Wahrscheinlich einen Tick zu früh habe ich zum Verkauf des Schweizer Nebenwerts MMyriad Group geblasen. Doch wohl kein Leser muss aufgrund des satten Gewinns nun am Hungertuch nagen.

Im Hinblick auf das Quartalsergebnis vom 22. September 2014 steigen die Erwartungen nun ins fast Unermessliche. Das möglicherweise schweizerische Pendant zum weltumspannenden Whatsapp rückt zunehmend in den Fokus internationaler Top-Investoren. Mit im Spiel sind die Deutsche Bank, die ZKB oder auch die UBS mit einer notabene ausgesprochen hohen 4,75-%-Beteiligung am Aktienkapital über Fondsmandate.

Speziell gespannt wird man auf die neuen Nutzerzahlen aus Südamerika sein: Hier sind im Best-Case-Szenario mehr als 100 Millionen neue User möglich – und dies innerhalb von weniger als zwei Jahren. Bestätigt sich die aktuelle positive Tendenz, dann fällt die Bewertung der aktuellen «monthly actual user» ins Bodenlose gegenüber Facebook. Klare Konsequenz: Die Myriad Group, obwohl aktuell Verlust schreibend, wird wohl unweigerlich ins Blickfeld von Mark Zuckerberg und Konsorten geraten.

Und Sie wissen wohl, wer nun zum Goldschürfer par excellence wird – Martin Ebner und seine Rosemarie: 25,16% hält man über die Patinex. Wichtig: Es handelt sich hier um eine wiederholte Kaufempfehlung auf einen sehr spekulativen Titel mit aktuell negativen Gewinnzahlen, daher ohne Gewähr. Wie heisst es so schön im Casino: Faites vos jeux. Auf längere Sicht sind nur zwei Szenarien möglich, Top oder Flop, wobei ich hier eher auf ein spekulatives Top tendiere! Kaufaufträge nur limitiert aufgeben, maximal 3.18 Franken!

> Darf ich ganz herzlich begrüssen: Michael W. Pieper, neuer Schweizer Börsenmilliardär. Dank seiner rund 30%igen Beteiligung am Aktienkapital des Teppichlegers Forbo ist ihm nun dieser Sprung gelungen. Und offen gesagt, sein Beteiligungskonglomerat, gespickt mit «Schweiz am Sonntag»-Empfehlungen, verspricht weiteren Hochgenuss für seinen Geldbeutel. Speziell bei Feintool, mit einem Konzernergebnis von +234,3% gegenüber dem letzten Jahr, ist das Kurspotenzial bei weitem nicht ausgereizt. (Wiederholter Kauf, mit Kursziel 102 Franken.)

> Im Hinblick auf die Quartalszahlen vom 26. August 2014 läuft der Schraubenhersteller Bossard zur Hochform auf. CEO David Dean wird auch dieses Mal seine Anhänger nicht enttäuschen. Die Bilanz über die letzten 5 Jahre ist einfach sensationell: +377,58% bei reinvestierten Dividenden. Meine Devise lautet kurz und bündig: Nutzen Sie jede Schwächephase im Titel aus und kaufen Sie gezielt zu. (Wiederholter Kauf.) Und als kleine Gratisinformation: Die US-Giganten Blackrock und Fidelity Investments sind auch mit im Spiel.

> Nicht verkaufen heisst es weiterhin bei Berkshire Hathaway, das Beteiligungspapier des Orakels von Omaha erreicht jede Woche neue Höchststände – +14,52% seit Jahresanfang. I love it!

> Sorry, auch diese Woche gibt es ein neues Puzzle-Teil in der Saga über Bravofly Rumbo hinzuzufügen: Wussten Sie, dass ein Tag nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen das Aktienrückkaufprogramm offiziell beginnt?

> Ich bin richtig begeistert von den technologischen Wunderdingern der einstigen Brown Boveri, jetzt ABB. Und als kleiner Knopf probierte ich immer, bei der Zugsdurchfahrt kurz vor der Bahnstation Baden einen Blick auf das Werksgelände zu erhaschen. Doch heute, im Dienste meiner geschätzten Leserschaft, ist mein Blick voll auf die ABB-Aktie fokussiert – und hier gibt es erstmals einige spannende Dinge zu berichten. Das gehandelte Volumen auf aktuell (noch) wertlose ABB-Optionen hat sich am Freitag in Amerika mehr als verdreissigfacht gegenüber dem herkömmlichen Monatsvolumen. Es handelt sich hier um die Optionen mit Ausübungspreis 23 Dollar für den Termin September 2014! Im Hinblick auf den 9. September 2014, einem nicht direkt umschriebenen Investors Day, könnte eine neue Ausrichtung bekannt gegeben werden. Eines ist schon heute feststellbar: Ein grosser Investor kauft Millionenblöcke zusammen. Ich würde auf diese Spekulation hin folgende Strategie wählen: Kauf der ABB-Aktie und gleichzeitiger Verkauf eines gedeckten Calls mit Ausübungspreis 20.50 Franken. (Aktuelle Prämie: 88 Rappen.)

Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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