sich der Fähigkeiten von SB und erwarb mit dem legendären Put Warrant (Instrument, das auf sinkende Kurse spekuliert) eine tolle Absicherung auf seine sehr teuer erworbenen OC-Oerlikon-Aktien, bevor er nun nach dem Auslaufen der Put Warrants auf die Hausse setzte und rund 150% Buchgewinn einstrich.

Auch der geneigte «Sonntag»-Leser profitierte von dieser spektakulären Hausse, aber leider waren wir nicht so optimistisch und setzten ein Kursziel von 42 Franken. Trotzdem reicht es mit einem Plus von 75% für einen schmackhaften Braten am Sonntag.

Die Swiss Finance & Property Cooperation mit dem ehemaligen UBS-Superstar Dr. Hans Peter Bauer, der einst Chef des weltweiten Anleihen- und Devisenhandels war, muss sich mit der Unbill des Markts herumschlagen. Obwohl nach Firmenangaben der Benchmark geschlagen wurde, ist die Erfolgsbilanz tiefrot.

Der SFPOC European Property Security Fund (Valor: 2060403) verlor im Jahr 2007 satte 31,56% und im Folgejahr noch mal 34% (Benchmark: minus 46,22%). Für die ersten drei Monate dieses Jahres gab es einen erneuten Abschlag von 13%. Tiefrot ist auch die Bilanz für der Schweizer Version (ISIN: 0026674181). Im Wissen, dass es nun auch an der Zürcher Goldküste zu einem Preissturz kommen wird, sind die Aussichten für Immobilienaktien nicht sehr erbauend.

Auf unserer Jagd nach Anlageperlen im Stile von Indiana Jones müssen wir wieder auf die Produkte von Goldman Sachs verweisen, die den Platzhirsch des März 2009, Clariden Leu, verdrängt haben. Für risikofreudigere Investoren ist unsere Präferenz beim Multi Barriere Reverse Convertible (Valor: 4270320) mit folgenden Rennpferden: Credit Suisse, Zürich und UBS.

Eine supertiefe Barriere im Stile Clariden Leu mit 39% und ein sehr attraktiver Coupon von 26,50%. Für Anleger, die dem Nervenkitzel abgeneigt sind und trotzdem eine Verzinsung erzielen möchten, die rund zehnmal so hoch ist wie ein Sparbüchlein, sei auf folgendes Trio (Valor: 4270317) verwiesen: Nestlé, Novartis und Roche, eine komfortable Barriere bei 50% und ein satter Coupon von 9% fürs Jahr.

Wieder machen Asset Backed Securites (ABS) im negativen Sinn von sich reden. Der Julius Baer BF ABS - EUR/B (Valor: 1821629) hat in den ersten gut drei Monaten des Jahres (Stand 6. April 2009) fast 15% verloren. Während der Benchmark im Jahre 2008 rund 4,8% gewann, verlor hier der Anleger 28,11% im gleichen Zeitraum. Wir kommen mit einer Doppelempfehlung: Verkaufen Sie Ihre Julius-Baer-Aktien im Gewinn und machen Sie sich mit dem Julius Baer BF ABS - EUR/B aus dem Staub.

Die Kurssprünge in der Helvetia-Versicherung und Romandie Energie sind für uns zu hoch ausgefallen, wir möchten uns mit einem netten Gewinn in die Osterferien verabschieden.

Petroplus bleibt im Würgegriff der amerikanischen Hedge Funds. Erstaunen in Fachkreisen hat die sehr negative Studie aus dem Hause UBS ausgelöst, die für Stirnrunzeln sorgt. Petroplus mit einer Absicherung über einen gedeckten Call-Verkauf gilt als billigste Raffinerieaktie in Europa.

Sorgen sollten sich Investoren machen, die den mehrmaligen Verkaufsaufforderungen des «Sonntags» betreffend Alegra Capital ABS 1 Euro Fund nicht gefolgt sind: Ein Verlust von 33% innert zwei Monaten spricht für sich.

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Redaktioneller Hinweis: Die Kolumne gibt die Meinung des Experten wieder. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Der «Sonntag» übernimmt keine Verantwortung für allfällige Verluste. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Er beantwortet alle Leserfragen.