David Dean, CEO des Zuger Schraubenproduzenten Bossard Holding, hat an der Börse ein kleines Meisterstück vollbracht: +40,6% seit dem 1. 1. 2013. Nun sind wir kurz über meinem aggressiven Kursziel von 173 Franken angelangt – time to say good buy. (Verkaufen)

> Bei Autoneum gab es weiterhin kein Halten mehr: Das Kursziel von 98 Franken wurde locker durchbrochen. Die Millionensaga des ehemaligen SVP-Nationalrats Peter Spuhler mit seiner Erfolgsbeteiligung hat nun das Interesse spekulativer Investoren in unserem Nachbarland Deutschland auf sich gezogen. Ein Teilverkauf drängt sich auf: +138,2% seit dem 1. 1. 2013 ist einfach Spitzenklasse und noch schöner als der ZSC-Meistertitel. (Peter Spuhler, wir gratulieren herzlich)

> Leider musste ich Ihnen die absolute Erfolgsmeldung der letzten Woche vorenthalten, da aufgrund des jüdischen Neujahrsfests der Redaktionsschluss dieser Kolumne ausnahmsweise am Mittwoch um 14.30 Uhr stattgefunden hatte. Es handelt sich um den Thalwiler GPS-Spezialisten U-Blox AG. Der Kursprung von +17,8%, spricht Bände. Der Titel ist nun am oberen Rand der Bewertungsskala, setzen Sie eine Stop-Loss-Limite bei 72 Franken. (Halten)

> Weiterhin böige Flugstunden für den ehemaligen Unique-Chef Josef Felder und seine Aktienpositionen, die er kraft seines Verwaltungsratsmandates beim taiwanesischen Handygiganten HTC hält. Trotz eines Sinkflugs von 49,7% über die letzten zwölf Monate würde ich diese heisse Kartoffel nicht anrühren – internationale Spekulanten sehen den Titel noch einige Stockwerke tiefer. (Abwarten)

> Nochmals eine kleinere Abbaurunde steht bei der Credit Suisse bevor: Der kapitalintensive Obligationenhandel wird im Üetlihof nochmals zurechtgestutzt, wie topinformierte Quellen zu berichten wissen. Hans-Ulrich Meister, Chef des Privatbankings, konnte sich damals noch auf Geschäftsleitungsebene gegen die aus New York propagierten Abbaupläne wehren, heute ist sein Gewicht in der Geschäftsleitung nicht mehr so stark. Viele CS-Kämpen erinnern sich noch, als Wädi Berchtold, seines Zeichens Ex-Private-Banking-Chef, mit dem damaligen CEO Oswald Grübel eine uneinnehmbare Festung im CS-Konzern darstellte und sie ungekrönte Kaiser waren.

> Das Basler Börsenwunder in Sachen Straumann geht weiter: Innerhalb eines Jahres ist das Börsenpendel von einem Extrem ins andere geschwungen. Speziell die Korrektur der Gewinnzahlen in den Informationssystemen Bloomberg und Reuters aufgrund der «Schweiz am Sonntag»-Berichterstattung hat sich für alle zu einer Win-win-Situation entwickelt. Die Investors-Relations-Abteilung pflegt einen sorgfältigen und fairen Umgang mit der Presse. Da habe ich schon anderes erfahren müssen: 15 E-Mails sind stumme Zeugen, dass doch ein Kontakt mit einer hier nicht genannt sein wollenden Firma bestand, obwohl dies heftig abgestritten wird. Machen Sie sich keine Sorgen: Ich mache auch vor Milliardären nicht in die Hosen. (Halten)

> VZ Holding, es ging ein bisschen länger als erwartet, bevor der Kursturbo eingesetzt hat. Mir gefällt die Ausrichtung des Finanzdienstleisters ausgesprochen gut. Nun beginnt man, auch im Teich der institutionellen Investoren grosse Fische an Land zu ziehen. Eine unaufgeregte Sache, aber ein Zuwachs von +60,3% über die letzten zwölf Monate ist nicht von schlechten Eltern. (Halten)

> Im Kampf um die Erhöhung des antizyklischen Kapitalpuffers für Hypothekaranlagen hat die «Schweiz am Sonntag» unerwarteten Sukkurs erhalten: Die «SonntagsZeitung» hat in der letzten Ausgabe eine prominente Schar von Finanzprofessoren zusammengetrommelt, die in die gleiche Kerbe schlagen wie wir seit Monaten. Der antizyklische Kapitalpuffer muss erhöht werden. Die Attacken eines überschaubaren Teils der Finanzlobby bin ich mir gewohnt, aber dass nun auch SNB-Chef Thomas Jordans fachliche Kompetenz und sein Massnahmenkatalog öffentlich und in Hintergrundgesprächen angezweifelt werden, ist mir eine Spur zu viel. Lieber Bundesrat, eine Erhöhung auf 0,25% auf den 1. 1. 2014 – und jedermann/frau hat das Gesicht gewahrt.

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geld@schweizamsonntag.ch.

Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.

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