Hände weg von Kudelski. – Franken gewinnt gegen Dollar. – Unsere Voraussage für UBS.
VON BORIS FELDMANN

Die Banque Cantonale Vaudoise befindet sich voll auf Kurs, sie bringt es auf eine sensationell anmutende Dividendenrendite von über 6%. Damit hat sich unsere Einschätzung bewahrheitet, obwohl die journalistische Konkurrenz nur von einer Dividende von 4% ausging. Enttäuschend bleibt die unbefriedigende Neugeldsituation, welche für eine Kantonalbank unerklärlich scheint. (Nur für Dividendenjäger)

Atemberaubend hoch ist auch die Dividende beim Basler Pillendreher, der Roche, mit 4.81%. Die Produktpipeline scheint uns aktuell schwach bestückt zu sein. Der smarte Firmenlenker Severin Schwan optimiert mit Hochdruck die Kosten des 112 Milliarden schweren Konzerns, nachdem die vollständige Übernahme von Genentech nur für strahlende Gesichter bei den amerikanischen Gründungsaktionären des Biotechunternehmens sorgte. (Nur für Dividendenjäger)

Mit einer 6%-Dividendenrendite bleibt die Zürich-Versicherung weiterhin der unangefochtene «number one»-Titel des Swiss Market Index. Erwarten Sie aber nicht, dass die Aktie nun den Börsenexpress nach oben nimmt, auch eine Versicherung kann sich den Konsequenzen der politischen Ereignisse der letzten Tage nicht entziehen. (Halten).

Nach dem Mäuseproduzent Logitech wird nun auch der zweite Westschweizer Hightech-Konzern, Kudelski, in den Börsensackbahnhof gefahren. Der drastisch gesenkte Ausblick und die lediglich vage umschriebenen Zukunftsprojekte lassen die Börsenkapitalisierung unter die wichtige Marke von einer Milliarde Franken abfallen. Damit werden Grossinvestoren sich jetzt von ihren Aktienpaketen trennen müssen und sorgen damit auch noch für zusätzlichen Verkaufsdruck (no go).

Weiterhin im Vorwärtsgang befindet sich der taiwanesische Handyproduzent HTC (WPK: A0RGRD), welcher in diesem Jahr schon mit einem Kursgewinn von 18.33% zu Buche steht. Das gehandelte Börsenvolumen erreicht neue Höchststände und in Bälde wird der Kurs die Marke von TWD 1200 (Aktuell: TWD 1065) erreichen. Trotz einem Kurswachstum von 261.17% über die letzten 12 Monate bleibt die Aktie fundamental sehr preiswert. (Kauf – Neues Kursziel TWD 1200)

Nach wie vor im Sinkflug befindet sich die Orascom Development Holding mit dem charismatischen Andermatt-Investor Samih Sawiris an der Spitze. Leider müssen sich die Aktionäre auf eine längere Durststrecke einstellen und die hoffnungsvoll verbreiteten Prognosen der Zürcher Kantonalbank müssten eigentlich aufgrund der politischen Situation im Nahen Osten einer ernsthaften Korrektur unterzogen werden. (Hände weg)

Der Schweizer Franken befindet sich in Topform gegenüber dem amerikanischen Dollar, und nun beginnt es wieder, im Gebälk bei Onkel Big Sam zu krachen. Erstmals seit Jahresanfang muss nun auch unsere Nationalbank Verluste auf den gigantischen Dollarpositionen einstecken. (Kursziel – neu: Dollar/Franken 0.9125)

Eine spannende Spekulation ergibt sich auf den französischen CAC 40 Index über ein Zertifikat (WKN: SG1T7L) der Société Générale, welche eine annualisierte Bonuszahlung von 10.69% verspricht, sofern der Index bis zum 20. Dezember des Jahres 2012 nicht mehr als 33.62% verliert. Beim Berühren dieser Barriere erlischt jedoch der Anspruch auf die Zinszahlung und ein netter Verlust zum aktuellen Einstandskurs muss in Kauf genommen werden. (Spekulativer Kauf)

Der kurzfristige Kurstaucher des norwegischen Lachsproduzenten Marine Harvest sollte ausgenützt werden, um die Aktien des europäischen Dividendenkönigs mit aktuell 12.41% Rendite einzufangen. (Kaufen)

Die UBS unter CEO Oswald J. Grübel hat sich nun über 18 Franken festgekrallt. Bei einem Kurswert von 19 Franken sollte der Schub der ostdeutschen Trägerrakete ein bisschen nachlassen, bevor neue Erfolgsmeldungen im Frühsommer im Investmentbanking den Sprung über die 20 Franken möglich erscheinen lassen. (Kauf-Kursziel: 20 Franken im Frühsommer)


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Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. «Der Sonntag» übernimmt keine Verantwortung. Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein.


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