> Einen starken Auftritt hinterliess der italienische Börsenhengst Cosmo Pharmaceuticals: +8,49% in sieben Tagen. Seit dem «R&D Day» vom 30. Januar 2015 bin ich wieder vollauf begeistert von den Zukunftsaussichten: Betriebsertrag 2014 plus 48%. Was will das Anlegerherz mehr? (Forza Italia, Geduld bringt Rosen)

> Beachtliche +7,19% beträgt die Wochenperformance beim BB Biotech Fonds. Überrascht über den starken Lauf, heisst es hier nun ganz klar: verkaufen. Jetzt, wo der Bewertungsabschlag sich auf historisch tiefe 16% zurückgebildet hat, überwiegen nämlich die Risiken das noch mögliche Renditepotenzial. (Verkaufen)

> Meiner Leserschaft musste ich einige virtuelle Beruhigungspillen in Sachen Baumaterialzulieferer Sika verabreichen. Doch jetzt kommt alles ins Lot. Denn nun sind sich Hinz und Kunz bewusst, welche Bewertungsperle in Baar schlummert. Einmal mehr sorgen ausländische Adressen für Gerechtigkeit auf dem Schweizer Finanzplatz. Nächste Woche werde ich Ihnen an dieser Stelle eine Strategie verraten, um Ihre Verluste in vollständige Gewinne umzumünzen. (Abwarten)

> O Austria, auf unsere liebste Börsenbraut, die Austriamicroystems, ist auch in dieser Saison wieder Verlass: beachtliche +62,33% über die letzten zwölf Monate. Und für die Ungeduldigen gibt es diese Woche wieder einmal den Angsthasentipp: Verschreiben Sie einen gedeckten Call auf den Juni-2015-Termin, Ausübungspreis 36 Franken, maximale Rendite 9% auf 137 Anlagetage. (Lukrative Angsthasenstrategie)

> Der deutsche «Bruder», der auch an der Apple-Zapfsäule hängt, Dialog Semiconductors (Empfehlung der letzten Wochen), hangelt sich im Wochentakt vom einen Höchststand zum nächsten: +16,25% seit 1. 1. 2015. Spass beiseite: Einen Tag nach der «Schweiz am Sonntag»-Kaufempfehlung fühlt sich das Unternehmen bemüssigt, vorzeitig die Jahreszahlen 2014 bekannt zu geben. Zufall oder nicht? Das wissen die Börsengötter. Die Firma ist weiter fundamental unterbewertet. Eigentlich eine gewagte Behauptung bei einer Steigerung von 136% in zwölf Monaten. (Trust me!)

> Wie vorhergesagt, ist der Luzerner Edelstahlkocher Schmolz & Bickenbach unter die Marke von 80 Rappen getaucht. Nun habe ich mir die Finanzkennzahlen angeschaut und würde keine Kaufempfehlung aussprechen.

> Pick of the week: Meine Datenroboter sind auf ein Unternehmen aus Amerika gestossen, es handelt sich um den Biotechwert Insys Therapeutics. Die 1,67 Milliarden US-Dollar schwere Firma überzeugt auf der ganzen Linie in Sachen Bewertung. Dank der Umsetzung der Angsthasenstrategie lässt sich auch eine Schwächephase überstehen: Kauf der Aktie und gleichzeitiger Callverkauf auf Mai 2015, mit einem Ausübungspreis von 41 US-Dollar. Maximale Rendite auf 102 Investmenttage: 10,1% (nicht annualisiert) mit Absicherung nach unten von 23,4%.

> All meinen Kampfgeist hat ein langjähriger Schweizer Leser herausgefordert: Er vermisste seine hohe Couponzahlung in einem strukturierten Produkt. In einem zweiten Fall wurde dem Investor ein überhöhter Kurs abgerechnet. Kursschnitt würde man dies in der Fachsprache nennen. Ein richtiger Skandal. Da für mich Aufrichtigkeit entscheidend ist, habe ich den bärenstarken Investmentspezialisten angerufen und die Sachlage erörtert. Der Angestellte kämpfte volle 48 Stunden, und der Leser ist nun vollständig zu seinem Recht gekommen. Der CEO dieser weltumspannenden Privatbank erhält diese Woche ein ausgesprochen nettes Danke-E-Mail für die Aufrichtigkeit seines Angestellten. Eines kann ich Ihnen sagen, es ist manchmal sehr schwer, sich für Gerechtigkeit einzusetzen, doch dies schulde ich meiner Erziehung. Und die Gegner dieser Kolumne machen sich mehr denn je zu Mittätern.

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